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Alle Fotos (7)Biografie
Francis Fulton-Smith wurde am 25. April 1966 in München als Sohn einer deutschen Mutter und eines britischen Vaters geboren; er wuchs als britischer Staatsbürger in München auf. Sein Filmdebüt gab er 1983 noch als Schüler, mit einer kleinen Rolle als Krankenpfleger in Christian Rischerts Midlife-Krisen-Drama "Wenn ich mich fürchte". Wie es zu dieser Besetzung kam, ist nicht bekannt.
Nach dem Abitur absolvierte Fulton-Smith von 1987 bis 1990 eine Schauspielausbildung an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule in München. Parallel dazu stand er ab 1988 an den Münchner Kammerspielen auf der Bühne. Nach seinem Abschluss folgten Engagements an der Württembergischen Landesbühne Esslingen (1990-1993), am Staatstheater Braunschweig (1993-1995) und am Deutschen Schauspielhaus Hamburg (1995/96).
Ab 1993 wirkte Francis Fulton-Smith vereinzelt auch in TV- und Kinoproduktionen mit. Im Kino hatte er in Franz Xaver Bogners preisgekröntem Heimatfilm "Madam Bäurin" (1993) eine Hauptrolle als Jungbauer, in Peter Wecks Komödie "Diebinnen" (1996) spielte er einen Kommissar.
Nach seinem Weggang vom Deutschen Schauspielhaus Hamburg im Jahr 1996 widmete er sich ganz dem Fernsehschauspiel. Zu seinen ersten Rollen dieser Zeit gehören der britische Geliebte einer Ehefrau aus prekären Verhältnissen (Maria Schrader) in Bernd Böhlichs beklemmender Milieustudie "Der Kindermord" (1997), der Sicherheitschef des Berliner Olympiastadions in Sigi Rothemunds Actionthriller "Das Finale" (1998) und ein reicher Bauer in Julian Pölslers modernem Heimatfilm "Der Schandfleck" (AT/DE 1999).
In erster Linie sah man Fulton-Smith gleichwohl in leichten Romanzen und anderen Unterhaltungsfilmen mit. Beispielhaft seien die Titel "Lauras Wunschzettel" (2005), "30 Karat Liebe" (2009), "Liebe und Tod auf Java" (2011) und die "Folge deinem Herzen"-Trilogie (2008-11) mit Christine Neubauer genannt. Als Ausnahme von der Regel spielte er zum Beispiel in Joseph Vilsmaiers Historiendrama "Die Gustloff" (2008) einen Korvettenkapitän.
Einem breiten Publikum wurde Francis Fulton-Smith allerdings durch die Titelrolle in der Serie "Familie Dr. Kleist" bekannt, die er zwischen 2005 und 2020 in 129 Folgen verkörperte. Parallel dazu übernahm er zahlreiche Gastrollen in Serien und Reihen wie "Wolffs Revier", "Das Traumschiff", "Rosamunde Pilcher" und "SOKO 5113" – um nur wenige Beispiele zu nennen. Weitere feste Serienhauptrollen hatte er als Titelfigur der Krimserie "Ihr Auftrag, Pater Castell" (2008-2010) und als Staranwalt in "Ein Fall von Liebe" (2009 und 2014-2016).
Dass Francis Fulton-Smith sich auch auf komplexe Charakterrollen versteht, bewies er mit seiner Verkörperung des bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß in Roland Suso Richters "Die Spiegel-Affäre" (2014). Für diese Rolle erhielt er viel Kritikerlob und mehrere Auszeichnungen, unter anderem den Deutschen Schauspielerpreis.
Mutmaßlich aufgrund dieser Leistung wurde Fulton-Smith in den nächsten Jahren häufiger in anspruchsvolleren TV-Produktionen besetzt: In dem Dokudrama "Der gute Göring" (2016) spielte er den NS-Kriegsverbrecher Hermann Göring, in Daniel Harrichs investigativem Spielfilm "Gift" (2017) einen Interpol-Präsidenten und in dem Dokudrama "Mata Hari – Tanz mit dem Tod" (2017) den französischen Spion Georges Ladoux. Das während der NS-Zeit angesiedelte Drama "Ein Dorf wehrt sich" (2019) zeigte ihn als widerständigen Bergwerksdirektor, die Culture-Clash-Komödie "Matze, Kebab und Sauerkraut" (2020) als Vater einer jüdischen Familie. In der Minisiere "Oktoberfest 1900" (2020) spielten er und Mišel Matičević rivalisierende Festwirte. Fürs Kino schlüpfte er in den bayerischen "Eberhofer"-Krimikomödien "Schweinskopf al dente" (2016) und "Grießnockerlaffäre" (2017) in die Rolle eines überkorrekten Polizeidirektors.
2016 nahm Fulton-Smith im Zuge des Brexit-Referendums neben der britischen auch die deutsche Staatsangehörigkeit an. Im Jahr darauf erschien sein Buch "Loving se Germans", in dem er auf humorvolle Weise beschreibt, wie er als Halbbrite den Unterschied zwischen Deutschen und Engländern erlebt. 2022 folgte das autobiographische Buch "Der dunkelste Moment ist der vor Sonnenaufgang".
Neben seinen zahlreichen Fernsehrollen kehrte Fulton-Smith gelegentlich auch auf die Bühne zurück. Unter anderem spielte er 2023 in Bad Hersfeld die Hauptrolle in "Der Club der toten Dichter" und 2025 bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg einen machthungrigen Saloonbesitzer in dem Stück "Halbblut". Ebenfalls 2025 debütierte Fulton-Smith mit der Band "Gentlemen Forever", der auch Dave Kaufmann und Erol Sander angehören.
Für das TV-Dokudrama "Nürnberg" (2025) verkörperte er erneut den NS-Verbrecher Hermann Göring, eine Kino-Nebenrolle hatte er als Wunderheiler in dem Historiendrama "Der Medicus 2" (2025).