"Ascend", Source: UCM.ONE, DFF, © UCM.ONE GmbH, Manuel Ruge
Céci Chuh, Rosario Bona (v.l.n.r.)

Ab Donnerstag im Kino: Flieg steil

Punks und Neonazis – einen schärferen Kontrast in Sachen Weltsicht und Politik kann man sich kaum vorstellen. In "Flieg steil", dem Regiedebüt der Schauspielerinnen Martina Schöne-Radunski und Lana Cooper, wird er zum Ausgangspunkt einer höchst eigenwilligen Geschichte: Konnie (Céci Chuh) ist Sängerin einer Neonazi-Band – aber auch Feministin. Mit Slogans wie "Die Zukunft des Nationalsozialismus ist weiblich" und der Idee eines "queeren Faschismus" eckt sie bei ihren Gesinnungsgenossen jedoch zusehends an. Ausgerechnet in dem linkischen Anarcho-Punk Rudi (Alexander Merbeth) scheint sie jemanden kennenzulernen, der ihre Gedanken nachvollziehen kann. Allerdings verfolgt Rudi ganz eigene Pläne: Er will sich in Konnies Clique einschleusen und mit einem Bombenanschlag endlich die Anerkennung seiner linksradikalen Freunde gewinnen … Mit scharfem Blick und anarchischer Lust am Tabubruch erzählen Martina Schöne-Radunski und Lana Cooper von zwei Menschen, die am Rand ihrer jeweiligen Szenen stehen – und bereit sind, alles zu riskieren, um wieder dazuzugehören. Was als absurde Begegnung zweier Außenseiter beginnt, entwickelt sich zu einer bitterbösen Auseinandersetzung mit Gruppendynamik und den Mechanismen extremistischer Milieus. Und gerade auch die improvisiert wirkende Ästhetik im Stil des German Mumblecore verleiht dem erfrischend unkonventionellen Film eine Atmosphäre zwischen Realismus und Stilisierung.

Aktuelles

Wie sah 1972 die Zukunftsvision für das Jahr 2002 aus? Die DEFA-Stiftung präsentiert am Montag, 10. August, um 19:00 Uhr im Berliner Kino Krokodil mit "Blick in das Morgen von Gestern" eine Auswahl von DEFA-Dokumentarfilmen der 1970er-Jahre, die ein Panorama aus technischen Hoffnungen, ideologischen Leitbildern und einem ganz speziellen Zukunftsoptimismus zeichnen.

Mit elf produktionsgeförderten Filmen in acht Sektionen, darunter zwei Beiträgen im internationalen und zwei im Nachwuchswettbewerb, ist die Filmförderung des Bundes beim 79. Locarno Film Festival (5. bis 15. August 2026) breit vertreten. Zwei weitere Projekte im Entwicklungsstadium wurden für die elfte Ausgabe der FFA-geförderten Koproduktionsinitiative Alliance 4 Development von Locarno Pro ausgewählt.

Der Vergabeausschuss der nordmedia hat in der zweiten Förderrunde 2026 Fördermittel in Höhe von rund 3,6 Millionen Euro bewilligt. Insgesamt werden 48 Projekte aus den Bereichen Film, Fernsehen, Games und Talentförderung unterstützt. Zu den Highlights zählen die Kinoproduktionen "Mama, bitte lern Deutsch" und "Petronella Apfelmus". Erstmals erhalten zwei Projekte eine Förderung im Rahmen des neuen Förderprogramms nordmedia Familienzuschuss.

Der Vergabeausschuss für die Film- und Fernsehförderung hat am 29.07. getagt und entschieden, 41 Projekte mit insgesamt 3,7 Mio. Euro zu unterstützen. 

Maximilian Mundt und Malaya Stern Takeda führen am 5. Oktober im Theater des Westens gemeinsam durch die Verleihung der First Steps Awards, die ganz im Zeichen der talentiertesten Nachwuchsfilmschaffenden steht.