"Impatience of the Heart", Source: W-film, DFF, © W-film
Ladina von Frisching, Giulio Brizzi (v.l.)

Ab Donnerstag im Kino: Ungeduld des Herzens

"Ungeduld des Herzens" zählt zu den bekanntesten Romanen von Stefan Zweig und wurde bereits mehrere Male verfilmt. Lauro Cress' neue Adaption versetzt die Handlung glaubhaft in die Gegenwart und erzählt die Geschichte relativ frei, bleibt in ihrer präzisen Analyse menschlicher Gefühle jedoch sehr werkgetreu. Ein peinliches Missgeschick setzt den Grundstein für eine komplizierte Beziehung: An einem Bowlingabend mit Kameraden will der junge Bundeswehrsoldat Isaac eigentlich ihrer Schwester imponieren, als er die mürrisch dreinblickende Edith zum Mitspielen auffordert, dabei aber ihren danebenstehenden Rollstuhl übersieht - und sie einfach von der Bank zieht. Von Schuldgefühl getrieben, beginnt er sich bald intensiv um sie bemühen, und die beiden werden ein Paar. Doch das Geflecht aus Verantwortungsgefühl, Hoffnung und wachsender wechselseitiger Abhängigkeit führt in gefährliche Selbsttäuschung. Was Stefan Zweig "jene sonderbare Vergiftung durch Mitgefühl" nannte, die nicht mit Liebe zu verwechseln sei, verdichtet Lauro Cress auch dank der famosen Newcomer Ladina von Frisching und Giulio Brizzi in den Hauptrollen zu einem fesselnden und absolut gegenwärtigen Psychodrama. "Ungeduld des Herzens" wurde völlig zurecht bereits vielfach ausgezeichnet, darunter mit dem Hauptpreis beim Filmfestival Max Ophüls Preis.

Aktuelles

Vom 24. September bis 1. Oktober 2026 präsentiert die 49. Ausgabe des LUCAS-Filmfestivals aktuelle Kinofilme aus aller Welt für junges Publikum in Frankfurt am Main und Umgebung. Für die Jurys in den Wettbewerben "Kids" und "Teens" sucht Deutschlands ältestes Filmfestival für junges Publikum auch in diesem Jahr Kinder und Jugendliche, die "Mitmischen!" wollen.

Das Sundance Film Festival endete am gestrigen 1. Februar 2026. Bereits am Freitag, 30. Januar, wurden die Award-Gewinner der Wettbewerbssektionen bekannt gegeben. Die deutsche Produktion "Shame and Money" wurde dabei mit dem Großen Preis der Jury in der Wettbewerbssektion World Cinema Dramatic Competition ausgezeichnet. 

41 Projekte für Kino und TV empfahl der Vergabeausschuss für die Film- und Fernsehförderung des FFF Bayern gestern in seiner ersten Sitzung des Jahres. Die Gesamtfördersumme beläuft sich auf 8,8 Mio. Euro. Davon entfallen 6,5 Mio. Euro auf 13 Produktionen für das Kino. 

Zur Finissage der Sonderausstellung "Entfesselte Bilder" sowie der begleitenden Filmreihe präsentiert das Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum am kommenden Samstagabend Sebastian Schippers One-Shot-Film "Victoria" aus dem Jahr 2015. Zu Gast ist Tonmeister Magnus Pflüger, der mit Kurator Michael Kinzer über den außergewöhnlichen Filmdreh spricht. 

Im Januar 2027 jährt sich die Uraufführung eines der bedeutendsten Werke der Filmgeschichte zum 100. Mal: "Metropolis". Um Fritz Langs Stummfilmklassiker in seinem Jubiläumsjahr in bestmöglicher Qualität aufführen zu können, vergab das Fördergremium "Kuratorisches Interesse" in einer Sondersitzung im Dezember 114.035,41 Euro aus dem Förderprogramm Filmerbe an die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung zur Restaurierung und Neudigitalisierung des Films in 4K.

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