Der Herr vom andern Stern

Deutschland (West) 1948 Spielfilm

Inhalt

Der Herr vom andern Stern hat die Fähigkeit, allein durch Konzentration das Weltall zu bereisen. Doch seine Konzentration wird gestört, als er die Erde passiert. Dort gelandet wird er gleich von Polizisten ins Visier genommen, und da er natürlich keinen Ausweis besitzt, muss er aufs Meldeamt. Von den Beamten weiß keiner so genau, wie mit dem merkwürdigen und als gefährlich eingeschätzten Mann umzugehen ist, der Gegenstände verformen und verdoppeln kann. So stellt man ihm zwar einen Ausweis aus, lässt ihn aber vom Geheimdienst überwachen. Auf dem Amt lernt der Reisende auch die hübsche Flora kennen, und die beiden verlieben sich. Nun will er auf der Erde bleiben, doch bei seinem Versuch, Fuß zu fassen, begegnet er schnell den negativen Seiten der irdischen Gesellschaft. Schließlich kommt er sogar ins Gefängnis. Dort findet er aber endlich die Konzentration, um sich von der Erde wieder absetzen zu können.

 

Kommentare

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Falk Schwarz
Und ist der Ruf erst ruiniert...
Wie schmerzhaft muss die Einsicht sein, dass der eigene Name nicht mehr zieht? Rühmanns Karriere nach dem Krieg war ein Scherbenhaufen. Er hatte das Dritte Reich ein bisschen zu heil überstanden - sein Name stand auf der „Gottbegnadetenliste“, er musste nicht Soldat sein und schaute aus seiner Berliner Villa, die er aus jüdischem Besitz herausgekauft hatte, vergnügt auf den Wannsee. Seine Komödien liefen meist unter den Hürden der Goebbelschen Zensur hindurch. Dass sie beileibe nicht unpolitisch waren, lässt sich bei Karsten Witte nachlesen. Nach dem Krieg drehte er sich wie mancher um 180 Grad - „es musste ja weitergehen“ - die Entnazifizierung des Komikers verlief wie am Schnürchen. Doch warum wollte der Schauspieler - reich geworden im Dritten Reich - nun plötzlich Filmproduzent sein? Hatte er den Deutschen etwas zu sagen? Er versuchte, dem „neuen“ Deutschland mit Ironie, Sarkasmus und Kabarett den Spiegel vorzuhalten. Es gibt dafür ein Wort: Vermessenheit. Rühmann spielt den Herrn, der vom Himmel fällt und alles hier auf Erden höchst befremdlich findet. Nicht seine Welt. Er steht Schlange, um einen Ausweisstempel zu erhalten, den er sich selber „herbeikonzentrieren“ könnte. Er spannt dem anderen die Braut aus, er legt sich mit dem Minister an. Ja, was denn noch? Will uns der Film die „Schwamm-drüber“-Methode aufschwatzen? Wir fangen alle neu an - so , als wären wir gerade eben in die Gegenwart gefallen. Rühmann macht dazu sein pfiffig-burschikoses Gesicht (wird der Mann nicht älter?), nimmt alles nicht so schwer und verschwindet dann wieder dorthin, wo er herkam. „Es ist gut, sich anzupassen, es ist gut, nicht gegen den Stachel zu löcken, es ist gut, brav zu sein und nicht aufzufallen“ - so scheint die Moral von der Geschicht‘. Die Zuschauer fanden den Film unkomisch und blieben weg. Weshalb dieses zahme Produkt zum weiteren Sargnagel für Rühmanns eigene Comedia-Filmproduktion wurde.

Credits

Alle Credits

Länge:
2555 m, 93 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Ton
Aufführung:

Uraufführung (DE): 13.07.1948, Berlin, Filmbühne Wien

Titel

  • Originaltitel (DE) Der Herr vom andern Stern

Fassungen

Original

Länge:
2555 m, 93 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Ton
Aufführung:

Uraufführung (DE): 13.07.1948, Berlin, Filmbühne Wien

Prüffassung

Länge:
2650 m, 97 min
Prüfung/Zensur:

Alliierte Militärzensur (DE): Juli 1948