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In der zweiten Fortsetzung der erfolgreichen Kinderfilmreihe "Die wilden Kerle" trennen sich zunächst die Wege der gewitzten Fußballmannschaft. Dann aber müssen die "wilden Kerle" aus ihrem "Vorruhestand" ins Stadion zurückkehren, um ihre wohl schwerste Herausforderung zu bestehen – ein Duell gegen eine Truppe überaus starker Fußballerinnen mit dem Namen "Die biestigen Biester".
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Das verkraftet noch nicht ’mal der wildeste Kerl. Und so gehen Leon, Vanessa, Raban, Marlon, Joschka, Maxi, Markus und Juli von nun an getrennte Wege. Doch so einfach, wie sie sich das vorgestellt haben, können sich „die legendärsten Spieler der Dimension 8“ nicht in ihre Frühpension verabschieden. Sie haben ihre Rechnung nämlich ohne eine ganz besonders giftige Spezies gemacht – Mädchen, die auch Fußball spielen, und das gar nicht schlecht.
Denn die „Biestigen Biester“ werden von Leons einst bestem Freund, Fabi, angeführt und haben bisher alle anderen Teams besiegt. Jetzt wollen sie durch einen Sieg über die Wilden Kerle den Titel der wildesten Fußballmannschaft der Welt erobern. Und das, obwohl die Kerle so langsam erwachsen werden: Ausgerechnet in einem trüben Tümpel kommen sich Vanessa und Leon näher.
Der kleine Kobold Nerv ist Motor der Neugründung: Er glaubt noch an die Zukunft der Wilden Kerle und feilt an den unmöglichsten Orten an seiner stärksten Waffe, dem gefürchteten Seitfallzieher-Schuss. Nervs unerschütterlicher Optimismus und seine geradezu akrobatische Ballsicherheit lässt die Wilden Kerle zu alter Form zurückfinden. Die jedoch, um sich mit den Biestigen Biestern überhaupt messen zu können, nicht weniger als 180 Kilometer auf ihren Bikes zurücklegen müssen, verfolgt von Maxis auf den zweiten Blick gar nicht so herzlosem Vater samt einem ganzen Tross düster dreinblickender Bodyguards aus seiner Bank sowie Nervs besorgter Mutter. Aber auch die sich so locker und sexy gebenden Biester um Lissi, Lara Moon, Sara , Yvette, Aisha, Kissi, Fli Fla und Anna haben noch einige giftige Pfeile im Köcher...
Im etwas erwachseneren dritten Teil des Fußball-Kinderspaßes lässt Erfolgsautor Joachim Masannek seine Wilden Kerle erste Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht machen. Dabei hat er allerdings, sehr zur Verwunderung, aber auch zur Begeisterung der keinesfalls nur männlichen Fans, Fantasy-Elemente eingebaut – vom futuristischen Outfit der Mädels über bizarre Wundermaschinen, die vom Erfinder Hadschi Ben Hadschi stammen und an frühe James Bond-Filme erinnern, bis hin zu phantastisch-märchenhaften Szenen beim (Hallen-) Kick in der Natternhöhle.
Joachim Masannek gehörte mit nunmehr 13 Bänden und drei von ihm selbst geschriebenen, gedrehten und mitproduzierten Verfilmungen zu den erfolgreichsten Kinderbuch-Autoren der Republik. Mögen auch Jungen seine eifrigsten Leser sein, in die Kinos kommen auch Mädchen mit wachsender Begeisterung. „Wilde Kerle 3“ mit dem Untertitel „Attacke der Biestigen Biester“ war mit überragendem Erfolg im Kino gestartet, was die Kritik seinerzeit kaum zur Kenntnis genommen hat – und wenn, dann hagelte es regelrechte Verrisse. Zu dümmlich die Dialoge, zu viel Gewalt, kurz: die Schmutz- und Schund-Debatte der 1950er und 1960er Jahre feierte fröhliche Urständ’. Das kann ich nicht nachvollziehen: Joachim Masannek schreibt über den Alltag von heute in der Sprache der Kids von heute, lässt auch ’mal Fünfe gerade sein und vor allem alle Political Correctness konsequent hinter sich.
Pitt Herrmann