Harte Jungs

Deutschland 1999/2000 Spielfilm

Summary

Ants in The Pants
This charming comedy begins with the teenager Florian, who wakes up one morning and makes the unmistakable acquaintance of him, that small difference that distinguishes him from the other sex and that has hardly been noticed ... until now!

Hiding quietly tucked in his trousers for these many years he has suddenly awakened to report shamelessly on the events in Flo′s life, making himself heard in the most impossible of situations. Florian stumbles into mischief with the help of his new friend, including matters of the heart with a certain pretty girl ...

Source: German films Service & Marketing GmbH

 

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Heinz17herne
Heinz17herne
In seinem 1971 erschienenen Roman „Io e lui“ schildert der italienische Schriftsteller Alberto Moravia auf humorvolle, wenn auch auf 380 Seiten bisweilen umständliche Weise das Leben eines 35-jährigen neurotischen Drehbuchautors, der mit seinem „besten Stück“ hadert, mit dem er in der dritten Person spricht. „Er“ verselbständigt sich, spricht zu ihm und bringt den Protagonisten in absurde Situationen notabene sexueller Nöte. Der Münchner List-Verlag brachte den Roman in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Ich und Er“ im Januar 1988 heraus.

Was den Münchner Produzenten Bernd Eichinger sogleich zu einer Leinwand-Adaption bewegte: Nach einem Drehbuch Warren D. Leights drehte Doris Dörre in New York die Geschichte eines unscheinbaren Angestellten in einem Architekturbüro, welche die Neue Constantin am 15. September 1988 unter dem Titel „Ich und Er“ in die Kinos brachte und 1991 zunächst bei Premiere streamen ließ, bevor Sat 1 am 13. März 1999 die Free-TV-Premiere ausstrahlen konnte.

Es können keine künstlerischen, sondern nur kommerzielle Gründe gewesen sein, die Bernd Eichinger gut zehn Jahre später zu einer weiteren Adaption des Moravia-Romans durch Granz Henman veranlassten mit seiner nun nur noch Constantin Film genannten Münchner Produktionsfirma, diesmal in Kooperation mit Seven Pictures im Münchner Vorort Unterföhring.

Der nur Flo genannte Florian ist Fünfzehn und staunt über seinen erregten Penis, als er am frühen Morgen aufwacht und sich für die Schule fertigmachen muss. Kein Beinbruch, sollte man meinen, das passiert Gleichaltrigen ebenso, doch für Flo bricht eine bisher recht beschauliche Welt zusammen. Denn mit Mädchen konnte er nicht viel anfangen. Nun aber, schlagartig, sieht er die Welt mit anderen Augen. Plötzlich ist seine Tante Zelda, die ihm beim Frühstück gegenübersitzt, so nackt wie die Mathe-Lehrerin Matthys später in der Schule, sodass er ihrem Unterricht kaum noch folgen kann.

Und die miniberockten, bauchnabelfreien Klassenkameradinnen, die er sonst keines Blickes gewürdigt hat, gehen ihm plötzlich mächtig auf die Nerven bzw. auf sein „bestes Stück“, für den seine antiautoritären Eltern, die ihren Sprössling merkwürdig verändert finden, nur komisch verniedlichende Bezeichnungen finden und mit dem Flo nunmehr einen (inneren) Dialog beginnt. Während Flos Kumpel „Red Bull“ Tipps gibt, wie er sich am besten an Leonie, das von allen umschwärmte blonde Gift, auf dem Schulhof, heranmachen kann, obwohl ihr Beschützer, der psychopathische Kai sicherlich was dagegen hat, vergisst Flo glatt, dass eigentlich Lisa seine beste Freundin gewesen ist – bisher jedenfalls. Im Schülertheater wird derweil ausgerechnet William Shakespeares romantisches Liebesstück „Romeo und Julia“ naturgemäß höchst pannenreich eingeübt...

Wer Marc Rothemunds Film „Sophie Scholl“ gesehen hat, kommt schwerlich auf die Idee, diesen Regisseur mit Filmchen wie „Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit“ (1998) oder gar „Harte Jungs“ in Verbindung zu bringen, in dem die adoleszenten Pennäler ständig an Sex denken, aber hochgradig verklemmt „Playboy“-Hefte auf der Schultoilette tauschen. Bernd Eichingers Constantin-Film behauptet frech, „Harte Jungs“ sei die deutsche Antwort auf „Amerikan Pie“. Doch lustig geht es in diesem schwül-klamottigen Schülerfilm nun wirklich nicht zu, es sei denn, man lässt das Geblödel eines Didi Hallervorden als Maßstab gelten.

„Harte Jungs“ wurde am 5. September 2002 von Pro Sieben als Free-TV-Premiere ausgestrahlt. Er fand im gleichen Jahr mit „Knallharte Jungs“ eine nun vom bisherigen Drehbuchautor Granz Henman verfilmte Fortsetzung, der auch 2023 mit der Netflix-Produktion „Hammerharte Jungs“ einen dritten Film folgen ließ.

Pitt Herrmann

Credits

All Credits

Shoot

    • 19.07.1999 - 14.09.1999: Augsburg
Duration:
2276 m, 83 min
Format:
35mm, 1:1,85
Video/Audio:
Eastmancolor, Dolby SRD
Censorship/Age rating:

FSK-Prüfung (DE): 13.03.2000, 84394 [2. FSK-Prüfung]

Screening:

Kinostart (DE): 30.03.2000

Titles

  • Originaltitel (DE) Harte Jungs
  • Arbeitstitel Nur wir zwei

Versions

Original

Duration:
2276 m, 83 min
Format:
35mm, 1:1,85
Video/Audio:
Eastmancolor, Dolby SRD
Censorship/Age rating:

FSK-Prüfung (DE): 13.03.2000, 84394 [2. FSK-Prüfung]

Screening:

Kinostart (DE): 30.03.2000

Digitalisierte Fassung

Duration:
84 min
Format:
DCP, 1:1,85
Video/Audio:
Farbe, Dolby 5.1