Der Maulkorb

Der Maulkorb

BR Deutschland 1958, Spielfilm

Inhalt

Aus Empörung verziert der sonst standesbewusste Staatsanwalt von Treskow nach einem durchzechten Abend das Denkmal des Landesherren mit einem Maulkorb. Am nächsten Morgen kann er sich alkoholbedingt an nichts erinnern. Inzwischen wurde seine Aktion entdeckt und sorgt für einen Skandal. Ausgerechnet Treskow bekommt den Auftrag, den Übeltäter ausfindig zu machen und kommt so bei seinen Ermittlungen sich selber auf die Schliche. Seine Angehörigen haben die Situation indes bereits durchschaut. Sie verwischen die Spuren und heuern zwei Gauner an, die gegen die Auszahlung der Belohnung die Schuld auf sich nehmen sollen.

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Was wahr ist, kommt von oben

Nur zu Anfang lässt Regisseur Wolfgang Staudte noch einmal den „Untertanen“-Ungeist aus der Flasche. „Die Freiheit des Wortes darf nicht dazu führen, dass sich das Volk über die Taten seines hohen Herren Gedanken macht“, sagt der Ministerpräsident. „Das wäre ja Opposition - und das ist undenkbar.“ Also wird die Lex Sophia, das Maulkorb-Gesetz für die Presse, beschlossen. Klar, wir sind im autoritären Kaiserreich. Gehandelt wird nach dem feudalistischen Grundsatz: „Was wahr ist, bestimmen wir“. An dem Stammtisch im Weinlokal sagt einer der Herren an die Adresse des Staatsanwaltes von Treskow (O.E. Hasse): “Wenn man ein Amt bekommt, muss man doch seine eigene Meinung nicht sofort aufgeben.“ Wirklich? Nun wird es fad‘ bunt: die Herren am Stammtisch betrinken sich mit Moselwein. Leider wurde keiner im Kinosaal gereicht, sonst hätte man das Folgende leichter durchsessen. Denn die Handlung ist dünn, geradezu fadenscheinig. Kein Spoerl - eher ein Spoerlchen. Von Treskow war es natürlich selber, der dem Denkmal den Maulkorb umhing. Jedesmal, wenn die Wahrheit ans Licht kommen müsste, geschieht etwas, was es verhindert. Dieses Spielchen wird im Film ermüdend lange gespielt. Bis es schließlich dem Treskow doch dämmert. Da flammt noch einmal Witz auf. Wolfgang Neuss und Wolfgang Müller, der dieses Mal arg überzieht, wollen die Tat begangen haben - sie lockt die Belohnung. Und da der Müller Wolfgang den Herrn Landesvater, wie er sagt, für Goethe hielt, kommt er mit einer mäßigen Strafe von drei Mark, beziehungsweise einem Tag Haft, davon. Denn Goethe einen Maulkorb umzuhängen, kann ja schließlich keine Majestätsbeleidigung sein. “Künstler“, heißt es, „ist kein Beruf, sondern eine Ausrede.“ Die kleine Ironie statt der großen Anklage. Staudte war im Westen angekommen.

Credits

Regie:Wolfgang Staudte
Drehbuch:Eckart Hachfeld, Manfred Barthel
Kamera:Georg Bruckbauer
Schnitt:Ingrid Wacker
Musik:Hans-Martin Majewski
  
Darsteller: 
Erni MangoldGutsituierte Dame
O. E. HasseStaatsanwalt Herbert von Treskow
Hertha FeilerElisabeth von Treskow
Hansjörg FelmyMaler Georg Rabanus
Corny CollinsTrude von Treskow
Edith HanckeBilla
Rudolf PlatteKriminalkommissar Mühsam
Robert MeynOberstaatsanwalt
Ernst WaldowGerichtsvorsitzender
Ralf WolterThürnagel
Lotte RauschFrau Tigges
Hans RichterMaler Ali
Franz-Otto KrügerSchibulski
Thomas ReinerStammgast bei Frau Tigges
Ingrid van BergenModell Mariechen
Ludwig LinkmannKanzler
Josef DahmenBankier
Bruno KlockmannOberlehrer
Kurt A. JungRedakteur Nelles
Walter HaldenJustizrat
Carl VoscherauArbeiter
Kurt KlopschKultusminister
Josef AlbrechtKriegsminister
Karl-Heinz PetersInnenminister
Wolfgang NeussWilhelm Donnerstag
Wolfgang MüllerKarl Schmidt
  
Produktionsfirma:Kurt Ulrich Film GmbH (Berlin)
Produzent:Kurt Ulrich (Gesamtleitung)

Alle Credits

Regie:Wolfgang Staudte
Regie-Assistenz:Jerry Macc
Drehbuch:Eckart Hachfeld, Manfred Barthel
Kamera:Georg Bruckbauer
Kamera-Assistenz:Wolfgang Hewecker, Werner Kraft
Standfotos:Waltraud Wesel-Saloga, Lothar Winkler
Bauten:Rolf Zehetbauer, Johannes Ott
Maske:Walter Wegener, Blanche Klink
Kostüme:Manon Hahn
Schnitt:Ingrid Wacker
Ton:Werner Schlagge
Musik:Hans-Martin Majewski
  
Darsteller: 
Erni MangoldGutsituierte Dame
O. E. HasseStaatsanwalt Herbert von Treskow
Hertha FeilerElisabeth von Treskow
Hansjörg FelmyMaler Georg Rabanus
Corny CollinsTrude von Treskow
Edith HanckeBilla
Rudolf PlatteKriminalkommissar Mühsam
Robert MeynOberstaatsanwalt
Ernst WaldowGerichtsvorsitzender
Ralf WolterThürnagel
Lotte RauschFrau Tigges
Hans RichterMaler Ali
Franz-Otto KrügerSchibulski
Thomas ReinerStammgast bei Frau Tigges
Ingrid van BergenModell Mariechen
Ludwig LinkmannKanzler
Josef DahmenBankier
Bruno KlockmannOberlehrer
Kurt A. JungRedakteur Nelles
Walter HaldenJustizrat
Carl VoscherauArbeiter
Kurt KlopschKultusminister
Josef AlbrechtKriegsminister
Karl-Heinz PetersInnenminister
Wolfgang NeussWilhelm Donnerstag
Wolfgang MüllerKarl Schmidt
  
Produktionsfirma:Kurt Ulrich Film GmbH (Berlin)
Produzent:Kurt Ulrich (Gesamtleitung)
Herstellungsleitung:Heinz Willeg
Produktionsleitung:Bruno Kaminski
Aufnahmeleitung:Hanns Stani, Kurt Heinz
Länge:2595 m, 95 min
Format:35mm, 1:1,37
Bild/Ton:Agfacolor, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 15.09.1958, 17903, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 18.09.1958, Berlin, Zoo-Palast

Titel

Originaltitel (DE) Der Maulkorb

Fassungen

Original

Länge:2595 m, 95 min
Format:35mm, 1:1,37
Bild/Ton:Agfacolor, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 15.09.1958, 17903, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 18.09.1958, Berlin, Zoo-Palast