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Gold

Deutschland 1933/1934 Spielfilm

Filme der NS-Zeit sind im Kontext der staatlich beeinflussten Produktion und Rezeption zu sehen. Mehr erfahren »

Inhalt

Im optimistischen Glauben an die Wissenschaft um ihrer selbst Willen – denn eine wirtschaftliche Nutzung schließen sie von vornherein aus – versuchen die Forscher Achenbach und Holk durch Atomzertrümmerung bei fünf Millionen Volt den alten alchimistischen Traum von der Verwandlung von Blei in Gold wahr werden zu lassen. Ein Sabotageakt lässt jedoch ihr Labor in die Luft fliegen und tötet Achenbach – was die Presse als Resultat reinen Leichtsinns und wissenschaftlicher Traumtänzerei abtut. Holk will Rache an den Drahtziehern nehmen und außerdem Achenbachs Namen durch erfolgreiche Beendigung der Experimente reinwaschen.

 

Entsprechend widerstandslos lässt er sich in ein Arbeitsverhältnis mit dem schottischen Bleimogul Wills zwingen, der sich natürlich brennend für die Metalltransformation interessiert und dessen eigener unterirdischer Laborkomplex so sehr der Achenbach′schen Apparatur ähnelt, dass Holk den Übeltäter gefunden zu haben glaubt. Nur kurzzeitig erliegt er den Avancen von Wills Tochter Florence und dem Reiz unbegrenzter Forschungsmittel. Am Ende zerstört er sein Werk – nicht obwohl, sondern weil es erfolgreich war – und schützt so die Welt vor der Machtgier des Kapitalisten, der in den spektakulär inszenierten Todeszuckungen der Goldmaschine selbst ums Leben kommt.

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Falk Schwarz
Aufruhr unter dem Atlantik
Zwischen "Gold" und "James Bond jagt Dr No" - dem ersten Bond - liegen 29 Jahre! Und doch hat dieser Film aus der Frühzeit des Tonfilms bereits alles, was dann später in Farbe und Breitwand kopiert wurde. Eine irre Maschine (Architekt Otto Hunte zitiert seine Bauten aus "Metropolis"), ein abenteuerlich mutiger Ingenieur (Hans Albers), eine verführerische Frau (Brigitte Helm), ein durchaus böser Drahtzieher. Tief unter dem Atlantik hat dieser Wills eine irre Maschine konstruiert, mit deren Hilfe Albers das Blei in Gold verwandeln soll. Die Vision ist grotesk und angsteinflössend, wenn Albers im weißen Kittel zwischen den Schaltern, Hebeln und Knöpfen virtuos agiert. Schließlich hat er durch Atomzertrümmerung doch Gold hergestellt! Die Kamera von Günther Rittau findet immer wieder neue Perspektiven, die das Gigantische und Wagemutige dieses Experiments verstärken. Regisseur Karl Hartl gelang es, die divergierenden Talente seiner Mannschaft so zu einen, dass der Zuschauer heute fasziniert davor steht: Bond gab es schon 1933. Nur hieß er anders. Dabei hält Hartl bei allem Aufwand die Filmlogik penibel ein, sodass jedes Bild, jedes Detail nicht für sich steht, sondern den Gesamteindruck verstärkt. Was für ein fabelhaftes Dokument früher deutscher Filmkunst! Alleine die Tricks und Überblendungen im Blitzgewitter des Zusammenbruchs in der letzten Sequenz sind atemberaubend modern. Man weiß gar nicht, wieviel Hüte man vor diesem Film ziehen soll.

Credits

Alle Credits

Dreharbeiten

    • Yacht ,,Savaronna'', Ostsee bei Kiel und Rügen
Länge:
3297 m, 120 min
Format:
35mm, 1:1.33
Bild/Ton:
s/w
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 26.03.1934, B.36046, Jugendfrei ab 14 Jahre

Aufführung:

Uraufführung (DE): 29.03.1934, Berlin, Ufa-Palast am Zoo

Titel

  • Originaltitel (DE) Gold

Fassungen

Original

Länge:
3297 m, 120 min
Format:
35mm, 1:1.33
Bild/Ton:
s/w
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 26.03.1934, B.36046, Jugendfrei ab 14 Jahre

Aufführung:

Uraufführung (DE): 29.03.1934, Berlin, Ufa-Palast am Zoo

Prüffassung

Länge:
3272 m, 119 min
Format:
35mm, 1:1.33
Bild/Ton:
s/w
Prüfung/Zensur:

Doppelprüfung (DE): 19.01.1940, B.53166, Jugendfrei ab 14 Jahre

Länge:
3227 m, 118 min
Format:
35mm, 1:1.33
Bild/Ton:
s/w
Prüfung/Zensur:

Doppelprüfung (DE): 29.12.1937, B.47169, Jugendfrei ab 14 Jahre