Inhalt
Mona lebt mit ihren Eltern auf dem von Israel besetzten Teil der Golanhöhen. Nun steht ihre Hochzeit bevor – mit einem entfernten Verwandten, den ihre Eltern für sie ausgesucht haben: Tallel, ein populärer TV-Star, lebt auf der syrischen Seite der Golanhöhen. Der Tag ihrer feierlichen Vermählung wird für Mona auch ein Tag des Abschieds. Denn sobald sie nach Syrien eingereist ist, wird sie nie mehr israelisches Territorium betreten können.
Kommentare
Sie haben diesen Film gesehen? Dann freuen wir uns auf Ihren Beitrag!
Jetzt anmelden oder registrieren und Kommentar schreiben.
Mona kennt ihn bisher nur vom Bildschirm und wird Tallel an diesem Tag an der israelisch-syrischen Grenze treffen, um fortan mit ihm in der syrischen Hauptstadt Damaskus zu leben. Es ist ein Schritt ohne Rückkehr und damit ein Abschied auf Lebenszeit von ihrer Familie, denn mit der Einreise nach Syrien verwirkt Mona für immer das Recht, israelisches Territorium zu betreten. Mona sieht dem bevorstehenden Ereignis und ihrem neuen Leben daher mit sehr gemischten Gefühlen entgegen...
„Die syrische Braut“ ist ein Film über physische und emotionale Grenzen und die Kraft, diese zu überschreiten. Wie schon in seinem großen internationalen Erfolg „Cup Final“ (1991) wagt Regisseur Eran Riklis wieder eine Balance der Perspektiven, einen Tanz auf dem verminten Parkett erstarrter traditioneller Konventionen. Er schaut auf beide Seiten des Zauns, um dadurch allen Personen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.
Es entsteht ein lebendiges Kaleidoskop der verschiedenen Charaktere mit ihren Nöten, Wünschen und Sehnsüchten. Eran Riklis hat es tunlichst vermieden, Episoden plakativ aneinanderzureihen. „Die syrische Braut“ ist eine bewegende Reise in das Innenleben von Menschen, die sich buchstäblich im Grenzbereich bewegen. Dramatisch und dennoch nicht ohne feines Gespür für Komik und Ironie erzählt Eran Riklis ihre Geschichten als großes emotionales Kino.
Der 1954 geborene israelische Regisseur, Co-Drehbuchautor und Produzent über sein bislang ambitioniertestes Filmprojekt, das u.a. in Locarno, Gent, Auxerre und Montreal internationale Preise erhielt: „Mit ’Die syrische Braut’ versuche ich, einen Film aus Liebe zu erschaffen: Aus Liebe zur Freiheit, zu den physischen und emotionalen Landschaften, die uns umgeben, aus Liebe zu den Frauen, die um einen Platz in dieser Welt kämpfen, und schließlich aus Liebe zu einem Volk, das noch träumt und hofft. Hier, jenseits der Grenzen, überall. (...) Am Grenzübergang zwischen Israel und Syrien muss Mona eine Blockade durchbrechen – dabei geht es aber nicht um die Blockade, rein physisch die Grenze zu überschreiten. Es geht vielmehr darum, dass sie sich in diesem Moment von ihrer Vergangenheit lösen muss, von ihren Traditionen, von ihrem ganzen unsicheren Leben. Sie muss in diesem Moment nach vorne blicken, ohne Reue.“
Pitt Herrmann