Max Hansen

Darsteller, Drehbuch, Musik
Mannheim Kopenhagen, Dänemark

Biografie

Max Hansen wurde unter dem Namen Max Josef Haller am 22. Dezember 1897 in Mannheim als unehelicher Sohn der dänischen Schauspielerin Elly Benedicte Hansen geboren, die damals unter dem Namen Eva Haller am Mannheimer Apollo-Theater engagiert war. Erst viele Jahre später wurde die Identität des Vaters Josef Walder öffentlich, ein jüdischer Ungar und Kollege der Mutter.

Aufgrund der zahlreichen Gastspielreisen seiner Mutter wuchs er bei Pflegeeltern in München auf. Bereits in jungen Jahren erkannte man Hansens Gesangstalent: Er erhielt privaten Gesangsunterricht und absolvierte erste Auftritte am Münchner Cabaret Simplizissimus. Dort wurde er 1911 von dem Agenten Max Adam entdeckt, der ihn als "kleinen Caruso" herausbrachte und für eine Tournee durch ganz Europa verpflichtete. 

Während des Ersten Weltkriegs lebte Hansen im neutralen Dänemark, wo auch seine leibliche Mutter wohnte. Nach dem Krieg ging er 1919 nach Wien, wo er als Bänkelsänger ein weiteres Gesangstudium finanzierte. Er nannte sich nun Hansen, da er den Hinweis auf seine skandinavische Abstammung für günstig hielt, und schlug Kapital aus seiner kräftigen, modulationsfähigen Stimme, indem er mit komischen Couplets, Sketchen und Opernparodien in Kabaretts und Varietés auftrat. 

1923 wurde er am Wiener Ronacher-Varieté von Hubert Marischka entdeckt und für die Rolle des Zsupán in der Operette "Gräfin Mariza" ans Theater an der Wien geholt. Die enorm erfolgreiche Inszenierung wurde vom Berliner Metropol-Theater übernommen, wo Hansen bald zu einem Publikumsliebling avancierte. 

1924 gründete er zusammen mit Paul Morgan und Kurt Robitschek das "Kabarett der Komiker", ab 1925 übernahm er erste Stummfilmrollen. 1926 nahm Hansen zudem Schallplatten mit eigenen Schlagern auf, die durch ihren kabarettistischen und parodistischen Witz auffielen. In den nächsten Jahren stand er in vielfältigen Revuen und mit Kabarettprogrammen auf der Bühne. 

Max Reinhardt engagierte ihn für "Die schöne Helena", Erik Charell für "Die lustige Witwe". Hansens größter Bühnenerfolg war jedoch der gewitzte Kellner Leopold in "Im weißen Rößl" (1930) nach der Operette von Ralph Benatzky – eine Rolle, die er 1926 schon in Richard Oswalds Filmen "Im weißen Rössl" und "Als ich wiederkam" gespielt hatte. 

Nach einigen Kurztonfilmen, darunter "Jetzt geht's der Dolly gut", der auf seinem gleichnamigen Schlager basierte, gründete Hansen im Juni 1930 mit Paul Morgan und Carl Jöken die Trio-Film GmbH. Ihre erste und einzige Produktion, die Filmparodie "Das Kabinett des Dr. Larifari" (1930), knüpfte an die Exzentrik und Ästhetik der Stummfilmzeit an, war aber kein Publikumserfolg.

Hansens pfiffiges Jungsgesicht, sein Timing sowie seine einprägsame, leicht näselnde Stimme machten ihn zum idealen Tonfilmkomiker. Erich Engels im Hinterhofmilieu und unter Tagedieben spielender "Wer nimmt die Liebe ernst?" (1931) war ein erster künstlerischer Höhepunkt: Mit Otto Wallburg, Willi Schur und Jenny Jugo bildete Hansen darin ein Komödiant*innenquartett, das die Tramp-Poesie von Charlie Chaplin mit einem hintersinnigen Humor im Stil Karl Valentins kombinierte. 

Auch als Prinz in Carl Froelichs "Die – oder keine" (1932) bewies Hansen komödiantisches Format, nicht zuletzt in einer Szene, in der er seine Partnerin Gitta Alpar parodiert. Nach der Operettenverfilmung "Glückliche Reise" (1933) stand Hansen im Künstlertheater noch einmal in Berlin auf der Bühne, in der Uraufführung von Ralph Benatzkys "Bezauberndes Fräulein" – seine Partnerin, nicht nur auf der Bühne, war der spätere Ufa-Star Lizzi Waldmüller. "Ach, Luise!", ein Lied aus diesem Musical, war Hansens letzter Plattenerfolg in Deutschland, das inzwischen von den Nazis regiert wurde.

Im September 1933 kam es bei der Filmpremiere von "Das häßliche Mädchen", von dem jüdischen Duo Henry Kosterlitz und Felix Joachimson, zu einem von den Nazis inszenierten Eklat: Hauptdarsteller Hansen wurde wüst angepöbelt und mit Tomaten beworfen. Der Grund war jedoch weniger der kaum nachweisbare jüdische Hintergrund Hansens, sondern vielmehr sein ironisches Chanson "War'n Sie schon mal in mich verliebt?" von 1932, in dem er Adolf Hitler als homosexuell verspottet hatte.

Hansen zog umgehend nach Wien, wo Ralph Benatzky seinem Lieblingssänger die nächsten Operetten auf den Leib schrieb. Auf einer Reise nach Skandinavien entdeckte Hansen Zarah Leander, die er 1936 nach einer Absage Greta Garbos als seine Partnerin für Benatzkys "Axel an der Himmelstür" ans Theater an der Wien holte – was den Beginn ihrer steilen Karriere markierte. Ebenfalls 1936 dreht Hansen in Schweden die musikalische Theaterkomödie "Skeppsbrutne max" ("Schiffbruch-Maxe"), in deren deutscher Version noch einmal seine Ehefrau Lizzi Waldmüller seine Partnerin war. 

1938, noch vor dem "Anschluss" Österreichs an Nazi-Deutschland, siedelte Hansen nach Kopenhagen um. Dort heiratete er nach einer einvernehmlichen Scheidung von Waldmüller eine dänische Schauspielerin und eröffnete mit ihr im Glassaal des Tivoli ein eigenes Sommertheater. In den folgenden Jahren stand Hansen auch an Theatern in Oslo, Stockholm, Helsinki und in der Schweiz auf der Bühne. 

Während der deutschen Besatzung Dänemarks entging Hansen der Verfolgung, indem er sich durch ein gewagtes Rollenspiel einen Ariernachweis verschaffte: Er bezahlte den mittellosen schwedischen Baron Per Wilhelm Fredrik Schürer von Waldheim dafür, seinen Vater zu spielen: aus Angst vor Enttarnung gab er den Baron sogar im Freundes- und Familienkreis als seinen Vater aus. Hansens junge Kinder erfuhren erst nach dem Zweiten Weltkrieg die wahre Geschichte ihres Vaters und ihres vermeintlichen Großvaters.

Zwischen 1939 und 1951 drehte Max Hansen in Schweden musikalische Komödien, zu denen er unter dem Pseudonym "Sylvester" auch Lieder schrieb. Vor allem die Bühnenadaptionen "Trotte Teodor" ("Der müde Theodor", 1945) und "En förtjusande fröken" ("Bezauberndes Fräulein", 1946) und "Bröder Emellan" (1946), mit Hansen in einer Doppelrolle, waren große Erfolge. 

1951 kehrte er zunächst nach Deutschland zurück, wo er in Hamburg und Berlin erneut den Leopold in "Im weißen Rößl", gab. In Berlin trat er außerdem zusammen mit Oscar Karlweis in der musikalischen Komödie "Bei Kerzenlicht" auf. An seinen einstigen Ruhm konnte er im Nachkriegsdeutschland aber nicht mehr anknüpfen. 1953 kehrte Hansen nach Dänemark zurück und übernahm weiterhin Bühnenrollen. 

Nach einem Schlaganfall und einem Herzinfarkt gesundheitlich angeschlagen, starb Max Hansen am 13. November 1961 im Alter von nur 63 Jahren in Kopenhagen. Zwei seiner vier Kinder, Ann-Mari Max Hansen (*1949) und Max Hansen jr. (*1954) machten in Dänemark ebenfalls Schauspielkarriere.
 

FILMOGRAFIE

1933
  • Darsteller
1932
  • Darsteller
1931/1932
  • Darsteller
1930/1931
  • Darsteller
1930
  • Darsteller
1930
  • Darsteller
  • Drehbuch
  • Musik
  • Liedtexte
1929/1930
  • Darsteller
1926/1927
  • Darsteller
1927
  • Darsteller
1927
  • Darsteller
1926
  • Darsteller
1926
  • Darsteller
1926
  • Darsteller
1925
  • Darsteller