Nadja Uhl
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Nadja Uhl, geboren am 23. Mai 1972 in Stralsund, studiert von 1990 bis 1994 Schauspiel an der Hochschule "Felix Mendelssohn-Bartholdy" in Leipzig. Bereits während ihres Studiums gibt sie ihr Kinodebüt mit einer kleinen Nebenrolle in "Der grüne Heinrich" (1993). Nach Abschluss ihres Studiums erhält sie ein Engagement am Potsdamer Hans-Otto-Theater, wo sie in einer Reihe von Klassiker-Inszenierungen wie "Faust" oder "Was ihr wollt" zu sehen ist. Nach dem Ende ihres Engagements 1995 wendet Uhl sich als freie Schauspielerin vor allem Film- und Fernsehprojekten zu. Zunächst ist sie vorwiegend in Fernsehfilmen wie Peter Patzaks Thriller "Ein mörderisches Erbe" (1998) oder "Mein ist die Rache" (1998) an der Seite von Ulrich Noethen zu sehen.
Der große Durchbruch gelingt ihr im Jahr 2000 als stille Rebellin in Volker Schlöndorffs Terroristen-Drama "Die Stille nach dem Schuss". Die Rolle bringt Uhl auf der Berlinale 2000 einen Silbernen Bären als Beste Darstellerin ein und ebnet den Weg für weitere hochkarätige Kinorollen – wobei der Typ der unkonventionellen, gleichermaßen rebellischen und sensiblen Frau eine Art Spezialgebiet von ihr wird. So ist sie in Gregor Schnitzlers hoch gelobtem Drama "Was tun, wenn"s brennt" (2001) als ehemalige Hausbesetzerin zu sehen, gibt in dem Thriller "Lautlos" (2004) eine junge Frau, die sich in einen Profikiller (Joachim Król) verliebt und in Andreas Dresens Kinohit "Sommer vorm Balkon" eine schlagfertige Berlinerin auf der Suche nach Liebe. Mit einer Hauptrolle in Doris Dörries preisgekröntem Melodram "Kirschblüten" (2008) ist Nadja Uhl nach "Die Stille nach dem Schuss" abermals im Wettbewerb der Berlinale zu sehen.
In einer grundverschiedenen Rolle sieht man sie, ebenfalls 2008, in Uli Edels umstrittenem RAF-Drama "Der Baader Meinhof Komplex". Darin spielt Uhl die Terroristin Brigitte Mohnhaupt. Nur wenige Monate später gibt sie dann gewissermaßen den Gegenpart zu der Mohnhaupt-Verkörperung: In dem Fernsehfilm "Mogadischu", über die 1977 von Terroristen entführte Lufthansa-Maschine Landshut, spielt Uhl die Stewardess Gabriele Dillmann.
2009 ist Nadja Uhl ebenfalls in zwei erfolgreichen, von der Kritik gelobten Kinofilmen zu sehen. In dem Drama "So glücklich war ich noch nie" versucht sie, einen seelisch labilen Hochstapler (Devid Striesow) vor einem Rückfall in seine kriminellen Verhaltensmuster zu bewahren; in der Komödie "Männerherzen" verdreht sie als sympathische Kassiererin Christian Ulmen den Kopf. Für diese Rolle wird Uhl 2010 für den Deutschen Filmpreis nominiert.



