Wenn der Vater mit dem Sohne

BR Deutschland 1955 Spielfilm

Inhalt

Teddy Lemke, ein ehemaliger Musikclown, kümmert sich selbstlos und liebevoll um den kleinen Ulli, der denkt, dass Teddy sein Vater ist. Dabei hat ihn seine Mutter vor Jahren alleine zurückgelassen, als sie nach Amerika ging; und Teddy hat sein eigenes Kind früh verloren. Dem kleinen Jungen gelingt es auf seine liebenswerte Art, dass Teddy wieder anfängt in seinem Beruf zu arbeiten. Schließlich ist es sogar soweit, dass beide mit einer Nummer in einem Zirkus auftreten können. Da erreicht sie die Nachricht, dass Ullis Mutter mit ihrem neuen Ehemann aus den Staaten gekommen ist, um ihn zurückzufordern. Daraufhin packt Teddy alles zusammen und flieht mit seinem Ziehsohn in die Schweiz. Doch bald bemerkt Teddy schweren Herzens, dass auch Ullis Mutter ein Anrecht auf ihren Sohn hat – und ihm bleibt zumindest die wiedergewonnene Lebensfreude.

 

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Falk Schwarz
Happyend ohne Sonnenschein
Achtung: Tränendrüse! Teddy Lemke (Heinz Rühmann) und sein Ziehsohn Ulli (der kesse 6jährige Oliver Grimm) sind ein Herz und eine Seele. So intensiv, dass eine Mutter garnicht zu fehlen scheint. Sie findet Erwähnung, aber nur in vagen Äußerungen: sie sei verreist, wird der Kleine abgespeist. Dabei hat sie in Wirklichkeit ihr Kind zurückgelassen. Dann ist da noch die Tante Biermann (etwas blass: Fita Benkhoff). Eine Idylle zu dritt, die einen lieben spaßigen Papa vortäuscht wie er nur in Märchen vorkommt. Doch eines Tages taucht die schicke Mutter (erstaunlich kühl: Waltraut Haas) auf und aus ist‘s mit der Papaharmonie. Ulli zu Teddy beim Abschied: „Du weinst ja“. Teddy: „Nein, nur meine Augen schwitzen“. So gerät auch der Zuschauer in‘s „Schwitzen“. Wie es wohl dem braven Regisseur Hans Quest ergangen ist? Es scheint so, als hätte er bei dieser Rühmann-Show eher assistiert als korrigierend eingegriffen. Rühmann spielt wieder den Berufs-Clown und erstickt seinen Kummer unter dem Lachen der Zuschauer. Motto: „Das schönste Geschenk, das man Menschen machen kann: sie zum Lachen bringen.“ Natürlich hat Rühmann herzergreifende Momente, zeigt seinen Kummer und seine Traurigkeit auf anrührende Art und Weise. Aber der Eindruck will sich nicht legen, dass hier eine Story um einen Hauptdarsteller herum geschrieben ist, verbunden mit einer Besichtigungsfahrt der Schweizer Seen. Die filmischen Drücker jedoch kommen zustande, weil alle wissen: der arme kleine Junge muss jetzt zu seiner kühlen Mutter, wo doch das Leben mit dem fremden „Vater“ so toll gewesen ist. Dem Produzenten Kurt Ulrich, dessen ganze Liebe den positiven Filmschlüssen galt, sei ein Kompliment nachgeschickt: es wird zwar am Ende die Ordnung wiederhergestellt - Mutter zu Kind - aber die Tränen gelten dem Papi. Kein fröhlicher Schluss. War Ulrich in der Realität angekommen?

Credits

Regie

Kamera

Schnitt

Musik

Darsteller

Produktionsfirma

Alle Credits

Dreharbeiten

    • Arca-Ateliers, Berlin-Pichelsberg, Berlin-Wedding, Baden-Baden, Luzern, Zürich, Locarno, Lugano, Ascona
Länge:
2732 m, 100 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
Eastmancolor, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 25.07.1955, 10294, ab 6 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 11.08.1955, Köln, Ufa-Palast

Titel

  • Originaltitel (DE) Wenn der Vater mit dem Sohne

Fassungen

Original

Länge:
2732 m, 100 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
Eastmancolor, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 25.07.1955, 10294, ab 6 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 11.08.1955, Köln, Ufa-Palast

Auszeichnungen

FBW 1955
  • Prädikat: wertvoll