Briefträger Müller

BR Deutschland 1953 Spielfilm

Inhalt

Ein Brief der reichen Erbtante aus Italien bringt die kleine heile Welt des Briefträgers Titus Müller durcheinander. Mit Frau und Kindern beginnt er von einem Leben als reicher Erbe zu träumen. Als die Tante stirbt, erbt Briefträger Müller ihre Hündin, über deren Geld er, solange diese lebt, frei verfügen kann. Das Schloß der Tante wird neu eingerichtet, sofort bezogen und eine französische Gouvernante eingestellt. Aufgestiegen zum vielbeschäftigten Firmen- und Fabrikverwalter und einer fragwürdigen Partei zugehörig, verbringt Titus Müller nun kaum noch Zeit mit seiner Familie. Als er schließlich erkennt, daß sein Leben in eine falsche Richtung läuft, ist es bereits zu spät: Seine Frau ist mit den Kindern ausgezogen. Als dann noch die Hündin stirbt, bleibt Müller völlig verarmt zurück. Eine wohltätige Aktion aus der Vergangenheit scheint seinem Schicksal eine positive Wende zu geben.

 

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Falk Schwarz
Veitstanz am Bodensee
Eine aberwitzige Handlung („Hund erbt Riesenvermögen“), eine banale Moral („Geld macht auch nicht glücklich“) und eine persönliche Tragödie - mitten in den Dreharbeiten verstarb der deutsch-amerikanische Regisseur John Reinhardt an einem Herzschlag. Heinz Rühmann übernahm und stellte den Film fertig. Wen wundert‘s, dass bei dieser Gemengelage nichts weiter als (Film-)Konfektion entstanden ist. Keine Logik der Handlung, flaue Dialoge („Ich bin ja kein Mensch, ich bin ein Briefträger“), eine farblich und bildnerisch ehrgeizlose Fotografie, ein Hauptdarsteller, der viel mehr kann als ihm hier abverlangt wird. Seine (Film-)Frau nennt er “mein kleines Kaninchen“ und sonst wird er von Attacken von Veitstanz heimgesucht, spielt ständig den taumelnd Betrunkenen und wankt durch die Dekorationen, ohne Lacher dafür zu ernten. Schließlich mimt er den Generaldirektor, der nun wirklich nichts, aber auch gar nichts mehr mit einem kleinen Briefträger zu tun hat, der sich vor Hunden füchtet. Rühmanns Wandlungsfähigkeit braucht eben einen Käutner! Dazu eine angeklebte Liebesgeschichte um die Tochter, die so lieblos besetzt ist und so läppisch erzählt wird, dass jeder sofort weiss, dass es dem Film gar nicht ernst damit ist. Rühmann kaspert sich entlang des Handlungsfadens und wenn Harald Paulsen als pokerfaciger Butler und guter Geist nicht wäre, einem würden Worte einfallen wie platt, flach und trivial. Bis dann endlich der Schlüsselsatz fällt: „Man muss immer auf das Gute sehen“. Dagegen wäre ja lebensphilosophisch garnichts einzuwenden, wenn dahinter nicht das Credo des Produzenten Kurt Ulrich steckte, der Mann mit dem „Wohnküchengemüt“ (Der Spiegel), der Friede, Freude, Tralala zum Programm erhob (zumindest in der ersten Hälfte der 50er Jahre). Seien wir gerecht: der Beginn ist nett, Briefträger Müller bei seinen Runden durch Meersburg zuzuschauen. Der Film sei „betulich“, so schrieb die Kritik. Vielleicht sollte man „vertan“ hinzufügen.

Credits

Alle Credits

Dreharbeiten

    • Atelier Berlin-Tempelhof, Bodensee Meersburg, Berlin-Grunewald
Länge:
2631 m, 96 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
Agfacolor, Ton
Aufführung:

Uraufführung (DE): 01.10.1953, Stuttgart, Universum

Titel

  • Originaltitel (DE) Briefträger Müller

Fassungen

Original

Länge:
2631 m, 96 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
Agfacolor, Ton
Aufführung:

Uraufführung (DE): 01.10.1953, Stuttgart, Universum

Prüffassung

Länge:
2804 m, 102 min
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 25.09.1953, 06676, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei