• Twitter
  • Facebook
  • Print
  • Forward

Irrtum des Herzens

Deutschland 1939 Spielfilm

Filme der NS-Zeit sind im Kontext der staatlich beeinflussten Produktion und Rezeption zu sehen. Mehr erfahren »

Inhalt

Am Nachmittag des Heiligen Abend verabschiedet sich Schwester Angelika von ihrem Chef, Professor Reimers, denn sie hat gekündigt. Er kann diesen Schritt nicht verstehen, und da sie eisern schweigt, bittet er sie, den Abend mit ihm und seinem Sohn Konrad zu verbringen. Der aber wollte an diesem Abend seine geschiedenen Eltern wieder versöhnen, und schickt Angelika, als sie vor der Tür steht, wieder weg. Enttäuscht und traurig fährt sie zum Flughafen, um Flugkapitän van Santen zu treffen, der sie ebenfalls eingeladen hat.

 

Reimers erfährt von der Oberin, dass Angelika ihn liebt, und bittet sie, seine Frau zu werden. Sie aber zögert und versucht, auf dem "Sonnenhof" Ruhe und Klarheit zu gewinnen. Beide Männer erfahren ihren Aufenthaltsort, worauf es zu einer peinlichen Begegnung kommt, der van Santen durch seine Abreise aus dem Wege geht. Als Reimers wenig später erfährt, dass van Santen bei einem Absturz schwer verletzt wurde, rettet er ihm das Leben. Er hat längst eingesehen, dass diese beiden jungen Menschen zusammengehören und versöhnt sich mit seiner Frau.

Kommentare

Sie haben diesen Film gesehen? Dann freuen wir uns auf Ihren Beitrag!

Falk Schwarz
Verwirrung der Gefühle
Angst vor Melodramen, vor Frauenschicksalen, die zu Tränen rühren? Sie müssen ja nicht von Douglas Sirk sein, der dieses Genre zeitweilig besetzte. Doch edle Menschen mit edlen Gefühlen und zudem zum uneigennützigen Verzicht bereit - wo sind sie anzutreffen ausser im Kino? (Ernst Bloch hätte hier von der „verlogenen Schönmalerei“ im Kino gesprochen). Da steht nun also die zarte, sanfte und verletzliche Schönheit Leny Marenbach zwischen zwei Männern und kann sich nicht entscheiden. Paul Hartmann als der (etwas zu alte) Chefarzt, der nicht merkt, wie sehr ihn die OP-Schwester anhimmelt. Und der junge flotte Flieger Hans Söhnker, den die junge Frau bezaubert und der sich in sie vom ersten Moment an „verschaut“. Als schließlich die Beiden gemeinsam im Berghof auftauchen, um „ihrer“ Angelika ihre Liebe zu gestehen, da entwickelt die junge Frau ungeahnte Kräfte: sie tut etwas, was Männer nicht gerne tun - sie spricht den Konflikt offen an. „Was glauben Sie eigentlich, was hier gespielt wird?“ Dass sich der Chefarzt für sie entscheidet und ihr einen Heiratsantrag macht (ultima ratio jeder Beziehung) verwirrt sie komplett. Im Tumult der Gefühle sagt sie ja. Doch die Oberschwester (kühl, schnippisch und doch mit Herzensbildung, die große Käthe Dorsch) macht ihr klar, dass sie sich geirrt hat - dem Söhnker gehört ihre Liebe. Und so kommt Angelikas Stoßseufzer an den Arzt nicht von ungefähr: „Hättest Du mich doch nicht drei Stunden zu lange warten lassen!“ Denn in diesen drei Stunden, tief enttäuscht von einer verpassten Begegnung mit dem Chefarzt, lernt sie den Flieger kennen, flüchtet zu seiner Sylvesterparty und verliebt sich. Was jetzt? Einer muss verzichten - was der Arzt großmütig tut und sogar auch noch den kranken Flieger rettet. Edelmut und Happyend mit Tränen. Verzicht, das große Wort. Da kullern die Tränen, bei ihm, bei ihr und - vermutlich - im Parkett. Also stimmt es, dass Melodramen nur Frauen zu Tränen rühren? Oh, nein. Auch männliche Rezensenten.

Credits

Schnitt

Darsteller

Alle Credits

Co-Regie

Drehbuch-Mitarbeit

Schnitt

Darsteller

Produktionsleitung

Aufnahmeleitung

Dreharbeiten

    • 13.03.1939 - April 1939: Flinsberg/Isergebirge
Länge:
2369 m, 87 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 01.11.1949, 00375, Uneingeschränkt / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 29.08.1939, Berlin, Gloria-Palast

Titel

  • Originaltitel (DE) Irrtum des Herzens
  • Arbeitstitel Der 24. Dezember
  • Weiterer Titel Schwester Angelika

Fassungen

Original

Länge:
2369 m, 87 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 01.11.1949, 00375, Uneingeschränkt / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 29.08.1939, Berlin, Gloria-Palast

Prüffassung

Länge:
2545 m, 93 min
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 29.08.1939, B.52106, Jugendverbot / feiertagsfrei