Die Stimme des Anderen

BR Deutschland 1951/1952 Spielfilm

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Falk Schwarz
Der Mord war gar kein Mord
Da sitzen sie beisammen: Textdichter Braun (Ernst Schröder), Regisseur Lüders (Carl-Heinz Schroth - in der Darstellerübersicht des filmportal vergessen), Komponist Michel (Michel Auclair) und die Frauen Elisa und Betty (Hanna Rucker und Gisela Trowe). Sie alle sind involviert in die neue Revue am Theater, sie alle sind komplett abgebrannt (das Thema in den früher Fünfzigern), warten händeringend darauf, dass der große Komponist Apel endlich mit dem letzten Akt dieser Show herausrückt, damit sie an ihr Honorar kommen, da kriegen sie die Nachricht: Apel ist tot. Das bedeutet das finanzielle Aus für alle. Wer kann es gewesen sein?Jetzt beginnt die Suche nach dem Mörder. Wer hätte ein Motiv? Und diese Suche zieht sich durch den Film wie ein überstark gespanntes Gummiband. Regisseur Erich Engel (Affäre Blum) kann das zähe Geschehen nicht beschleunigen, weil eine zu frühe Lösung dem Film die Beine weggeschlagen hätte. Michel Auclair kriegt kaum die Zähne auseinander (obwohl man ahnt: er ist der Gute), Gisela Trowe redet leichtfertig daher, denkt mit der Zunge, Hanna Rucker als Elisa ist zart, fraulich, voller Herz und wird nur herumgestoßen. Warum hat sie Apel in der Mordnacht besucht und warum erzählt sie der Polizei nichts davon? Nur einer spielt hier die anderen an die Wand: der glänzende Ernst Schröder. Er ist mal aufbrausend, mal geknickt, mal wütend und dann wieder pussycat-artig sanft, spielt mit ganzem Einsatz und lenkt durch sein Spiel die Zuschauer auf die falsche Fährte. - Die Architekten Kirchhoff und Becker, die Baumeister der Hamburger Real-Film, sorgen für ein zeitgenössisches Dekor: Nierentische, Paneele, häßlich bezogene Sessel, eine spießige Couch - nichts lässt auf einen künstlerischen Willen schließen. Wie denn auch? Der Krieg war ja erst sieben Jahre vorbei. Kameramann Ekkehard Kyrath versagt sich alle Experimente mit dem Licht, filmt ab, was sich ergibt, und verzichtet darauf, dass wir auf die Kameraarbeit aufmerksam werden. Zum Schluss stellt sich heraus, dass der abgehalfterte Komponist sich selber umgebracht hat - ein Thema, das auch in "Herz ohne Gnade" ein paar Jahre später wieder aufgenommen wird. Flankiert sind die Hauptdarsteller von der üblichen Real-Film-Hamburg-Komparserie: Joseph Offenbach, Willy Maertens, Carl Voscherau, Günther Jerschke. Da weiß man, wo man ist. Warum zwei Titel für einen Film? Ein Tonband spielt eine Rolle bei der Aufklärung. Auf diesem Band ist die "Stimme des Anderen" zu hören. Die "tausend" Laternen allerdings leuchten garnicht.

Credits

Regie

Musik

Darsteller

Produktionsfirma

Alle Credits

Regie

Regie-Assistenz

Drehbuch-Mitarbeit

Kamera-Assistenz

Kostüme

Choreografie

Musik

Gesang

Darsteller

Produktionsfirma

Herstellungsleitung

Aufnahmeleitung

Produktions-Assistenz

Länge:
2571 m, 94 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 19.02.1952, 03897, ab 16 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 10.04.1952, Hamburg, Barke

Titel

  • Originaltitel (DE) Die Stimme des Anderen
  • Verleihtitel Unter den tausend Laternen
  • Arbeitstitel Die Stimme
  • Arbeitstitel Die Stimme des Mörders

Fassungen

Original

Länge:
2571 m, 94 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 19.02.1952, 03897, ab 16 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 10.04.1952, Hamburg, Barke