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Maigret und sein größter Fall

Österreich Italien Frankreich 1966 Spielfilm

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Falk Schwarz
Schlimmer geht nimmer
Maigret - das ist Jean Gabin oder Jean Richard, vielleicht auch Rupert Davies, aber ganz sicher nicht Heinz Rühmann. Die beiden Freunde Herbert Reinecker (Drehbuch) und Alfred Weidenmann (Regie) wollen uns weismachen, dass eine Pfeife im Mundwinkel (jeder sieht sofort: Rühmann ist kein Pfeifenraucher) schon einen klugen Kommissar ausmacht. Pustekuchen. Ein Bild wird gestohlen, Maigret weiss sofort, wohin die Spur führt - nach Lausanne. Da treten dann allerlei Schauspieler auf, mal deutsch, mal französisch, der Genfer See spielt mit und eine Kaschemme, in der des Abends der zweite Mord passiert (der erste war der Wachmann im Museum). Es stellt sich heraus, dass allerlei zwielichtige Gestalten in den Plot verstrickt sind und als schließlich Maigret mit seinem „brillanten“ Verstand den Mörder dingfest macht, da bleibt nichts zurück. „Ach der war‘s“ - kein Charakter ist dargestellt, keine Entwicklung, das Milieu beliebig. Was aber diesen Film so penetrant macht, ist die Art, wie zwei deutsche Filmer die kluge und abwartende Art des Maigret des Georges Simenon umdeuten in eine autoritäre Haltung des Kommissars, der nichts mitteilt, niemanden an seinen Gedankengängen teilhaben lässt, seine Mitarbeiter wie dumme Jungs behandelt und im Alleingang alle Konflikte löst, alle Pläne aufdeckt und auch die Zuschauer aussen vor lässt. Rühmann war schlecht beraten, sich auf diesen Spuk einzulassen. Alle haben offenbar schon während der Fertigstellung daran gearbeitet, diesen Film noch vor der Premiere dem allgemeinen Vergessen zu überantworten. Es ist erstaunlich, dass die „Alten“ des fünfziger Jahre Filmgeschäfts in den sechziger Jahren - bevor sie zum Fernsehen abwanderten - nur noch Trash hervorbrachten. Maigret als Figur überlebte diesen Film. Nur nicht in der Person von Heinz Rühmann. Er spielte nie wieder den allwissenden Kommissar. Weidenmann und Reinecker jedoch entdeckten für sich (und leider auch für uns) das Krimigenre als ihres Pudels Kern.

Credits

Schnitt

Darsteller

Produzent

Alle Credits

Länge:
2525 m, 92 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
Kodacolor
Aufführung:

Uraufführung (DE): 24.11.1966, Frankfurt/Main;
Erstaufführung (FR): 26.06.1968, Paris

Titel

  • Originaltitel (AT) Maigret und sein größter Fall
  • Originaltitel (IT) Il caso difficile del commissario Maigret
  • Originaltitel (FR) Maigret fait mouche

Fassungen

Original

Länge:
2525 m, 92 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
Kodacolor
Aufführung:

Uraufführung (DE): 24.11.1966, Frankfurt/Main;
Erstaufführung (FR): 26.06.1968, Paris

Verleihfassung

Länge:
2535 m, 93 min
Prüfung/Zensur:

Prüfung (IT): 30.06.1967, v.c. 49436

Aufführung:

Erstaufführung (IT): 28.07.1967

Länge:
2450 m, 89 min