Hunde, wollt Ihr ewig leben

BR Deutschland 1958/1959 Spielfilm

Inhalt

Der junge, nationalsozialistisch geprägte Oberleutnant Wisse wird im Herbst 1942 als Verbindungsoffizier nach Stalingrad versetzt. Die deutschen Truppen haben zwar unter großen Verlusten die Stadt erobert, werden aber bereits von der Roten Armee eingekesselt.

 

Viele der einfachen Soldaten haben erkannt, dass sie dem Gegner nahezu chancenlos ausgeliefert sind. Doch aufgrund der Befehle von ganz oben glauben die meisten Offiziere unter General Paulus immer noch an einen Sieg. Als sich die Lage dramatisch zuspitzt, erkennt Wisse die Sinnlosigkeit dieses Krieges und wendet sich mehr und mehr von der Nazi-Ideologie ab. In eisiger Kälte, fast ohne Munition und Verpflegung kämpft er an der Seite der Sechsten Armee ums Überleben ...
Geschichtsklitterung um die Schlacht von Stalingrad, die den Zug der deutschen Überlebenden in die sowjetische Kriegsgefangenschaft zeigt.

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Falk Schwarz
Kotau vor dem Führer
Es scheint nachgerade so, als hätte die deutsche Filmwirtschaft auf einen Regisseur wie Frank Wysbar gewartet. Als er 1956 aus den USA zurückkam, erfahren im Geschäft, voller Zorn über dieses Deutschland, das sich seiner Vergangenheit nicht stellen wollte, da drehte er in einer Serie von Erfolgen „Haie und kleine Fische“, „Nasser Asphalt“ und schließlich „Hunde, wollt ihr ewig leben“ in einem Stil, der in den Fünfzigern von kaum jemandem so konsequent beherrscht wurde (Staudte?) - keine Konzession an den „Publikumsgeschmack“, starke zeitbezogene Themen, weg von der Heuchelei und Verdrängung der Deutschen. Das waren die Mainstreamkinogänger nicht gewöhnt. Und trotzdem blieben diese Filme nicht nur künstlerische Erfolge. Die mutige Aufarbeitung der Katastrophe von Stalingrad, in der die 6. Armee aufgerieben wurde und von 320.000 Mann schließlich nicht mehr als 8000 aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrten. Die Sinnlosigkeit dieser Kesselschlacht, der Kotau vor den unsinnigen Befehlen des Führers, die Katastrophe. Dabei konnte Wysbar über eine großartige Besetzung verfügen: Wilhelm Borchert als Generalfeldmarschall Paulus verkörpert diesen militärischen (Un-) Geist wie kein anderer, wenn er die hoffnunglose Lage sieht, aber nicht anders „kann“, als die Befehle aus Berlin zu akzeptieren. Diese Figur ist so eindrucksvoll gespielt, dass sie den ganzen Film trägt. Das Wochenschaumaterial ist übergangslos und geschickt eingefügt in die Spielhandlung. Da stört dann auch nicht, dass die Soldaten eher in ihrem täglichen Einerlei so reden und schauspielern, als hätte der Film 08/15 Pate gestanden. Kameramann Helmut Ashley gelingen intensive Bilder - wie die helle Deckenlampe durch die Erschütterungen der Einschläge hin und her pendelt und die Gesichter der Männer in wechselndes Hell und Dunkel taucht. Einer jedoch sei besonders genannt: der Architekt Walter Haag, dem es gelingt, auf dem Ateliergelände in Göttingen das umkämpfte und zerstörte Stalingrad so nachzubauen, dass der harte Realismus des Films sich noch einmal steigert. Ein beeindruckender, lange nachwirkender Film.

Credits

Regie

Schnitt

Darsteller

Alle Credits

Regie

Regie-Assistenz

Kameraführung

Kamera-Assistenz

Kunstmaler

Außenrequisite

Innenrequisite

Kostüme

Garderobe

Schnitt

Schnitt-Assistenz

Darsteller

Herstellungsleitung

Länge:
2670 m, 98 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 26.03.1959, 19396, ab 12 Jahre / feiertagsfrei;
FSK-Prüfung (DE): 10.01.1977 [3. FSK-Prüfung]

Aufführung:

Uraufführung / Kinostart (DE): 07.04.1959, Hannover, Palast-Theater

Titel

  • Originaltitel (DE) Hunde, wollt Ihr ewig leben

Fassungen

Original

Länge:
2670 m, 98 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 26.03.1959, 19396, ab 12 Jahre / feiertagsfrei;
FSK-Prüfung (DE): 10.01.1977 [3. FSK-Prüfung]

Aufführung:

Uraufführung / Kinostart (DE): 07.04.1959, Hannover, Palast-Theater

Auszeichnungen

Deutscher Filmpreis 1959
  • Filmband in Gold, Zweitbester abendfüllender Spielfilm
  • Filmband in Silber, Beste Filmarchitektur
  • Filmband in Silber, Beste Regie