Die Häupter meiner Lieben

Deutschland 1998/1999 Spielfilm

Inhalt

Die attraktive Maja verlässt ihren langweiligen Ehemann, um zu ihrer besten Freundin Cora und deren wohlhabendem Mann in die Toskana zu ziehen. Gemeinsam mit der cleveren Haushälterin Anna schaffen sich die Frauen ein paradiesisches Zuhause – und die Männer, die ihnen ihr Idyll streitig machen wollen, werden kurzerhand aus dem Weg geräumt ...

 

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Heinz17herne
Heinz17herne
Ein rechter Sommerfilm, der, am 29. Juli 1999 in den Kinos gestartet, Lust auf den sonnigen Süden weckte: Maja, einst eine schüchterne Naive, die ihr Mauerblümchen-Dasein rasch ablegt, tourt als Reiseführerin durch die Landschaft der Toscana, die im Herbst in den schönsten Farben schwelgt. Rückblende, Maja daheim in Deutschland. Als sich ihre Mutter gerade von ihrem Vater, einem versoffenen Künstler, getrennt hat, erwartet Maja ein Kind. Sie ist von einem Italiener geschwängert worden, den sie beim Besuch ihrer besten Freundin, der verwöhnten und entsprechend verzogen Cora, die wohlhabend verheiratet in der Toscana lebt, eher zufällig kennen aber keineswegs lieben gelernt hat.

Was tun? Maja heiratet den erstbesten Bewerber, der ihr über den Weg läuft, um versorgt zu sein – samt Kind. Doch die Ehe scheitert von Anfang an und Maja ergreift die Flucht ins ländliche italienische Idyll. Wo sie nicht nur auf ihre künstlerisch ambitionierte Freundin Cora trifft, sondern auch auf deren italienische Haushälterin Anna – und die drei Frauen verstehen sich auf Anhieb prächtig. Besonders, wenn es darum geht, sich der zudringlichen Männer zu entledigen. Coras Gatte ist der erste, den es trifft, aber keineswegs der letzte...

„Die Häupter meiner Lieben“ ist eine schwarze Komödie, die Ingrid Noll als Plädoyer für die Selbstbestimmung der Frau angelegt hat, auch wenn diese über Leichen geht. Hans-Günther Bücking hat daraus einen Film der Sehnsucht nach einem besseren, entspannteren Leben im Land, wo die Zitronen blühen, also in „der“ Sehnsuchtslandschaft der Deutschen gemacht, zu dem er selbst hinter der Kamera die entsprechenden Bilder beigesteuert hat. Auch wenn sich das „Paradies“ in der Toscana nicht immer als ein solches entpuppt, zumal die weibliche Solidarität rasch dahin ist, wenn ein attraktiver junger Mann ins Spiel kommt, lässt es sich in Italien – zumal mit gefüllter Brieftasche – allemal besser leben als daheim in der spießbürgerlichen Enge der Armut.

Für diese Binsenweisheit hätte es jedoch nicht eines abendfüllenden Filmes bedurft, von dem neben dem Soundtack zwischen Gianna Nannini und Heike Makatsch („Fifty Ways to leave your Lover“) eigentlich nur eines bleibt: Betörend schöne Toscana-Ansichten eines Kameramannes („Todesspiel“, „Solo für Klarinette“), der mit „Die Häupter meiner Lieben“ sein Regiedebüt gegeben hat.

Dass die Männer allesamt schlecht wegkommen, von Helmut Berger über Michael Maertens bis hin zu Helmfried von Lüttichau, ist der gleichnamigen, sich als emanzipatorisch-feministisch gebenden Romanvorlage Ingrid Nolls geschuldet, die zumindest in Deutschland, 1993 bei Droemer-Knaur erschienenen und mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet, ein Bestseller wurde. Im übrigen nichts Neues beim sich jung gebenden deutschen Film. Dass aber so hemmungslos weibliche Rachegelüste im Gewand einer harmlosen Beziehungskomödie ausgelebt werden, erschreckt doch einigermaßen – jedenfalls den hier ohnehin in der Minderheit befindlichen männlichen Teil des Kinopublikums. Die Kriminalkomödie ist am 7. November 2001 in der ARD erstausgestrahlt worden.

Pitt Herrmann

Credits

Alle Credits

Dreharbeiten

    • 15.09.1998 - 05.11.1998: München, Toskana, Italien
Länge:
2357 m, 86 min
Format:
Super 35mm
Bild/Ton:
Eastmancolor, Dolby SR
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 18.06.1999, 82310, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Videoeinsatz: 15.02.2000

Titel

  • Originaltitel (DE) Die Häupter meiner Lieben

Fassungen

Original

Länge:
2357 m, 86 min
Format:
Super 35mm
Bild/Ton:
Eastmancolor, Dolby SR
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 18.06.1999, 82310, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Videoeinsatz: 15.02.2000