Credits
Regie
Drehbuch
Schnitt
Musik
Darsteller
- Franz Blume / Günther Kolmin
- Isolde Sturm
- Gisela Petri
- Dore Holberg
- Kurt Seidel
- Regisseur Kessel
- Frau Mosbach
- Geschäftsführer Frey
- Oberkellner Busske
- Frau Sturm
Produktionsfirma
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Kostüme
Schnitt
Ton
Musik
Liedtexte
Darsteller
- Franz Blume / Günther Kolmin
- Isolde Sturm
- Gisela Petri
- Dore Holberg
- Kurt Seidel
- Regisseur Kessel
- Frau Mosbach
- Geschäftsführer Frey
- Oberkellner Busske
- Frau Sturm
- Brigadier Köhler
- Holzfäller Paul
- Holzfäller Karl
- Holzfäller Gustav
- Heimleiter Sommer
- Schlagersängerin
- Frau Hermanns
- Empfangschef
Produktionsfirma
Produktionsleitung
Aufnahmeleitung
Erstverleih
Länge:
2569 m, 94 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Ton
Aufführung:
Uraufführung (DD): 09.09.1955, Berlin/DDR, Babylon, DEFA-Filmtheater Kastanienallee
Titel
- Originaltitel (DD) Star mit fremden Federn
Fassungen
Original
Länge:
2569 m, 94 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Ton
Aufführung:
Uraufführung (DD): 09.09.1955, Berlin/DDR, Babylon, DEFA-Filmtheater Kastanienallee
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Isolde Sturm ist Einkäuferin für Bekleidung und speziell Hüte bei der staatlichen Handelsorganisation (HO). Eigentlich wollte sie mit ihrem Verlobten, dem Friseurmeister Franz Blume, in den Urlaub nach Wiesenburg reisen, Fahrt und Unterkunft sind längst gebucht. Aber nun hat sie der Leiter der Leipziger Submission (Heinz Kammer) zur Präsentation der Frühjahrskollektion in die Messestadt eingeladen, weshalb Isolde in die Capitol-Lichtspiele Trutzen eilt, um Franz abzuholen, der gerade seinen Lieblingsschauspieler Günther Kolmin in dessen jüngstem Film „Liebe im Schnee“ bewundert hat.
Franz ist natürlich nicht begeistert, wettert einmal heftig und fügt sich dann doch in sein Schicksal. Das ihm anderntags hold ist in Person der Kinoleiterin Hermanns: Weil die Technik der Lichtspiele erneuert wird, kann sie ihren „Waldhof“-Ferienplatz in Feuerstein nicht wahrnehmen – und tritt ihn gerne an ihren Lieblingsfriseur ab, der im übrigen dem Defa-Star Kolmin verblüffend ähnlich sieht. Nicht zuletzt deshalb ist der mit Fan-Devotionalien reichlich gesegnete Salon Blume ein gesellschaftliches Ereignis in Trutzen.
Während sich also seine Verlobte nach Leipzig aufmacht, reist Franz in die herrliche Winterlandschaft des Harzes. Seine „Waldhof“-Pensionswirtin Mosbach weist ihm den Weg zum mondänen Ferienheim Heinrich Zille, wo er seine Mahlzeiten einnehmen kann. Dort wird Franz sogleich vom Manager Frey, vom Oberkellner Busske und vom Orchester-Pianisten Kurt Seidel als Schauspielstar Kolmin erkannt und entsprechend hofiert. Was dem Figaro zuerst peinlich ist, bald aber immer besser gefällt. Zumal er sich der Aufmerksamkeit der jungen Laborantin Gisela Petri sicher sein kann, mit der er, seinem Promi-Status sei Dank, anderntags eine Schlittenfahrt unternimmt, während sich ihre Freundin Doris „Dore“ Holberg mit dem Pianisten Seidel aufs Eis begibt – mit Schlittschuhen.
Durch einen Fehler der Sekretärin (Marion van de Kamp), die sich im Termin geirrt hat,
kommen Regisseur Kessel und Kolmin nicht im „Heinrich Zille“ unter, sondern im Gewerkschaftsheim „Sonnenlust“ – im Doppelzimmer! Aber die beiden sind ja nicht zum Vergnügen hierhergekommen, sondern weil Kolmin einen vom Schicksal geschlagenen Waldarbeiter spielen und beim Brigadier Karl Köhler, einem langjährigen Freund Kessels, erste Eindrücke sammeln soll. Was zunächst reichlich schief geht, hatte sich doch zuvor Franz Blume – als Günther Kolmin – mit Köhler und dem Holzfäller Karl angelegt, weil er in ein gesperrtes Gebiet gestapft und beinahe von einem gefällten Baum erschlagen worden ist. Es dauert, bis dieses und alle anderen Missverständnisse in Feuerstein, wo inzwischen auch Isolde Sturm eingetroffen ist, ausgeräumt sind. Und das mit Hilfe einer filmreifen Szene mit Günther und Isolde in einer Bar…
Die Uraufführung der fulminanten, auf die Spitze getriebenen Verwechslungskomödie fand parallel im Babylon-Kino am Rosa-Luxemburg Platz sowie im Defa-Filmtheater Kastanienallee (dem heutigen „Prater“) statt. „Die fröhlichen, herzerquickenden Lacher muß sich das Kinopublikum mühsam ergähnen, während unnütze witzlose Episoden abrollen, deren Plattheit nur in der Plattheit der Dialogsprache ihr Ebenbild findet“ ätzte ein humorloser Harald Hauser im SED-Parteiorgan „Neues Deutschland“ (vom 16. September 1955). Dabei hat, von der Klasse-Besetzung ganz abgesehen, Friedel Welsandt ganze Arbeit geleistet: Der Film ist ansatzlos so rasch geschnitten, dass mehrfach der Eindruck entsteht, die Rahmenhandlung werde fortgesetzt.
Überzeugend auch der vom Defa-Sinfonieorchester eingespielte flotte Sound Gerd Natschinskis, der selbst als Dirigent der Combo in den Ferienheimen Heinrich Zille und Sonnenlust agiert an der Seite der Sängerin Brigitte Rabold. Er hat die Musik für rund siebzig Defa-Filme („Heißer Sommer“, „Hiev up“) geschrieben und feierte mit seiner am 16. Oktober 1960 im Metropol-Theater am Bahnhof Friedrichstraße uraufgeführten Operette „Messeschlager Gisela“ auch den Durchbruch auf der Bühne. Sein „heiteres Musiktheater“ erlebt unter dem Gattungsbegriff Musical gerade eine Renaissance von Berlin über Cottbus und Weimar bis Annaberg-Buchholz, darunter auch sein erfolgreichstes Bühnenwerk „Mein Freund Bunbury“.
Die Erstausstrahlung erfolgte am 25. September 1955 im Versuchsprogramm des in Adlershof situierten Fernsehzentrums Berlin, aus dem ab Jahresbeginn 1956 der Deutsche Fernsehfunk wurde. Michael Grisko, Literatur- und Medienwissenschaftler sowie Honorarprofessor an der Universität Erfurt, als Kurator der Reihe „Selbstauskünfte“ im Zeughauskino Berlin: „Harald Mannl, Regisseur von ‚Star mit fremden Federn‘, kam aus dem Westen zur Defa und war auch als Schauspieler (‚Geheimakten Solvay‘) aktiv. Bei seinem Regiedebüt ‚Der Fall Dr. Wagner‘ übernahm er zugleich die Hauptrolle. Nach seiner zweiten Regiearbeit ‚Star mit fremden Federn‘ kehrte Mannl in die Bundesrepublik zurück, wo er nur noch als Schauspieler arbeitete.“
Pitt Herrmann