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Mordprozeß Dr. Jordan

BR Deutschland 1949 Spielfilm

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Falk Schwarz
"Schuster, bleib' bei Deinem Leisten"
- so kommentiert Heinz Rühmann in seinen Lebenserinnerungen sein Kapitel „Produzent“. Er hatte die Comedia Film gegründet und war mit den Filmen, die dort entstanden, in eine grotesk anmutende Pleite geraten, die ihn viele Jahre lang bettelarm machte. Dieser Krimi war ein weiterer Sargnagel. Erich Engels, der Regisseur, bekannt für Krimis und Lustspiele, inszenierte diesen Fall „nach der Wirklichkeit“ erneut. Wir erleben, wie Dr. Jordan (der wenig ausdrucksstarke Rudolf Fernau) sich einen Bart ankleben lässt, wir hören einen Schuss in einem Park und sehen die arme Frau Leborius (Margarethe Haagen) tot zusammensinken. Wer hat geschossen? Es stellt sich dann bei der Gerichtsverhandlung, die immer wieder durch Rückblenden unterbrochen wird, heraus, dass dieser Dr. Jordan ein Pleitier war, der fremdes Geld verspekulierte, sich in seine Schwägerin verliebte und diese Liebe meinte, nicht leben zu können. Er lügt, er betrügt, er raspelt Süßholz und der Zuschauer fragt sich beständig - ist er nun der Mörder oder tun wir ihm Unrecht? Doch Interesse und Mitgefühl erregt Rudolf Fernau nicht. Die Spannung, die unter diesem Film hätte liegen können, wird nicht entwickelt. Selbst einem Top-Kameramann wie Werner Krien gelingt es nicht, die schwarz-weiß Dramaturgie dicht zu gestalten. Der Zuschauer fühlt sich zu Recht düpiert, wenn sich ganz am Schluss herausstellt, dass der ach so unschuldige Jordan in Wahrheit der kaltblütige Mörder seiner Schwiegermutter war, weil sie ihm im Wege war. Die Rechtfertigung für diese Tat? Er habe seine Schwägerin so innig geliebt. Wer liebt, tötet eher nicht. Und wie sollte eine Liebe Bestand haben, wenn sie auf einem Mord basiert? Dass Fernau ausser grau zu schauen auch noch der große Liebende sein soll, das ist hier nicht dargestellt. Daran krankt der Film. Fernau ist einfach eine Fehlbesetzung. Den Film wollte niemand sehen. Damals nicht und heute nicht - als gebrauchte DVD lässt er sich für 99 Cent erwerben.

Credits

Regie

Kamera

Schnitt

Darsteller

Alle Credits

Regie

Kamera

Schnitt

Darsteller

Herstellungsleitung

Produktionsleitung

Aufnahmeleitung

Länge:
2461 m, 90 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 12.10.1949, 00250, ab 16 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Erstaufführung (DE): 05.01.1950, Berlin/West

Titel

  • Originaltitel (DE) Mordprozeß Dr. Jordan

Fassungen

Original

Länge:
2461 m, 90 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 12.10.1949, 00250, ab 16 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Erstaufführung (DE): 05.01.1950, Berlin/West