Regie, Drehbuch
Caserta, Italien Rom, Italien

Biografie

Nunzio Malasomma, geboren am 4. Februar 1894 in Caserta, Italien, arbeitete zunächst als Journalist und gründete 1920 gemeinsam mit dem späteren Produzenten Luciano Doria die Film- und Theaterzeitschrift "Fortunio". Im gleichen Jahr schrieb er sein erstes Drehbuch, zu dem Film "La casa di vetro" (Regie: Gennaro Righelli). Nach weiteren Autorenaufträgen führte Malasomma ab 1923 auch Regie, teilweise nach eigenen Drehbüchern. Als Folge des Putsches in Italien und der Machtergreifung Mussolinis im Jahr 1923 ging er nach Deutschland. Dort arbeitete er mit anderen italienischen Exilanten wie Mario Bonnard, Guido Brignone und Gennaro Righelli zusammen. So schrieb er allein 1924 die Drehbücher zu Righellis Filmen "Steuerlos" (1924) mit Heinrich George, "Die Puppenkönigin" mit Righellis Ehefrau Maria Jacobini, und "Orient" (1924) mit Jacobini und Harry Liedtke in den Hauptrollen.

Ebenfalls 1924 inszenierte Malasomma seinen ersten eigenen Film: "Mister Radio", in dem neben dem italienischen Stummfilmstar Luciano Albertini und Evi Eva auch Hans Albers in einer frühen Nebenrolle mitwirkte. Mit Luciano Albertini drehte Malasomma noch "Der König und das kleine Mädchen" (1925) und "Eine Minute vor Zwölf" (1925). Bei "Jagd auf Menschen" (1926) arbeitete er mit dem italienischen Stummfilmstar Carlo Aldini zusammen; auch in diesem Film hatte Hans Albers eine Nebenrolle. Weitere Zusammenarbeiten von Malasomma und Aldini waren "Einer gegen alle. Die Sensationen eines Millionärs ohne Geld" (1927) und "Der Mann ohne Kopf" (1927).

Nicht zuletzt wegen seiner Erfahrung als Sensations- und Actionregisseur schien Malasomma prädestiniert als Regisseur bei dem Hochgebirgsdrama "Der Kampf ums Matterhorn" (1928; zusammen mit seinem Landsmann Mario Bonnard). Das Drehbuch stammte von dem Bergfilmspezialist Arnold Fanck, die Hauptrolle des italienischen Bergführers Jean-Antoine Carrel übernahm Luis Trenker. In Zusammenarbeit mit Bonnard und Trenker entstanden zwei weitere Bergfilme: "Der Ruf des Nordens" (1929), bei dem Malasomma für Regie und Drehbuch verantwortlich zeichnete, während Bonnard die Künstlerische Oberleitung übernahm; und "Der Sohn der weißen Berge" (1930), mit Bonnard als Regisseur und Malasomma als Autor.

Nach der Einführung des Tonfilms kehrte Nunzio Malasomma nach Italien zurück. Zunächst drehte er einige italienische Filme, ab 1934 arbeitete er wechselweise für italienische und deutsche Produktionsfirmen. Bei dem Luis Trenker-Abenteuer "Polarstürme" (1934) führte er gemeinsam mit Johannes Häussler Regie. Auf Grund des nachlassenden Publikumsinteresses an Bergfilmen verlegte Malasomma sich in der zweiten Hälfte der dreißiger Jahre auf prominent besetzte Liebesmelodramen: "Die un-erhörte Frau" (1936) mit Fita Benkhoff, "Rote Orchideen" (1938) mit Olga Tschechowa, "Die Nacht der Entscheidung" (1938) und "Die fromme Lüge" (1938) mit Pola Negri, sowie "Die Frau ohne Vergangenheit" (1939) und "Vom Schicksal verweht" (1942) mit Sybille Schmitz in der Hauptrolle. Malasommas letzter Film in Deutschland vor Kriegsende war "Vom Schicksal verweht" (1942) mit Sybille Schmitz und (in einer Nebenrolle) dem prominenten afro-deutschen Schauspieler Louis Brody. Der Film, eine in der Karibik spielende Mischung aus Liebes- und Abenteuerfilm, sollte nach dem Aufführungsverbot für amerikanische Produktionen das Bedürfnis des deutschen Publikums nach "Hollywoodstoffen" befriedigen.

Noch vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs ging Malasomma zurück nach Italien. Bis 1951 realisierte er dort Komödien, Abenteuerfilme und Dramen, teils nach eigenen Drehbüchern. Doch die Abstände zwischen seinen Filme wurden größer. Nach dem Liebesdrama "Quattro rose rosse" von 1951 dauerte es sieben Jahre bis zu der Gesellschaftskomödie "Adorabili e bugiarde" (IT 1958). Seine letzten beiden Regiearbeiten waren der der Sandalenfilm "Die Sklaven Roms" (IT/ES/DE 1961) mit Gino Cervi und Fernando Rey und der Italowestern "Quindici forche per un assassino" ("Die schmutzigen Dreizehn, IT 1967).

Am 12. Januar 1974 starb Nunzio Malasomma in Rom.

FILMOGRAFIE

1960/1961
  • Regie
1941/1942
  • Regie
1941/1942
  • Regie
  • Drehbuch
1934
  • Regie
  • Drehbuch
1930/1931
  • Drehbuch
1930/1931
  • Drehbuch
1929
  • Regie
  • Drehbuch
1928
  • Regie
  • Drehbuch
1924
  • Drehbuch
1924
  • Drehbuch
1924
  • Regie
  • Drehbuch
1923/1924
  • Drehbuch