Summary
Cowgirl
Dreamy Paula and her husband Edgar, an insurance salesman, lead a dull middle-class life in Struvensiel, a fictitious suburb of Hamburg. Paula runs into her childhood sweetheart Max at their 10-year class reunion. In order to save him from Hamburg′s underworld, she turns - to her own surprise - from a plain country bumpkin into a tough lady.
Source: German films Service & Marketing GmbH
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Zumal die Teilzeit-Bibliothekarin nach einem solchermaßen folgenreichen Zusammenstoß an ihrem Arbeitsplatz in der örtlichen Bücherei mit dem Spießer Edgar Jakobi (ausgerechnet: Peter Lohmeyer herrlich gegen den Strich besetzt) verheiratet ist, einem Versicherungsvertreter, der auch daheim die Krawatte nicht ablegen mag.
Denn sonst steht sie auf härtere Typen, schaut sich im Fernsehen bevorzugt Western an und rückt sich bei einem der seltenen Disco-Besuche den Stetson in die Stirn. Auf der Suche nach dem Glück fühlt sie sich im falschen Leben.
Aber das „richtige“ kommt schneller als sie denkt - auf dem zehnjährigen Abiturfest. Wo Paula schnurstracks ihrer Jugendliebe Max in die Arme läuft, mit dem sie einst abhauen wollte. Und der sie einst schnöde stehen gelassen hat. Der notorische Lügner und Aufschneider ist angeblich um die Welt gesegelt, in Wirklichkeit aber nur tief eingetaucht in die Sankt Pauli-Unterwelt rund um den Spielbudenplatz.
„Wenn du aufhörst zu träumen, hörst du auf zu leben“: Was Paula ernüchtert, aber nicht verzweifelt feststellt, als sie Max ins verregnete Hamburg folgt, nachdem sie dem notorischen Nörgler Edgar („Sieht eigentlich auch scheiße aus“) das letzte Mahl bereitet und auf dem Herd warmgestellt hat. Das „schöne Restaurant“ von Max entpuppt sich als billiger „Safari“-Sexclub auf der Reeperbahn und plötzlich hat Paula es nicht nur mit drei gefährlichen, weil strohdummen Kiezganoven Peter Blessing, Kläuschen Blessing und Jürgen Blessing zu tun, sondern auch mit dem korrupten Polizisten Hans Krahl.
„Wenn du bis zum Hals in der Scheiße steckst, lass den Kopf nicht hängen“: Zweikämpfe im Videoladen (tolle Episodenrolle für Oliver Korittke), eine spektakuläre Verfolgungsfahrt im Auto, ein vermeintlicher Todessprung vom Hochhaus – zum großen Erstaunen von Max schlummern in der verträumten Paula ungeahnte Fähigkeiten. Dass sie dabei sein verkorkstes Leben wieder ins Lot bringt, wird Max allerdings reichlich spät klar – aber Paula wäre kein echtes Cowgirl, würde sie nicht am Ende doch auf die Stimme ihres Herzens hören...
„Männer sehen nur Probleme, aber wir Frauen sehen Möglichkeiten“: In „Cowgirl“, Mark Schlichters erster Krimigroteske, stehen die beiden Protagonisten Alexandra Maria Lara und Wotan Wilke Möhring nach „Die Bubi-Scholz-Story“ sowie „Liebe und Verrat“ bereits zum dritten Mal gemeinsam vor der Kamera, hinter der bei dieser actionreichen Liebeskomödie mit Frank Griebe, Peter Steuger und Benedict Neuenfels gleich ein ganzes Trio agiert.
Die prominente Besetzung kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die allzu betont witzig daherkommende Love-and-Crime-Story nach dem 1994 erschienenen Roman-Erstling „Patt“ des 1953 in Köln geborenen Schriftstellers Hans Schefczyk, der heute als Script Consultant und Drehbuchautor in Südwestfrankreich lebt und arbeitet, sehr nach Pulp-Fiction-Remake im kleinbürgerlichen Reeperbahn-Milieu riecht.
Pitt Herrmann