Das Haus an der Stör

BR Deutschland 1963 TV-Spielfilm

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Falk Schwarz
Die Leiche im Seesack
Kripo-Kommissar Roggenkamp (Rudolf Platte) ist nach Itzehoe versetzt und findet einen Berg von unerledigten Fällen vor. An einem beißt er sich fest: im Dorfteich wurde eine in einem Seesack verschnürte Leiche gefunden. Wer ist es, auf wen passt die Beschreibung? Die Tat ist zehn Jahre her, alle Spuren sind verwischt. Aber Roggenkamp lässt nicht locker, befragt Zeugen, recherchiert in Akten, Zeitungen, bei Ämtern und kommt schließlich dahinter, wer der Tote war und wer sein Mörder sein könnte. Auf einer langen Zugreise von Itzehoe nach Bayern erzählt er seiner Assistentin (und auch uns), wie er die einzelnen Teile dieses Puzzle zusammengesetzt hat und warum er jetzt kurz davor ist, den wahren Mörder zu finden. - Regisseur Jürgen Roland versucht, auf dieser langen, ja überlangen Bahnreise (fast 80 Filmminuten) diese Geschichte zu erzählen. Der Ort bleibt das Abteil im Zug, mal setzen sich Roggenkamp und seine Assistentin gegenüber, mal nebeneinander, während draußen die Landschaft vorbeizieht. Abwechslung gibt es nur durch die Rückblenden. Autor Wolfgang Menge konfrontiert uns mit einer verwirrenden Vielzahl von Personen, die das Rätsel nicht lösen, sondern eher vernebeln. Da beginnt dann auch die Suada von Platte zu nerven. Aber ist er der richtige Darsteller für diese Rolle? Der sanfte Platte hat in unzähligen Komödien den Clown gespielt, übernahm sehr wohl Charakterrollen (Der Hauptmann von Köpenick), blieb aber immer ein Einfacher und Freundlicher, der auch eine Schlichtheit ausstrahlte, die nun wiederum zu einem Kriminalbeamten nicht recht passen will. Mit anderen Worten: Platte ist kein harter Kombinierer, kein Aufklärer, ihm fehlen Schärfe, Klarheit, Intellekt. Warum Jürgen Roland ihn wohl besetzte? Dann gerät dem Regisseur aus dem Fokus, dass die Assistentin ja nicht einmal als Stichwortgeberin gefragt ist, obwohl sie dauernd im Bild ist. Die Ärmste! Schließlich die Logik des Ganzen: es wäre doch möglich gewesen, mal zu fragen, warum die Ehefrau des Ermordeten sich nie nach ihrem verschwundenen Mann erkundigt hat. War ihr der Mord recht oder...? Was ist das denn für ein Film, wenn die Zuschauer es eher rauskriegen als die Pfeife von Kommissar? Aber hinterher sind ja alle immer schlauer...

Credits

Alle Credits

Dreharbeiten

    • Real-Film-Studios Hamburg-Wandsbek
Länge:
85 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Mono
Aufführung:

Uraufführung (DE): 26.05.1963, ARD

Titel

  • Reihentitel (DE) Stahlnetz
  • Originaltitel (DE) Das Haus an der Stör

Fassungen

Original

Länge:
85 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Mono
Aufführung:

Uraufführung (DE): 26.05.1963, ARD