Weitere Namen
Ingrid Stengert (Weiterer Name) Ingrid Anita Stengert (Geburtsname)
Darstellerin
Berlin

Biografie

Ingrid Steeger wurde am 1. April 1947 als Ingrid Anita Stengert in Berlin geboren. Die Tochter einer Kaufmannsfamilie besuchte zunächst die Berliner Handelsschule in Berlin und arbeitete anschließend als Sekretärin in einem Architekturbüro. Ihr eigentlicher Karriereweg begann, als der Fotograf Frank Quade sie 1966 entdeckte und zum Modell teils frivoler Fotos machte. Im gleichen Jahr spielte sie ihre erste, kleine Filmrolle als Partygirl in Pierre Gaspard-Huits Society-Studie "Karriere". 1968 nahm sie den Künstlernamen Steeger an und wurde am Rande der Berlinale in einem Club zur "Miss Filmfestival" gekürt.

Nach kleinen Auftritten zum Beispiel in dem Edgar-Wallace-Krimi "Der Gorilla von Soho" (1968) kam Steeger zwischen 1970 und 1974 vor allem durch freizügige Rollen in teils komödiantischen Softsex-Filmen zu größerer Bekanntheit. Beispielhaft seien hier "Der lüsterne Türke" (1970), "Die goldene Banane von Bad Porno" (1971), "Hochzeitsnacht-Report" (1972) und "Schulmädchen-Report. 5. Teil: Was Eltern wirklich wissen sollten" (1973) genannt. Rund 20 Jahre später betonte sie in der Zeitschrift Emma, wie sehr sie diese Filme verabscheue: "Ich finde es eklig, dass da jemand an meinen Busen fasst und dass ich das für Geld getan habe – ich habe mich damals ja verkauft."

Der große Durchbruch gelang Ingrid Steeger 1973 mit der Comedy-Fernsehserie Klimbim, in der auf der Bühne gespielte Sketche, humoristische Einspielfilme und Episoden aus dem absurden Leben der Klimbim-Familie gezeigt wurden, zu der neben Steeger als schriller Tochter mit Zahnlücke noch Elisabeth Volkmann als Mutter, Horst Jüssen als Stiefvater, Wichart von Roëll als Opa und – in wechselnden Rollen – Peer Augustinski gehörten. Zudem absolvierten zahlreiche nationale und internationale Stars Gastauftritte. Die teils frivole Serie erlangte Kultstatus und war bis zu ihrer Einstellung 1979 überaus populär. Bis heute ist der Name Ingrid Steeger fest mit "Klimbim" verbunden.

Auf der Kinoleinwand sah man sie 1974 an der Seite von Klaus Schwarzkopf, Roberto Blanco und Thomas Fritsch in einer Neuverfilmung von "Drei Männer im Schnee". 1975 ließ sie sich als Nacktmodell für den "Playboy" fotografieren (damals eine Art Ritterschlag für Stars) und veröffentlichte das Musikalbum "Ingrid Steeger singt Klimbim". Als Werbegesicht für die Süßigkeit "Rolo" und den Duft "Old Spice" stand sie für den damals noch weitgehend unbekannten Fotografen Peter Lindbergh vor der Kamera.

Vor allem aber wirkte Steeger dank ihrer schlagartigen Berühmtheit ab 1975 in einigen Fernsehproduktionen mit. Zusammen mit Iris Berben hatte sie eine Hauptrolle in der Serie "Zwei himmlische Töchter" (1978), einem Ableger von "Klimbim". Sie spielte die Titelrolle in der Miniserie "Susi" (1980-81) und übernahm Gastrollen in unterschiedlichsten Serien, darunter "Derrick" (1975, 1987), Die Krimistunde (1985) und "Justitias kleine Fische" (1989). Gelegentlich war sie auch im Kino zu sehen, so etwa mit Franco Nero in Peter Fratzschers Liebeskomödie "André schafft sie alle" (1985). Kritikerlob erhielt sie für ihre tragende Rolle in Dieter Wedels preisgekröntem Fernseh-Vierteiler "Der große Bellheim" (1992), als Kaufhaus-Verkäuferin, die den Sprung in die Selbständigkeit wagt (von 1988 bis 1992 waren Steeger und Wedel ein Paar).

Trotzdem konnte Steeger in all den Jahren nicht mehr an den Erfolg der "Klimbim"-Ära anknüpfen. Man sah sie weiterhin in Einzelfolgen von Serien wie "Großstadtrevier" (1996), "Rosamunde Pilcher" (1996). "Ein Fall für zwei" (1999) und "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" (2002). Von 1999 bis 2002 hatte sie in der Arztserie "Freunde fürs Leben" eine durchgehende Nebenrolle. 2003 erschien ihr Buch "Meine MANNschaft.", indem sie ihre schwierigen Männerbeziehungen thematisierte, darunter jene zu Dieter Wedel und Bernd Seebacher.

Ein Erfolg gelang Steeger 2004, als die chaotische "Klimbim"-Familie in Originalbesetzung unter dem Titel "Die Klimbim-Familie lebt!" ein Comeback auf der Theaterbühne feierte. Bedingt durch den Tod von Elisabeth Volkmann im Jahr 2006 wurden die Aufführungen des Stücks jedoch eingestellt. Ihren letzten Auftritt vor der Kamera hatte sie als provinzielle Society-Gattin in Peter Thorwarths Ruhrpottkomödie "Goldene Zeiten" (2006).

Da in den folgenden Jahren Engagements weitgehend ausblieben, war Ingrid Steeger zwischenzeitlich auf Arbeitslosengeld II angewiesen – eine Erfahrung, über die sie auch offensiv berichtete, zum Beispiel als Gast in Talkshows. Im Februar 2011 feierte sie am Privattheater Komödie Kassel ein Bühnencomeback in dem Stück "Jackpot", als Ehefrau eines Hartz-IV-Empfängers, dessen Lottogewinn so manche Turbulenz nach sich zieht. Erneut in Kassel spielte sie im Mai 2012 eine Hauptrolle in "Gatte gegrillt". Zusammen mit Peer Augustinski ging sie ab 2012 mit dem Programm "Herzgeschichten – Erotisches und heiter Besinnliches von Goethe bis Marilyn Monroe" auf Lese-Tour. Im September 2013 veröffentlichte sie ihre Autobiografie "Und find es wunderbar. Mein Leben".

Weitere erfolgreiche Auftritte hatte sie am Kölner Theater am Dom (2012/13), der Frankfurter 'Komödie' (2013), dem Düsseldorfer Theater an der Kö (2013) und dem Essener Theater im Rathaus, wo sie jeweils in dem Stück "Der Kurschattenmann" auf der Bühne stand. Im Sommer 2019 spielte Steeger bei den Bad Hersfelder Festspielen das Fräulein Montag in der Bühnenversion von Franz Kafkas "Der Prozess". Anfang 2020 erlitt Ingrid Steeger einen Herzstillstand, von dem sie sich jedoch bald erholte. Im September 2020 sollte sie bei den Potsdamer Festspielen im "Jedermann" auftreten, aber wegen der Corona-Pandemie kam es dazu nicht.

FILMOGRAFIE

2004/2005
  • Darsteller
1999/2000
  • Darsteller
1996
  • Darsteller
1994
  • Darsteller
1991/1992
  • Darsteller
1989
  • Darsteller
1986/1987
  • Darsteller
1984/1985
  • Darsteller
1978/1979
  • Darsteller
1978
  • Darsteller
1976
  • Darsteller
1973/1974
  • Darsteller
1973
  • Darsteller
1972/1973
  • Darsteller
1972/1973
  • Darsteller
1972
  • Darsteller
1971/1972
  • Darsteller
1971
  • Darsteller
1970
  • Darsteller
1968
  • Darsteller
1968
  • Darsteller