Christian Rischert

Weitere Namen
Christian W. Rischert (Weiterer Name)
Darsteller, Regie, Drehbuch, Kamera, Schnitt, Produzent
München

Biografie

Christian Rischert wurde am 9. Dezember 1936 in München geboren; er selbst sagte später einmal, er gehöre zu einem Jahrgang, "der sozusagen im Luftschutzkeller groß geworden ist". Nach dem Schulabschluss begann er zunächst eine Schlosserlehre, die er jedoch abbrach. Stattdessen absolvierte er eine Lehre zum Industriekaufmann, fand aber auch diesen Beruf wenig reizvoll. Während einer weiteren Ausbildung zum Graphiker begann er erste eigene Trickfilme zu drehen.

1959, mit 23 Jahren, gründete Rischert in München die Produktionsfirma Arcis-Film, mit der er über die Jahre mehr als 300 Industrie-, Lehr- und Werbefilme realisierte, darunter einen Lehrfilm über die Entstehung eines Trickfilms: "Pamphylos - Der Mann mit dem Autotick" (1961). Daneben drehte Rischert mehrere Kurzfilme, die auf Festivals gezeigt wurden.

Sein Langfilmdebüt gab Christian Rischert 1967 mit dem Ehedrama "Kopfstand, Madam!", die Hauptrollen spielten Miriam Spoerri, Herbert Fleischmann und Heinz Bennent. Danach arbeitete er vor allem fürs Fernsehen, wo er Dokumentarfilme und Reportagen realisierte. 

So drehte er zwischen 1972 und 1982 zahlreiche Folgen für die Essens- und Reisedokumentationsreihe "à la carte" des Bayerischen Rundfunks. Neben kulinarischen Aspekten ging es in diesen Reportagen oft auch um die Unterschiede zwischen Stadt- und Landbewohnern sowie von Konsumenten und Erzeugern. So besuchte er für den Pilotfilm "La Bouffe" (1972) ein bäuerliches Festmahl in der Normandie und begleitete die Einkäufe und Vorbereitungen der Gastgeber*innen. Für "Der Trüffelsucher" (1972) begleitete er einen Wirt im Piemont auf der Suche nach den wertvollen Pilzen, die für die Einheimischen Alltagsgut und Handelsware sind, für die Touristen aus Mailand und Turin jedoch vor allem ein Luxuslebensmittel. 

Daneben drehte Rischert TV-Dokumentarfilme wie "Einzelhaft in Fuhlsbüttel" (1972), in dem er den schwierigen Alltag und die Bedingungen in der Haftanstalt Fuhlsbüttel dokumentierte, und "Das Kloster von Vedana" (1976) über ein Karthäuser-Kloster bei Beluno, Italien.

Erst 1974 konnte er mit "Der Tod des Fischers Marc Leblanc" erneut einen Film fürs Kino beginnen: eine dokumentarische Spurensuche nach den Beweggründen für den Selbstmord des Freundes, Ehemanns und Familienvaters Marc Leblanc, der als Fischer in der Normandie lebte. Die Uraufführung fand bei den Hofer Filmtagen 1976 statt.

Rischerts Dokumentarilm "Venedig – Die Insel der Glückseligen am Rande des Untergangs" (1978), bei dem Michael Ballhaus die Kamera führte, wurde mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz ausgezeichnet.

Ein großer Erfolg war 1979 der Spielfilm "Lena Rais", über den Ehealltag einer frustrierten Ehefrau und Mutter, die schließlich gegen ihren abgestumpften Ehemann aufbegehrt. Der Film, der wie schon "Kopfstand, Madam!" von weiblicher Emanzipation erzählt, erhielt sehr gute Kritiken und drei Bundesfilmpreise: als Bester Film, für die Beste Hauptdarstellerin (Krista Stadler) und den Besten Nebendarsteller (Nikolaus Paryla). Rischerts nächster Spielfilm "Wenn ich mich fürchte" (1984), über einen Mann in der Midlife-Krise, lief auf mehreren internationalen Festivals und brachte Hauptdarsteller Horst Buchholz einen Bundesfilmpreis in Silber ein.

Danach arbeitete Rischert wieder ausschließlich fürs Fernsehen, mit Dokumentarfilmen wie "Im Ozean der Sehnsucht" (1986), über König Ludwig II von Bayern, und der 16-teiligen Doku-Serie "Die Weinmacher" (1987-1990). 1994 wurde Rischert mit dem Filmpreis der Stadt Hof geehrt. Sein dokumentarisches Stadtporträt "Wiener Lust" erhielt 1995 einen Bayerischen Fernsehpreis.

Ein wiederkehrendes Thema von Rischerts Arbeiten war Italien, zum Beispiel in der Reportage "Lago di Garda – Eine Aussicht auf den See" (1996), der siebenteiligen Reihe "Italien - Land der Verheissung" (2002-2003) und "Il Diavolo - Mein venezianischer Freund" (2009), seinem fünften Film über Venedig: eine sehr persönliche Schilderung seiner Wiederbegegnung mit der Stadt und seinem alten Freund, dem Maler und Fischer Carlo "Il Diavolo" Memo. Der Film war zugleich Rischerts letztes Werk, bevor er sich in den Ruhestand zurückzog.

Christian Rischert war zunächst mit der Schauspielerin Franziska Bronnen verheiratet, dann jahrzehntelang mit Daniela Knott-Rischert. Er starb am 27. November 2025.

FILMOGRAFIE

2001/2002
  • Mitwirkung
  • Sprecher
  • Regie
  • Drehbuch
  • Kommentar
  • Herstellungsleitung
1996
  • Mitwirkung
  • Sprecher
  • Regie
  • Drehbuch
  • Kommentar
  • Interviews
  • Produzent
1994
  • Mitwirkung
  • Sprecher
  • Regie
  • Drehbuch
  • Kommentar
  • Interviews
  • Produzent
1989
  • Regie
  • Drehbuch
1986
  • Regie
  • Produzent
1984/1985
  • Regie
  • Drehbuch
  • Produzent
1983/1984
  • Regie
  • Drehbuch
  • Produzent
1981
  • Regie
  • Produzent
1979
  • Regie
  • Produzent
1974-1976
  • Mitwirkung
  • Regie
  • Produzent
1976
  • Regie
  • Drehbuch
  • Produzent
1975
  • Regie
1972
  • Regie
1971
  • Regie
  • Produzent
1971
  • Regie
  • Produzent
1969/1970
  • Regie
  • Drehbuch
1966/1967
  • Regie
  • Drehbuch
  • Produzent
1967
  • Regie
1966
  • Darsteller
1965
  • Regie
  • Drehbuch
  • Produzent
1965/1966
  • Produzent
1965
  • Regie
  • Drehbuch
1964
  • Regie
  • Drehbuch
  • Kamera
  • Schnitt
  • Produzent
1964
  • Regie
  • Kamera
  • Produzent
1963
  • Regie
  • Drehbuch
  • Produzent
1963
  • Regie
  • Drehbuch
  • Produzent
1962
  • Regie
  • Drehbuch
  • Produzent