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In jenen Tagen

Deutschland (West) 1946/1947 Episodenfilm

Inhalt

Zwei Arbeiter schlachten unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs ein altes Auto aus. Sieben Requisiten, die sie in oder an dem Wagen finden, führen zu sieben Geschichten zurück, die dieses Auto seit Beginn der NS-Diktatur "miterleben" musste und nun erzählt. Da ist ein Datum in die Windschutzscheibe geritzt – der 30.Januar 1933, der Tag von Hitlers Machtergreifung; ein Kamm führt zurück zu einem verfemten Komponisten; eine vergessene Hutklammer stellt die Verbindung her zum Schicksal zweier Menschen in einer so genannten "Mischehe"; ein illegal Tätiger verschwindet plötzlich; die Erinnerung an den 20. Juli 1944 wird wach; dann bahnt sich der Wagen seinen Weg durch den Winter an der Ostfront, und endlich ist er wieder daheim – gerade zur rechten Zeit, um auch das düstere Ende mitzuerleben.

 

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Falk Schwarz
Sieben Mal Schicksal
„Nichts zu rauchen, nichts zu trinken, nichts zu essen, keine Kohlen, kein richtiger Beruf, keine Wohnung, kein Geld, keine Nachricht von Susanne, keine Zukunft, keine Illusionen, keine, keine, keine...“ - „Keine Menschen“. Karl und Willi bringen auf den Punkt, wie es den Menschen im Winter 1946/47 ging. Um sie herum nur Trümmer, Zerschlagenes, Eingefallenes, Ruinen, Trost- und Hoffnungslosigkeit. Wie es dazu kam? Das Auto, das sie gerade ausschlachten, erzählt seine Geschichte, die am 30.3.1933 begann, dem Tag der Machtergreifung. Dabei ist es der Trick Käutners, dass der Wagen nur eine sehr begrenzte Perspektive hat: vieles erzählt er nicht, weil er es nicht weiss und der Zuschauer muss es sich selbst zusammenreimen. Käutner lässt die Fantasie der Zuschauer mitspielen. Stärkste Episode ist die Geschichte des Ehepaares Bienert, einer Mischehe, in der Frau Bienert (Ida Ehre) ihrem Mann anbietet, sich scheiden zu lassen, damit er sein Geschäft weiterführen kann. Er weigert sich und als sie die Reichskristallnacht hautnah im Auto erleben, beschliessen sie, nicht mehr zu leben. - Wieder ist es Igor Oberberg, der mit seiner Kamera intensive Schattenwelten beschwört. Die Ausleuchtung, die Kadrierungen, gleichzeitig realistisch und poetisch, sind seine Kunst. In einer Sequenz wird der total aus den Fugen geratene innere Zustand von Dorothea (Erica Balqué) optisch umgesetzt - mit übereinander kopierten Bildern in wilder Folge. - Innerer und äußerer Realismus: wie erbärmlich mager die Schauspieler sind, wie sie frieren in diesem schrecklichen Winter, wie hungrig sie gewesen sein müssen! Das ist kein Zeitspiegel, das ist auch ein Dokument. In diesem Film werden Schicksale in sieben Episoden erzählt. Dennoch bleibt zum Schluss die Erkenntnis: „Ihre Menschlichkeit war stärker als die Zeit“. Wahrlich beeindruckend.

Credits

Kamera

Schnitt

Darsteller

Produzent

Alle Credits

Regie-Assistenz

Kamera

Kamera-Assistenz

2. Kamera

Maske

Schnitt

Darsteller

Sprecher

Produzent

Produktionsleitung

Dreharbeiten

    • Juni 1946 - März 1947: Hamburg und Umgebung, Hitzack; Behelfs-Atelier in Hamburg
Länge:
3035 m, 111 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

Alliierte Militärzensur (DE): Juni 1947, ab 16 Jahre / Feiertagsverbot

Aufführung:

Uraufführung (DE): 13.06.1947, Hamburg, Waterloo;
TV-Erstsendung: 09.06.1955, ARD

Titel

  • Originaltitel (DE) In jenen Tagen

Fassungen

Original

Länge:
3035 m, 111 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

Alliierte Militärzensur (DE): Juni 1947, ab 16 Jahre / Feiertagsverbot

Aufführung:

Uraufführung (DE): 13.06.1947, Hamburg, Waterloo;
TV-Erstsendung: 09.06.1955, ARD

Prüffassung

Länge:
2389 m, 87 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 26.04.1960, B 312, ab 16 Jahre / nicht feiertagsfrei

Länge:
2812 m, 103 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 30.01.1995, 72649, ohne Altersbeschränkung / feiertagsfrei [2. FSK-Prüfung]

Auszeichnungen

FBW 1960
  • Prädikat: besonders wertvoll
IFF Locarno 1947
  • Preis