Mord in bester Familie

Deutschland 2010/2011 TV-Spielfilm

Kommentare

Sie haben diesen Film gesehen? Dann freuen wir uns auf Ihren Beitrag!

Heinz17herne
Heinz17herne
„Nach all’ den vielen Jahren“: Manuela ist überrascht, als sie mitten in den Vorbereitungen zum großen Fest anlässlich des 80. Geburtstages ihres Vaters, des vermögenden Sägewerkbesitzers Reinhard Lorenz plötzlich ihrer jüngeren Schwester Katrin gegenübersteht. Seit fast zwanzig Jahren haben sie sich nicht mehr gesehen, und die Überraschung ist umso größer, als Manuela erfährt, dass Katrin ausdrücklich zum Fest eingeladen worden ist vom Familien-Patriarchen, der, wie die darob überraschte Katrin sogleich erfährt, so schwer krank ist, dass ihm die Ärzte nur noch wenig Zeit einräumen. Zeit, die Manuelas Geliebter, der Prokurist Jens Mattern, gerne nutzen möchte, um sich das zwar florierende, nach größeren Investitionen aber auch hoch verschuldete Unternehmen gänzlich unter den Nagel zu reißen.

Und nun dies: Die einst mit Schimpf und Schande verstoßene Katrin ist nach zwei Jahrzehnten in den USA nicht nur auf Besuch in der niederbayerischen Heimat, sondern soll auf ausdrücklichen Wunsch des Seniorchefs als gleichberechtigte Partnerin ihrer Schwester das Sägewerk übernehmen. Doch Reinhard Lorenz bricht bei seiner Ansprache vor den versammelten Honoratioren des Ortes, gerade als er die Rede auf seine jüngere Tochter lenkt, zusammen und muss ins Krankenhaus transportiert werden. Katrin zieht zunächst ins zwar idyllisch am Berghang, aber auch sehr einsam gelegene Jagdhaus der Familie, ihr altes „Hexenhaus“. Als am anderen Morgen eine Jagdgesellschaft Rast an der Hütte macht, wird die Heimkehrerin blutüberströmt unter einem Felsvorsprung gefunden. Katrin behauptet, nicht abgestürzt, sondern von unbekannter Hand heruntergestoßen worden zu sein.

Was als wenig glaubwürdig angesehen und von ihrer Schwester gar als Selbstmordversuch gewertet wird: „Katrin ist über vierzig, kein Mann, kein Kind.“ Dabei hat es diesen Mann gegeben, und ein Kind auch, genauer ihren inzwischen 18-jährigen Neffen Daniel, Sohn ihrer großen Liebe Christian Bergmann. Der ihr dann aber von Schwester Manuela ausgespannt worden ist – und letztlich zu ihrer Flucht über den Großen Teich führte. Nun, da sich die Ereignisse überschlagen, taucht Christian auch noch auf, angeblich nur, um seinen Sohn zu sehen und ihm gegenüber einiges gerade zu rücken. Etwa was die angebliche Unterschlagung einer höheren sechsstelligen Summe betrifft, die ihm schon recht bald nach der Geburt seines Sohnes zum Vorwurf gemacht worden ist. Und weshalb nun Prokurist Mattern Schreibtisch und Kopfkissen mit Manuela teilt.

Kommissar Westphal, ein alter Freund der Familie, weiß bei der Vielzahl möglicher Motive und potentieller Täter gar nicht, in welche Richtung er ermitteln soll. Nachdem Patriarch Lorenz in der „Wolfsstunde“ und naturgemäß unter unheilschwangerem Blitzen und Donnern Katrin gegenüber Fehler zugegeben hat, die nicht wieder gut zu machen seien, ohne sie allerdings konkret zu benennen, kann Westphal einen Verdächtigen von seiner Liste streichen: Am Morgen wird Christians Leiche am Bach gefunden. Er ist mit einem neun Millimeter Parabellum-Geschoss getötet worden, abgefeuert aus einer Luger-Wehrmachtspistole. Davon kann es im Ort ja nicht so viele geben...

„Mord in bester Familie“ ist als eskalierendes Familiendrama um Neid, Eifersucht, gefälschte Bilanzen und andere offene Rechnungen, stille Wasser sind halt auch in der schönsten Idylle Niederbayerns tief, erst in zweiter Linie ein Krimi, wobei der völlig unterforderte Martin Feifel nur die Rolle eines Zuschauers spielt. Die grandiosen Landschaftsaufnahmen des Kameramannes Volker Tittel führen zunächst auf eine von zahlreichen falschen Fährten, die hier binnen ständig an Spannung zunehmenden neunzig Minuten gelegt werden: Johannes Griesers scheinbar gemütlicher Heimatfilm mutiert zum regelrechten Psychothriller mit allem Showdown-Drumherum, der am Ende reichlich Gas gibt. Er darf allein schon der exzellenten Besetzung wegen als überdurchschnittlicher „Fernsehfilm der Woche“ gelten: Der große Star „der“ DDR-Staatsbühne, des Deutschen Theaters Berlin, Otto Mellies, ist endlich in einer adäquaten TV-Rolle zu sehen.

Pitt Herrmann

Credits

Kamera

Schnitt

Darsteller

Produzent

Alle Credits

Continuity

Kamera

Standfotos

Kamera-Bühne

Szenenbild

Außenrequisite

Innenrequisite

Schnitt

Ton-Design

Mischung

Casting

Darsteller

Produzent

Produktionsleitung

Dreharbeiten

    • 20.07.2010 - 20.08.2010: Dietramszell, Deggendorf, Rotthalmünster und Braunau am Inn in Österreich
Format:
1:1,78
Bild/Ton:
Farbe, Ton
Aufführung:

TV-Erstsendung (DE): 21.03.2011, ZDF

Titel

  • Originaltitel (DE) Mord in bester Familie
  • Arbeitstitel (DE) In Warheit sterben

Fassungen

Original

Format:
1:1,78
Bild/Ton:
Farbe, Ton
Aufführung:

TV-Erstsendung (DE): 21.03.2011, ZDF