Inhalt
Eine ménage à trois an Heiligabend. Julia lebt eigentlich mit dem Polizisten Christian zusammen, trotzdem hat sie vor einigen Wochen ein Verhältnis mit dem Barkeeper Frank angefangen – vor allem wegen des Sex. An Weihnachten hält Christian das Ganze nicht mehr aus: Er flieht nach Paris, wo er und Julia ihre schönsten Tage verbracht haben.
Er setzt sich eine Frist von acht Stunden, um herauszufinden, ob Julia ihn noch liebt. Die wird derweil zuhause von Frank besucht, von dem sie sich eigentlich trennen möchte. Doch die Entscheidung zwischen den beiden Männern wird ihr nicht leicht gemacht, denn während draußen "Stille Nacht" ist, entfaltet sich in einem Hotelzimmer in Paris und einer Wohnung in Berlin ein kompliziertes Geflecht aus Liebe, Verlangen, Eifersucht und Täuschung.
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Julia hat sich in den jungen Barkeeper Frank verliebt, wobei es eher der „dreckige“ Sex ist, die unmittelbare, kompromisslose Anmache, die sie anturnt. Bei Frank erlebt sie die „Abwechslung“ zur normalen, bürgerlichen Beziehungskiste mit Christian, kann sie ihre Gier nach Leben austoben. Christian, der von dieser Liaison dangereuse erfährt, flieht vor dem (emotionalen) Durcheinander nach Paris und ausgerechnet in das kleine Hotel, in dem er mit Julia einst erste glückliche Tage (und Nächte) verbracht hat.
Diese „Nacht der Nächte“ hat es in sich: Christian entwickelt sich zu einem regelrechten Telefonjunkie, der auch noch die intimste Zweisamkeit zwischen Julia und Frank zu nutzen versucht, um beide auseinanderzubringen, um Julia zu einer Entscheidung zu zwingen. Abgründe tun sich auf an menschlichen Leidenschaften, an Liebes- und Leidensfähigkeit – „Wilde Herzen“ pur.
„Wilde Herzen“ ist auch der Serientitel, unter dem diese Produktion nach einem überaus erfolgreichen Kino-Durchlauf unter dem Titel-Zusatz „Ein Fest der Liebe“ in der ARD ausgestrahlt wurde. Spektakuläre Story, brisante Liebesszenen, nichts für schwache Nerven und chipsmampfende Spießer auf der Couch daheim. „Stille Nacht“ sollte die ohnehin schon zum Szenestar avancierte Maria Schrader noch weiter nach vorne bringen.
Dani Levy hat eine wirklich erotische Abenteuerreise durch die „Nacht der Nächte“ gedreht, bei der der TV-Reihentitel „Wilde Herzen“ einmal kein uneingelöstes Versprechen darstellt. Die Story des deutschen Wettbewerbsbeitrages zur Berlinale 1996 stammt vom seinerzeitigen Shooting Star des jungen deutschen Theaters, Klaus Chatten („Klassentreffen“, „Unser Dorf soll schöner werden“, „Sugar Dollies“). Und Maria Schrader, die zusammen mit ihrem Lebensgefährten Dani Levy auch an der Geschichte mitgewirkt hat, wurde völlig zu recht für den Deutschen Filmpreis nominiert.
Der 87-minütige Spielfilm, gedreht vom 27. Januar bis zum 10. März 1995 in Paris, Berlin und im Studio Babelsberg in Potsdam, ist am 16. Februar 1996 auf der 46. Berlinale uraufgeführt und mit einer „Lobenden Erwähnung“ des Alfred-Bauer-Preises belohnt worden. Nach dem Kino-Start am 4. April 1996 und der Erstausstrahlung am 28. April 1997 auf Arte gabs zwei Bayerische Filmpreise für Niki Reiser (Beste Musik) und Karl-Friedrich Koschnick (Beste Kamera).
Pitt Herrmann