Im Himmel ist doch Jahrmarkt

DDR 1968 Spielfilm

Inhalt

Fünf junge, hübsche Sportlerinnen trainieren für einen internationalen Wettbewerb im Fallschirmspringen. Vom Himmel fallen sie gewissermaßen direkt in die Arme von fünf sympathischen jungen Männern, und es beginnt ein allgemeiner Flirt. Der Trainer der Sportlerinnen ist davon wenig begeistert und ermahnt seine Athletinnen, sich auf den Wettbewerb zu konzentrieren. Er besteht darauf, dass Liebesaktivitäten den erfolgreichen Sieg gefährden und verlangt von seinen Schützlingen Enthaltsamkeit. Doch die Macht der Liebe ist stärker, und bald finden erste Liebespaare zusammen. Letztendlich ist allerdings auch der Trainer glücklich: Seine Schützlinge sind trotz der Wallung der Gefühle auch im sportlichen Treiben überaus agil – und erfolgreich.

Die Ausstattung dieser Filmseite wurde durch die DEFA-Stiftung gefördert.

 

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Heinz17herne
Heinz17herne
Gitta, Isot, Eva, Barbara und Maria sind fünf junge, attraktive Sportlerinnen, die förmlich vom Himmel fallen. In den unterschiedlichsten Formationen. Leider nicht so exakt, wie Hannes, der Trainer dieser Fallschirmspringerinnen, sich das vorstellt. Bis zum internationalen Wettbewerb in Ungarn ist es noch ein weiter Trainingsweg und zwischenzeitlich beschleichen den geplagten Coach leise Zweifel, ob er nicht doch besser mit einem Herrenteam gefahren wäre. Was seine Gattin und Mutter reizender Zwillinge naturgemäß anders sieht, gehörte sie einst doch auch zu seinen fliegenden Mädels. Es gibt so Tage, da geht alles schief. An diesem landet nur ein Madel im vorgesehenem Sandkreis auf dem Flugfeld, der Rest auf dem Dach eines Hühnerstalls oder auf der Wiese eines Pferdehofes. Gitta sogar mitten auf der Autobahn, was den LKW-Lenker Thomas zur riskanten Vollbremsung zwingt. Doch zwei Augenblicke später kniet er auf der Betonplatte der Schnellstraße, auf der sämtlicher Verkehr zum Erliegen gekommen ist, wie ein Minnesänger vor dem Burgfräulein: „Darf ich Sie nach Hause bringen?“

Zur Ehrenrettung der Damenriege sei gesagt, dass an diesem Desaster der liebestolle Pilot schuld ist, der noch zweimal im Tiefflug über den Köpfen des Teams kreist und „Ich liebe euch, ich liebe euch alle“ herausposaunt. In der Schwimmhalle, auf deren Stirnseite der Sinnspruch „Unser Herz dem Sport“ seine anspornende Wirkung sicherlich nicht verfehlt, redet Hannes Tacheles: Wenn sie in Ungarn eine Chance haben sollten, sind Männer ab sofort tabu. Doch Thomas und seine findigen Kumpel Ede und Lutz sind dabei, die Mädels aufzuspüren. Auf dem Bau bei der Brigade Blume, in der Klinik auf der Kinderstation, in einer Gärtnerei – und, so Thomas, beim Uhrmacher. Er findet seine Gitta auf Anhieb, bei den anderen dauert es etwas länger, bis jeder Topf einen passenden Deckel hat. Aber, da hat Amor, der das Ganze kommentierend aus der Vogelperspektive betrachtet, nicht zu viel versprochen: geküsst wird heftig.

Um ihren Liebsten näher sein zu können bei ihren Übungsstunden, haben sich die Jungs, Peter und Adam komplettieren bald die Riege, als Fallschirmspringer eingekleidet. Und heben tatsächlich ab, doch auf zweitausend Metern Höhe geht den selbsternannten „kühnen Bezwingern der Lüfte“ die Puste aus. Nur Thomas wagt einen beherzten Sprung durch die offene Kabinentür – und landet erst einmal in der Psychiatrie. Nachdem er mit Gittas Hilfe im Spreewald heruntergekommen ist – sozusagen einem „Gurkengondoliere“ (Eberhard Cohrs) und seiner Ausflugsgesellschaft vor die Füße fallend. Doch die Revanche, Ausflug zum romantischen Schlosshotel Burgk mit allerhand nächtlichem Spuk und schönen Grüßen Edes an die Wirtin „Dornröschen“ (Ingeborg Nass), wird ein Flop: Weil sich Thomas und Gitte zanken, steigt Letztere aus. Das Quintett scheint gesprengt, aber der lebenserfahrenen Trainergattin kommt die rettende Idee: Hannes soll eine Kehrtwendung vollziehen und mit Hilfe der anderen die beiden Streithähne wieder versöhnen. Was beim Babysitten besser gelingt als gedacht. Dennoch ist die Stimmung im sonnigen Urlauberidyll am Balaton eher bedeckt: Gitta und Thomas sind zwar wieder ein Herz und eine Seele. Aber um die Herzen der anderen Mädels hat sich der Trainer nicht bekümmert. Was er nun nachholt und die Jungs im letzten Augenblick vor dem Wettkampf einfliegen lässt...

„In diesem Film soll geküsst werden“ verrät uns ein Amor-Putto in der Vorspann-Animation, weshalb Rolf Losanskys harmloses Lustspiel erst für Kinobesucher ab 14 Jahren zugelassen war. Die DDR war doch sonst nicht so prüde! Besagter Amor begleitet uns die ganzen gut achtzig in jeder Hinsicht farbigen und am Ende reichlich kitschigen Minuten im Defa-Breitwandformat „Cine“. Was dieses bisweilen doch arg um Heiterkeit bemühte Lustspiel zur Schlagermusik Gerd Natschinskis erträglich macht. Denn es ist dem kleinen Burschen mit den nachhaltig wirksamen Pfeilen im Köcher nur zuzustimmen: Nach fünf Minuten ist klar, wie der Hase läuft – und wie die Chose endet. Mit Hochzeitsglocken am Balaton. Dennoch kann man sich „Im Himmel ist doch Jahrmarkt“, erstausgestrahlt am 7. Oktober 1970 im Deutschen Fernsehfunk, ganz gut ansehen. Was am Cast liegt, allen voran Agnes Kraus als rasende Moped-Oma. Sie spielt die Schwiegermutter des Trainers und hat ein Herz für die Mädels, schließlich war sie auch 'mal jung. Von ihr stammt die Adressenliste, die den Stein überhaupt erst ins Rollen gebracht hat.

Pitt Herrmann

Credits

Alle Credits

Länge:
2196 m, 81 min
Format:
35mm, 1:2,35
Bild/Ton:
Orwocolor, Mono
Aufführung:

Uraufführung (DD): 17.04.1969, Berlin, Kosmos

Titel

  • Originaltitel (DD) Im Himmel ist doch Jahrmarkt
  • Weiterer Titel (DD) Spring, wenn du kannst

Fassungen

Original

Länge:
2196 m, 81 min
Format:
35mm, 1:2,35
Bild/Ton:
Orwocolor, Mono
Aufführung:

Uraufführung (DD): 17.04.1969, Berlin, Kosmos