Alles wegen Robert De Niro

Deutschland 1996 TV-Film

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Heinz17herne
Heinz17herne
Lothar Alzheim (Paraderolle für Götz Alsmann) ist ein Loser. Tagsüber arbeitet er als Kassierer in einem Barmbeker Supermarkt, nachts spielt er als Pianist seiner bisher nur wenig erfolgsverwöhnten Band (Markus Paßlick, Ludwig Goetz, Rudi Marhold und Michael Müller) in Manni’s Swing Club, einem der eher unbedeutenden Clubs der Hansestadt Hamburg. Dabei träumt er ständig vom Durchbruch – musikalisch gesehen.

Doch dafür steht er sich wohl vor allem selbst im Weg mit seiner Kompromisslosigkeit. Lothar ist nicht bereit, seine Generalkompetenz als Komponist, Texter, Bandleader, Pianist und sogar auch noch Sänger in Frage zu stellen noch gar aufzugeben. Die Jungs von der Lothar-Alzheim-Band haben jedoch die Nase voll von seiner Egozentrik und wollen endlich groß herauskommen – allein schon deshalb, um sich nicht ständig nur von Schmuggelware aus Lothars Supermarkt ernähren zu müssen.

Eine Sängerin muss her – das ist Konsens mit Ausnahme von Lothar. Dabei muss die Suche nach einer attraktiven Frontfrau gar nicht in unerreichbare Fernen ausgeweitet werden, denn das Gute liegt so nah. Besser: Es steht, und zwar hinter der Fleischtheke in exakt dem Discounter, wo Lothar an der Kasse sitzt. Mechthild Specht (noch so 'ne Paraderolle: Angelika Milster) ist nun zwar nicht unbedingt das, was „Mann“ einen Blickfang nennen und sich als Objekt seiner Begierde in schlaflosen Nächten erträumen würde.

Aber bei ihr holt Lothar jeden Mittag seine „Brotzeit“ ab. Und ist gar nicht abgeneigt, auch das Abendessen bei Mechthild in Empfang zu nehmen, daheim in ihrer zugeplüschten Zwei-Zimmer-Wohnung zwischen Topfpflanzen. Was den Grundstein legt für einen steilen Aufstieg der Gruppe, die bald nicht nur Mannis Swing-Club zum Kochen bringt...

„Alles wegen Robert de Niro“, der Filmtitel bezieht sich auf eine der zahlreichen Leidenschaften Mechthild Spechts, zu denen neben Kartoffelchips und ihrem Grundschulklassenkameraden Lothar auch der Film „New York, New York“ gehört, ist nicht gerade das, was die „Wilde Herzen“-Reihe der ARD ausmachen sollte – wild.

Dafür ist der letzte Streifen der fünften Staffel aber umso herzlicher, was an den beiden phantastischen Hauptdarstellern liegt, die die eher hausbackene, überraschungslose Story befeuern – und zwar musikalisch. Was den ansonsten beschäftigungslosen Kameramann Heinz Hölscher wenigstens etwas auf Touren bringt in den Konzertszenen. Die Musik stammt übrigens von Klaus Doldinger und Götz Alsmann („You're the top“).

Pitt Herrmann

Credits

Alle Credits

Titel

  • Originaltitel (DE) Alles wegen Robert De Niro

Fassungen

Original

Länge:
90 min
Bild/Ton:
Farbe, Ton
Aufführung:

Uraufführung (DE): 04.12.1996, ARD