Credits
Regie
Drehbuch
Kamera
Schnitt
Musik
Darsteller
- Mutter Anna Degen
- Michael Degen
- Ludmilla
- Martchen
- Oma Reuber
- Herr Hotze
- Lona Funkert
- Herr Redlich
- Rolf
- Käthe Hotze
Produzent
Alle Credits
Regie
Regie-Assistenz
Script
Drehbuch
Vorlage
Kamera
Kamera-Assistenz
Optische Spezialeffekte
Licht
Requisite
Garderobe
Schnitt
Schnitt-Assistenz
Ton-Design
Mischung
Spezialeffekte
Casting
Musik
Darsteller
- Mutter Anna Degen
- Michael Degen
- Ludmilla
- Martchen
- Oma Reuber
- Herr Hotze
- Lona Funkert
- Herr Redlich
- Rolf
- Käthe Hotze
- Erna Niehoff
Sprecher
- Russischer Gefangener
in Co-Produktion mit
in Zusammenarbeit mit
Produzent
Herstellungsleitung
Produktionsleitung
Aufnahmeleitung
DVD-Erstanbieter
Dreharbeiten
- From September 2005: Berlin, Wrocław (früher: Breslau)
Länge:
95 min
Format:
DVD, 16:9
Bild/Ton:
Farbe, Dolby
Prüfung/Zensur:
FSK-Prüfung: 22.08.2006, 107155, ab 12 Jahre
Aufführung:
TV-Erstsendung (DE): 01.11.2006, ARD
Titel
- Originaltitel (DE) Nicht alle waren Mörder
Fassungen
Original
Länge:
95 min
Format:
DVD, 16:9
Bild/Ton:
Farbe, Dolby
Prüfung/Zensur:
FSK-Prüfung: 22.08.2006, 107155, ab 12 Jahre
Aufführung:
TV-Erstsendung (DE): 01.11.2006, ARD
Auszeichnungen
Adolf-Grimme-Preis 2007
- Publikumspreis der Marler Gruppe
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Lona Furkert ist mehr als nur eine Freundin der Familie. Nachdem Annas Mann vor vier Jahren an den Folgen der im Konzentrationslager Sachsenhausen erlittenen Folterungen gestorben ist, hat sie sich nicht nur rührend um die Familie gekümmert, sondern auch dessen Ladengeschäft übernommen und mit Anna die Einnahmen geteilt. Auch jetzt weiß Lona Rat: Sie kennt eine Adresse, bei der Mutter und Sohn unterkommen können, und bringt sie zu Ludmilla Dimitrieff, einer wohlhabenden russischen Emigrantin mit guten Beziehungen zu den Nazigrößen der Reichshauptstadt.
Ludmilla versteckt Anna und Michael in ihrer großbürgerlichen Wohnung – gegen Bezahlung. Und auch sonst nicht ganz uneigennützig, was den Jungen betrifft. Aber das bleibt das Geheimnis der beiden. Wenn Ludmilla ihre Hauskonzerte gibt, müssen Mutter und Sohn unsichtbar bleiben und dürfen auch bei Alarm nicht in den Luftschutzkeller flüchten. So erleben sie eines Nachts unter Todesangst einen Luftangriff, bei dem mit der gesamten Straße auch Ludmillas Wohnung in Brand gerät. Sie müssen fliehen.
Lonas Bekannter Karl Hotze, als Kommunist ein entschiedener Gegner der Nazis, verschafft ihnen einen Unterschlupf bei den Teubers, einer einfachen, höchst pragmatischen Familie. Deren unbestrittenes Oberhaupt ist Oma Teuber, die für ihre drei Töchter eine Art Privatpuff organisiert und geschäftstüchtig ihre Sofas an Anna und Michael vermietet. Hier können sie bleiben, bis Anna eines Tages auf der Straße von Gestapo-Leuten angehalten wird, die zu wissen scheinen, wer sie wirklich ist: Anna ist von einem früheren Bekannten ihres Mannes verraten worden. Doch im Augenblick höchster Bedrängnis findet sie zu großer Überzeugungskraft und es gelingt ihr, sich herauszureden.
Michael hat die Szene angsterfüllt von der anderen Straßenseite aus verfolgt, zeigt sich aber klug genug, so unbeteiligt wie möglich zu erscheinen und einen für Notfälle verabredeten Ort aufzusuchen. Der wäre ihm beinahe zum Verhängnis geworden, denn auf dem Bahnhof wimmelt es von Polizei und anderen Offiziellen. Zum Glück gerät Michael an eine Schwester der Bahnhofsmission, die zwar ein Parteiabzeichen trägt, sich aber an die Christenpflicht zur Nächstenliebe erinnert. Die Freude ist riesengroß, als sie den Jungen daheim abliefert, wo er wider Erwarten von seiner Mutter in Empfang genommen werden kann.
Doch die beiden können auch weiterhin niemandem trauen und sind daher erneut gezwungen, das Quartier zu wechseln. Karl Hotze muss seiner politischen Aktivitäten wegen damit rechnen, selbst unter Beobachtung der Geheimen Staatspolizei zu stehen. Trotzdem nimmt er Anna und Michael bei sich auf im Berliner Vorort Kaulsdorf, wo er mit seiner Frau Käthe und der Schwägerin Martchen lebt. Letztere kümmert sich sofort liebevoll um die neuen Gäste, die im Dachgeschoß unterkommen. Sie besorgt sogar für Michael eine HJ-Uniform, damit der Junge auch ’mal draußen spielen kann. So lernt er Rolf Redlich kennen, der mit seinem Vater, einem Lokführer, ganz in der Nähe wohnt. Rolf und Michael werden Freunde, gemeinsam suchen sie im Wald nach Granatsplittern, begehrten Tauschjobjekten.
Als Karl und Käthe Hotze eines Nachts von der Gestapo verhaftet werden, kann Martchen gerade noch rechtzeitig Anna und Michael warnen, die sich mit einem verzweifelten Sprung aus dem Fenster, bei dem Anna sich den Fuß verletzt, retten. Ganz und gar ohne Bleibe müssen sie sich im Wald verstecken. Verzweifelt sucht Michael nach einem Ausweg und schlägt seiner Mutter vor, Redlich um Hilfe zu bitten. Tatsächlich nimmt der mürrische, verschlossen wirkende Mann die beiden bei sich auf. Es scheint ihn sogar zu freuen, dass endlich wieder eine Frau im Haus lebt und er macht keine Anstalten, sie zu verraten.
Es entwickelt sich fast so etwas wie ein Familienleben. Bis Rolf auf der Suche nach Granatsplittern im Wald auf eine noch nicht explodierte Granate tritt. Michael schleppt den schwerverletzten Freund auf den Schultern nach Hause, doch als er dort ankommt, kann Redlich nur noch den Tod seines Sohnes Rolf feststellen. Der Vater ist so verzweifelt, dass er Anna und Michael gesteht, als Lokführer jahrelang Juden in Deportationszügen nach Polen transportiert zu haben – und er empfindet Rolfs tödlichen Unfall als gerechte Strafe.
Anna und Michael sind froh, dass Martchen wieder in Kaulsdorf ist und sie dort aufnimmt. Hier bleiben sie, bis im April 1945 die Russen einmarschieren. Doch das ist noch nicht das Ende der Gefahren, denn der sowjetische Offizier, der deutschen Sprache mächtig, glaubt nicht, dass es Juden gelungen sein könnte, in Berlin zu überleben. Er hält Anna für eine Spionin und Michael ist gezwungen, ihm mit einem Kaddisch genannten Trauer-Gebet für den verstorbenen Vater seine Zugehörigkeit zum Judentum zu beweisen...
„Nicht alle waren Mörder“ ist nicht nur der Titel dieses spannenden, geradezu fesselnden und so gar nicht melodramatischen Bio-Pics, sondern auch der Titel eines faszinierenden Buches, der 1999 erschienenen Autobiographie des 1928 in Chemnitz geborenen und 2022 in Hamburg gestorbenen Schauspielers Michael Degen. Er brauchte dem beim Dreh vom 10. Oktober bis zum 28. November 2005 in Breslau (Wroclaw) und Berlin gerade erst zehnjährigen Aaron Altaras, der einer jüdischen Schauspielerfamilie entstammt, vorab nur wenig zu erklären über die Judenverfolgung im Dritten Reich und wie man sich in einer solchen Situation fühlt als kleiner Junge. 2007 gabs den Adolf Grimme-Publikumspreis in Marl für Jo Baier sowie die Hauptdarsteller Nadja Uhl und Aaron Altaras. Und Enjott Schneider erhielt den Deutschen Fernsehpreis 2007 der Sparte Musik.
Pitt Herrmann