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Nachdem der Torwart Ecki aus seiner Fußballmannschaft geworfen wurde, beschließt er, ein eigenes Kicker-Team auf die Beine zu stellen. Außerdem will Ecki, der erst kürzlich erkannt hat, dass er schwul ist, aller Welt beweisen, dass Schwule genauso gute Fußballer sind wie Heteros. Es gibt dabei nur ein Problem: Woher zehn gute Fußballer nehmen, die außerdem noch schwul sind?
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Zumal auch sein Vater Gerd, ein kreuzbraver und aufrecht-konservativer Bäckermeister, sich nicht damit anfreunden kann, dass sein Sprössling plötzlich nicht mehr auf Frauen steht, während sich Eckis Mutter Renate tapfer auf die Seite ihres Sohnes stellt. Jetzt muss er nur noch zehn Mitspieler finden. Nichts leichter als das in einer Fußballmetropole wie Dortmund – oder? Jedenfalls zieht Ecki hinaus in die weite Welt, um mit Hilfe seiner großen Schwester Susanne zunächst rund um den Borsigplatz und dann in der Schwulenszene der Hellweg-Stadt zehn Mitstreiter zu finden.
Weil Ecki mit seinem unschuldig-naiven Auftreten schon bald Erfolg hat, muss nun auch ein Trainer für den hoffnungslosen Haufen von Individualisten gesucht werden. Das Amt übernimmt ein verkrachter Ex-Fußballer und saufender Obermacho (Paraderolle für Rolf Zacher), der die schlaffen Jungs, darunter „Leder“-Rudolf als schwuler, liebevoller Vater eines kleinen Sohnes, und Klinik-Frauenschwarm Sven, Eckis erste große (Männer-) Liebe, binnen kürzester Zeit auf Vordermann bringt. Und solchermaßen auch das Herz „seiner“ Dortmunder Wirtin Elke im Sturm erobert.
Das Experiment gelingt: Der kleine münsterländische Dorf-Aschenplatz verwandelt sich vor ausverkaufter Kulisse in ein südländisch-temperamentvolles „Stadion“ und die Helden behalten so glücklich wie verdient auf dem Platz die Oberhand...
Eine Frau dreht, so zumindest das Versprechen der Verleihfirma Buena Vista International, „die ultimative Komödie über Fußball, Schwule und Ruhrpott“, und das „locker, liebevoll und richtig komisch“. Ursprünglich sollte die Komödie „Lattenknaller“ heißen, der geplante Titel roch dann aber doch zu sehr nach dem koproduzierenden Sender RTL. So konnte ein wesentlich besserer gefunden werden.
Nach sämtlich eher „weiblichen“, aber stets sehr erfolgreichen Filmsujets wie „Leise Schatten“ (1991), „Frauen sind was wunderbares“ (1992), „Irren ist männlich“ (1996) und „Widows“ (1997) musste es mit Sherry Hormann wohl eine weibliche Regisseurin sein, die zusammen mit dem Drehbuchautor-Debutanten Benedikt Gollhard das Thema Fußball bei aller Komik und (Selbst-) Ironie ganz ernst nimmt. Sie erzählt, kongenial unterstützt von Kameramann Hanno Lentz und dem rockigen Soundtrack von Martin Todsharow, mit erstaunlich leichter Hand einen regelrechten Münsterland-Western mit zeitweise schrillem Ruhrpott-Einschlag. Mit dabei in kleinen, feinen Rollen auch zwei Ruhrpott-Urgesteine: Willi Thomczyk gibt den Dorfkneipenwirt Heinz, der auch als „Stadionsprecher“ sein bestes gibt, und sein „Camper“-Kollege Nicholas Bodeux überzeugt in einer der vielen auf den Punkt inszenierten Nebengeschichten als hoffnungslos überforderter Vater in spe: Seine hochschwangere Gattin rastet aus, als der Fahrstuhl der Entbindungsstation stecken bleibt.
Pitt Herrmann