Credits
Regie
Drehbuch
Kamera
Schnitt
Musik
Darsteller
- Ernst Reinhardt
- Ida Reinhardt
- Gisela Reinardt
- Walter Reinhardt
- Franz Nölte
- Emmi Nölte
- Inge Nölte
- Heinz Nölte
- Heinrich Stüber
- Kurt Schöller
Produktionsfirma
Alle Credits
Regie
Regie-Assistenz
Drehbuch
Szenarium
Dramaturgie
Kamera
Standfotos
Bauten
Maske
Kostüme
Schnitt
Ton
Musik
Darsteller
- Ernst Reinhardt
- Ida Reinhardt
- Gisela Reinardt
- Walter Reinhardt
- Franz Nölte
- Emmi Nölte
- Inge Nölte
- Heinz Nölte
- Heinrich Stüber
- Kurt Schöller
- Wilhelm Lehmann
- Hans Freese
- Käte Flemming
- Richard Schweikert
- Hein Bachmann
- Dieter Specht
- Erich Pascholle
- Klüterbaum
- Bürgermeister Gubitz
- Karl Lamprecht
- Fischer Thomsen
- Fischer Gracht
- Faktotum Franz
- Margot Schmidt
- Maschinist
- Trude
- Redner in Bremerhaven
- Reaktionärer Zwischenrufer
- Auktionator
- Fischmakler
Produktionsfirma
Produktionsleitung
Aufnahmeleitung
Erstverleih
Länge:
2355 m, 86 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Mono
Aufführung:
Uraufführung (DD): 14.12.1951, Berlin, Babylon, Defa-Filmtheater Kastanienallee
Titel
- Originaltitel (DD) Die Meere rufen
Fassungen
Original
Länge:
2355 m, 86 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Mono
Aufführung:
Uraufführung (DD): 14.12.1951, Berlin, Babylon, Defa-Filmtheater Kastanienallee
Kommentare
Sie haben diesen Film gesehen? Dann freuen wir uns auf Ihren Beitrag!
Jetzt anmelden oder registrieren und Kommentar schreiben.
Materialknappheit verzögert den Bau von Landungsbrücken in Wolkow, überdies hängt auch die Stralsunder Werft bei der Lieferung neuer Kutter zeitlich zurück. Bürgermeister Gubitz und Heinrich Stüber, Leiter des neu gegründeten Fischereikombinats Wolkow, haben es nicht nur mit skeptischen Privatfischern, denen sie in Ermangelung eigener Schiffe ihre Netze zur Verfügung stellen, zu tun, sondern auch mit ewiggestrigen Querulanten wie dem alten Klüterbaum, der an allem und jedem herummäkelt. „Bremerhaven ist doch nicht aus der Welt, da kannst du uns einmal besuchen“: Während sich die Nöltes auf den Weg nach Westen machen, will Ernst Reinhardt anpacken – und heuert auf Vermittlung Stübers zunächst beim Privatfischer Thomsen an.
Dann liefert Stralsund: Wie an der Schnur gezogen laufen zwölf nagelneue Kutter in den inzwischen wiedererrichteten Wolkower Hafen ein, von der Bevölkerung mit großem Jubel empfangen. Während die alteingesessenen Fischer skeptisch bleiben und sich nicht zum Beitritt in den Volkseigenen Betrieb entschließen, steht Ernst Reinhardt hoffnungsvoll in Stübers Büro. Doch der Kombinatsleiter hat für ihn eine andere, wichtigere Aufgabe als ein Kutterkapitän unter vielen zu sein: Er soll der Leiter Fischfang im Hafen werden. Dazu muss er freilich einen Fragebogen über seine Vergangenheit während der NS-Zeit ausfüllen. Gattin Ida rät dazu, seine NSDAP-Mitgliedschaft zu verschweigen. Und Ernst Reinhardt hält sich daran, obwohl er mitbekommen hat, dass Dieter Specht für eine Kapitänsstelle vorgemerkt wird, obwohl er als Mitglied der Hitlerjugend auf einem U-Boot gedient hat.
Wolkow prosperiert. Die Hafenanlagen werden um Lager und Fischverarbeitung ergänzt, sodass Karl Lamprecht bald nicht der einziger Bremerhavener Fischer ist, der seinen Fang im Osten anlandet. Denn ausländische Fischimporte machen dem westdeutschen Markt zunehmend Konkurrenz, die Arbeitslosigkeit wächst. Weshalb auch Franz Nölte, dessen amüsierfreudige Tochter Inge daheim ausgezogen ist, um noch 'was zu haben von ihrem Leben, wieder nach Wolkow zurückkehren will. Dort übernimmt eine FDJ-Brigade ihr erstes Schiff und bei der Feier in Erich Pascholles Seeblick kommen seit längerer Zeit die Freundespaare Walter Reinhardt und Käte Flemming sowie Gisela Reinhardt und Hans Frese wieder zusammen. Zum Verdruss des selbsternannten, aber glücklosen Womanizers Richard Schweikert.
Der junge Heinz Nölte nimmt Gisela Reinhardt als blinder Passagier auf der „Albatross“ mit nach Bremerhaven, wo sie ihre Freundin Inge Nölte besuchen will. Doch diese trifft sie in zwielichtiger Männerrunde in der nicht minder zwielichtigen Taxi Bar an: im kapitalistischen Westen muss die freiheitsliebende junge Frau ihre Haut zu Markte tragen, um überleben zu können. Ihre Devise lautet: Lieber Flittchen sein als Netze flicken. Gut, dass Vater Ernst Reinhardt in Bremerhaven eingetroffen ist, um seine über Inges Abstieg völlig entsetzte Tochter wieder nach Hause zu holen. Bis die dafür notwendigen Papiere („Interzonenpass“) gestempelt sind, wird er vom amerikanischen Geheimdienst angesprochen – und mit seiner falschen eidesstattlichen Erklärung unter dem gefälschten Betriebs-Fragebogen erpresst: Der Leiter Fischfang im Hafen soll Konstruktionspläne der neuen Kutter und andere Betriebsgeheimnisse an einen Mittelsmann in Wolkow weitergeben.
Nach Beratung mit seinem Sohn Walter entscheidet er sich, die Betriebsleitung einzuweihen. Heinrich Stüber gelingt es zusammen mit der Polizei, die Mittelsmänner der Amerikaner dingfest zu machen: Richard Schweikert und Erich Pascholle. Derweil verfängt sich eine Kriegsmine im Netz des FDJ-Kutters und explodiert. Unter den drei Schwerverletzten, die in Wolkow in Krankenwagen verladen werden, auch Hans Frese. Gisela Reinhardt kümmert sich...
Apropos Gisela. Evamaria Bath war Ehrengast einer Filmvorführung am 29. August 2019 bei Tina Wolter und Uwe Noske im Prenzlberger Kaffekaffe und bekundete, „ihren“ Film gerade zum ersten Mal gesehen zu haben. Das langjährige Ensemblemitglied des Maxim-Gorki-Theaters (1954 bis 1991) war bei den „traumhaften Dreharbeiten in Sassnitz im bis auf Fischer und Soldaten menschenleeren Grenz-Sperrgebiet“ noch in den Theatern von Altenburg und Weimar engagiert, was mehrfach lange Zugfahrten durch die ganze DDR erforderlich machte. Der, so Bath heute, „Kampf-Film gegen den bösen Westen“ sei mitten im Kalten Krieg plakativ ausgefallen, böte aber heute mit liebevoll-naiver Sozialismus-Aufbau-Propaganda ein authentisches Bild von der jungen DDR sechs Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.
Dem ist nicht zu widersprechen, auch wenn Defa-Stiftungsvorstand Ralf Schenk von „Ost-West-Seemanns- und Agentenkolportage“ spricht und sicherlich recht hat mit seinem harschen Urteil im Defa-Standardwerk „Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg“, Regisseur Erich Kubat habe seine beiden Defa-Filme „in den Sand gesetzt“. Gemeint war auch „Jacke wie Hose“ von 1953. Evamaria Bath jedenfalls hatte an dem vor 1933 bei der Ufa als Produzent tätigen Regisseur nichts auszusetzen, bestätigte aber Kubats Unbeliebtheit in Babelsberg unter Funktionären wie Kollegen. Die Erstausstrahlung erfolgte am 12. August 1955 im Versuchsprogramm des in Adlershof beheimateten Fernsehzentrums Berlin, das ab 3. Januar 1956 unter Deutscher Fernsehfunk firmierte.
Pitt Herrmann