Die Beine von Dolores

BR Deutschland 1957 Spielfilm

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Falk Schwarz
Hacken, Ferse, eins, zwei drei
„Das machen nur die Beine von Dolores, daß die Senores nicht schlafen gehn“, heißt der Titelsong. Und so ist es. Die Beine von Dolores (Germaine Damar) sind wirklich sehenswert, wie überhaupt die ganze Person aussergewöhnlich hübsch ist, ein bißchen kokett, mit einem frischen Blick und einer unkomplizierten Art. Tanzen kann sie, singen ebenfalls, schauspielern „wie eine Porzellanvase“ (Cziffra). Kurt Ulrich, der Produzent, gab den Film ins Hamburger Atelier, weil dort ein eingespieltes Revue-Team die Cziffra-träume realisierte: Dieter Bartels als Architekt, Robby Gay als Choreograph, Georg Bruckbauer an seiner mitswingenden Revuekamera. Ihnen allen wurde - der Film sollte teuer werden - noch Jean-Pierre Ponelle beigegeben, der eine Größe seines Fachs und ein hoch respektierter Bühnenbildner und Regisseur war. Wer nun also Revue mag, wer sich an Traumbildern mit tanzenden Menschen nicht sattsehen kann, der kommt hier auf seine Kosten. Da schwelgen die Kulissen mal in blau, mal in grün, mal in mauve und magenta. Sogar der Bühnenboden öffnet sich und gibt weitere Ebenen frei. Und es wird hinreissend getanzt. Die Handlung läuft darauf hinaus, dass „Mutter“ Grethe Weiser irgendwann einmal erfahren muss, dass ihre Tochter Dolores keineswegs Krankenschwester ist, sondern Revuestar. Sie nimmt es sympathisch mit Bravour. Bitterer Zeitgeist jedoch die Szene mit Biederstaedt als Psychiater. Da werden die allerschlimmsten Vorurteile gegen die Arbeit der „Irrenärzte“ aufgefahren, da wird Grethe Weiser gleich mal in die Gummizelle gesteckt und darf da zappeln. Fand irgendjemand so etwas komisch? Und waren nicht Filmer oft auch Borderline? Blamabel. Der Film kostete 1,364 Millionen DM, spielte aber nur 1.075 Millionen DM ein. Die Leute mochten keine Revue mehr. Doch in Argentinien war er der große Hit. So groß, dass Germaine Damar kurz entschlossen hinfuhr (und hier einen liebeskranken Georg Thomalla zurückliess), ein Fernsehstar mit einer eigenen Show wurde, einen Amerikaner heiratete und Deutschland Ade sagte. Das machten eben auch die Beine von Dolores.

Credits

Alle Credits

Kameraführung

Darsteller

Produktionsleitung

Dreharbeiten

    • Atelier Hamburg-Wandsbek
    • Atelier Hamburg-Wandsbek
Länge:
2843 m, 104 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
Eastmancolor, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 18.12.1957, 16018, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 19.12.1957, Essen, Lichtburg

Titel

  • Originaltitel (DE) Die Beine von Dolores

Fassungen

Original

Länge:
2843 m, 104 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
Eastmancolor, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 18.12.1957, 16018, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 19.12.1957, Essen, Lichtburg

Länge:
2843 m, 104 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
Eastmancolor, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 18.12.1957, 16018, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 19.12.1957, Essen, Lichtburg