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Die junge Niederländerin Ellen bricht zu einer ungewöhnlichen Reise an den Rand der Zivilisation auf. In der Eiswüste von Spitzbergen vergingt sie den Polarwinter bei dem Fallensteller Lars. Abgeschnitten von der Zivilisation müssen die beiden unterschiedlichen Menschen lernen miteinander auszukommen.
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In völliger Dunkelheit und bei Minusgraden von bis zu vierzig Grad Celsius müssen die beiden so unterschiedlichen Charaktere lernen, miteinander auszukommen. „Die Stunde des Lichts“ schildert diese Begegnung aus Sicht der Tagebuch schreibenden Ellen, die nicht gerade glücklich darüber ist, bei einem zwar gutmütigen, aber nicht gerade lebenstüchtigen „Loser“, so jedenfalls die Auffassung der anderen Trapper, untergekommen zu sein. Entsetzen kommt bei Ellen auf, als Lars auf Seehundjagd gehen will – um Futter für seine Schlittenhunde zu besorgen.
Schwieriger als die Sprachprobleme erweisen sich die konträren Erwartungen: Immer wieder geraten Lars, ein eher kauziger und wortkarger Mann, und die verwöhnte Tochter aus gutem Hause aneinander. Doch der Einbruch eines Eisbären in die Hütte während der hindernisreichen Installation einer Fernsehantenne bringen die beiden näher zusammen. Und als endlich die Sonne am Horizont erscheint, sieht Ellen den merkwürdigen Einsiedler in einem anderen Licht – und die eisige Landschaft erwärmt sich an einer intensiven Liebesgeschichte. Aus dem „Chaoten des Alltags“ könnte also doch noch ein „Held des Nordens“ werden, aber Ellen wird den norwegischen Fallensteller wieder verlassen. Vor ihrem Besuch war dieser allein und daran gewöhnt, allein zu sein. Nun wird ein anderer, einsamer Lars in der Eiswüste Spitzbergens zurückbleiben...
„Die Stunde des Lichts“ ist ein vor allem handwerklich grundsolider Film des belgischen Regisseurs Stijn Coninx, der die deutschen Kinogänger erste Bekanntschaft mit seiner Landsfrau Francesca Vanthielen machen lässt. Joachim Król gibt an ihrer Seite nach „Zugvögel – einmal nach Inari“ einmal mehr im hohen Norden Skandinaviens einen liebenswerten Außenseiter. Über vier Monate drehte das Team unter Extrembedingungen in Norwegen, davon die Hälfte bei zweistelligen Minusgraden. Was auch Joachim Król vorher nicht wusste: Auf Spitzbergen leben dreimal mehr Eisbären als Menschen, zwei Drittel der rund 3.500 Einwohner sind Russen, da der Sowjetunion 1920 das Recht zum Kohleabbau, Fischfang und zur Jagd auf den norwegischen Inseln zugesprochen worden war.
Der Herner war schon vom Drehbuch begeistert, das auf dem autobiographischen Roman „Waar blijft her licht“ („Wo bleibt das Licht“) der Niederländerin Heleen van der Laan basiert, die als Neunzehnjährige bei einem Pelzjäger in Spitzbergen überwinterte: „Es war das beste, das ich in den letzten Jahren gelesen habe. Ich habe am Ende Tränen vergossen, meiner Frau gings nicht anders.“ Joachim Król im Buena Vista-Presseheft über seine Rolle des kauzigen Trappers Lars: „Der Geist, der da auf Spitzbergen herrscht, ist schon bemerkenswert. Wenn du sagst, ich lebe da, dann wirst du von allen anders angeschaut. Das hat diesem Menschen gefehlt. Wenn ich in einer Millionenstadt einsam bin, dann erscheint das als krank, aber wenn ich in der Einsamkeit einsam bin, dann ist das normal. Du musst ja nicht dein Leben reparieren, vielleicht bist du einfach nur am falschen Platz.“ Free-TV-Premiere war am 2. Dezember 2003 im ORF, hierzulande erst am 12. Dezember 2006 auf Vox.
Pitt Herrmann