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Kommissar Schneider ist gut. Und er ist zurück. Neunzehn Jahre nach seinem erfolgreichen Einsatz in "00 Schneider – Jagd auf Nihil Baxter" bekommt es der alternde Kommissar nun mit einem Schurken ganz besonderen Kalibers zu tun: Der reptilienhafte Kettenraucher Jean-Claude Pillemann, genannt "die Eidechse", macht die Nachbarschaft unsicher. Ein Tabakladen wird ausgeraubt und ein Huhn verschwindet. Für den kauzigen Ermittler bedeutet das jede Menge knifflige Arbeit. Dann kommt auch noch Schneiders Tante aus Amerika zu Besuch.
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Kommissar 00 Schneider also ermittelt wieder in einer Welt voller Verbrecher und Übeltäter! Ach was, in zwei Welten. Denn: Mülheim liegt am Strand! Und sieht dem spanischen Almeria zum Verwechseln ähnlich. Aber bei 00 Schneider kommt einem ohnehin das meiste spanisch vor. Dabei wurde Roy, der nicht zufällig so heißt wie der tolle Typ aus dem „Weißen Hai“, nicht als Kommissar geboren, sondern musste den Beruf, der ihm zur Berufung geworden ist, erst mühsam erlernen.
Vor ihm, an dem die Zeit nicht spurlos vorbei gezogen ist, liegen große Herausforderungen: Er schreibt an seinen Memoiren, hat Besuch von besagter, recht bärtiger und überhaupt recht ausgeflippter Tante aus Amerika und muss knifflige Kriminalfälle lösen. Eben hat der Kommissar Schneider noch einen hinterhältigen Sittenstrolch hinter Gitter gebracht, da erschüttert eine ganze Serie von Missetaten den beschaulichen Ort: ein Tabakladen wird überfallen, auf einem Bauernhof ist ein Huhn spurlos verschwunden und sexuelle Übergriffe auf unbescholtene Bürgerinnen greifen um sich.
Kommissar 00 Schneider hat bald eine Ahnung, wer der Täter sein könnte: Der Kettenraucher Jean-Claude Pillemann, wegen seiner reptilienhaften Bewegungen auch „Die Eidechse“ genannt. Der Intelligenzverbrecher gilt nicht zuletzt wegen seiner ätzenden Spucke als gemeingefährlich, was der „Spurensucher“ und der „Chief“ bald zu spüren bekommen – wenn auch nicht unmittelbar am eigenen Leib, so doch an den Klamotten.
Unbeirrbar verfolgt der Kommissar die Schwerverbrecher, zumeist in seinem Citröen DS, bisweilen wartet aber auch die attraktive Butterscotch in ihrem Taxi auf den Schnüffler und seinen vierbeinigen Mitstreiter Zorro. Mordanschläge und Zahnschmerzen können diesem Duo infernale naturgemäß nichts anhaben. Denn Kommissar 00 Schneider zieht alle Register polizeilicher Ermittlungsarbeit, verwandelt sich sogar in eine Prostituierte, um „Die Eidechse“ dingfest zu machen. Am Ende, soviel kann hier verraten werden, erweist sich wieder: Verbrechen lohnt sich nicht und Rauchen schadet der Gesundheit!
„Im Wendekreis der Eidechse“ ist ein Riesengaudium – aber nur für Fans. Die erleben „ihren“ Helge Schneider in Hochform – und im Trenchcoat als Eddie Constantine-Wiedergänger, der keine Waffen braucht mit Ausnahme seiner Handkante, und der hier auch den Loriot macht als Querflöte spielender Psychologe Professor Walther Henry oder, in einer drastischen Altherrenwitz-Klamotte, als Zahnarzt Dr. Ferklefuß.
Ein Sonderlob gebührt der Szenenbildnerin Andrea Kessler: Was die vom Stadtcafé bis hin zur Zahnarztpraxis an nostalgischen Interieurs vor Voxi Bärenklaus Kamera zusammengetragen hat, von den Auto-Oldtimern samt Abhörgerätemonstrum ganz zu schweigen, ist mindestens so skurril wie Helge Schneiders Typenschau, bei der unbedingt noch der Kölner Drummer und Big-Band-Leader Willy Ketzer als Staubsaugervertreter genannt werden muss.
Helge Schneider im Senator-Presseheft: „Ich suche die Leute – es sind alle Amateure – danach aus, wie sie am besten zu den Rollen passen. Der Sittenstrolch war sofort klar, dass musste Rudi Olbricht sein. Im wirklichen Leben ist er zwar kein Sittenstrolch, aber er sieht so aus und spielt Bass. Es ist auch schwierig mit echten Schauspielern zu arbeiten. Die haben immer Angst, dass am Ende etwas heraus kommt, was nicht zu ihnen passt und sie dann keine Rolle mehr in einem anderen Film bekommen. Die wollen zwar immer mitspielen, aber wenn es ernst wird, machen sie meist einen Rückzieher. Darauf lasse ich mich nicht mehr ein. Keine Experimente mehr. Mit mir zu arbeiten, heißt auch Vertrauen zu haben, dass der Film ordentlich wird. Ich habe den Film ja im Kopf und kann auch ohne ein bis ins Detail ausgeklügeltes Drehbuch immer alles genau auseinanderklamüsern.“
Pitt Herrmann