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Hochzeit auf Bärenhof

Deutschland 1941/1942 Spielfilm

Filme der NS-Zeit sind im Kontext der staatlich beeinflussten Produktion und Rezeption zu sehen. Mehr erfahren »

Inhalt

Lothar von Pütz und Roswitha von Krakow verlieben sich ineinander und stellen erst dann fest, dass ihre Väter erbitterte Feinde sind. Als Lothars Vater stirbt, nimmt sich ein enger Freund des Vaters, Baron Maximilian von Hanckel, des Jungen an und versucht nun, Frieden zwischen den Familien zu stiften. Er sucht Roswithas Vater auf, und der beginnt die Hoffnung zu hegen, seine Tochter mit dem älteren, aber reichen Baron verheiraten zu können, der immer noch Junggeselle ist. Als es zu einem Streit zwischen Lothar und Roswitha kommt, erklärt sie sich einverstanden, Maximilian zu heiraten. Erst auf dem Polterabend kommt es zu einer Aussprache zwischen Roswitha und Lothar. Maximilian hört alles mit an, gibt Roswitha frei und führt die beiden jungen Leute zusammen.

 

Kommentare

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Falk Schwarz
"Meisterhaft" wäre noch untertrieben!
Prachtvoll. Aus des Lebens ganzer Fülle. Hier stehen drei Schauspieler vor der Kamera, die in ein Beziehungsdrama verwickelt sind. Hermann Sudermann hat die Vorlage geschrieben. Da ist der Baron (Heinrich George), ein liebenswürdiger Junggeselle, kompetent, herzlich. Dann sein Nachbar von Krakow (Paul Wegener), ein cholerischer, streitbarer Wüterich, der es gerne mit allen verdirbt und dann reuig um Frieden bittet. Schließlich seine Tochter Roswitha (Ilse Werner), zart, jung, emotional. Die Drei kommen in Konflikt. Der „statsche Kerl“ von Krakow spricht in breitestem ostpreußisch, scharwenzelt um seinen Nachbarn herum, „riecht“ geradezu die Partie, die seine Rosi vielleicht mit dem 30 Jahre älteren Baron eingehen könnte. Ein echter ostpreußischer Querkopf. Dann kommt die große Stunde des Schauspielers George. Der Polterabend mit Rosi (die sich wundervoll sanft seinem Kuss entzieht). Er trinkt, weil er ihr nicht näher kommt. Sie sitzen beieinander und wissen nicht, worüber sie reden sollen. „Das wird mal eine gute Ehe werden, die können miteinander schweigen“, sagt die Tante. Dann setzt er zu einer Rede an, die in einem Furioso der falschen Töne endet - er sei doch garnicht zu alt für seine junge Frau! Im Überschwang reißt er sich die Frackbrust auf, um seine Vitaltät und allen zu zeigen, dass er eben keine „Speckbrust“ hat. Da sagt sie zu ihm: „Du hast dich vergallopiert“. Er reumütig: „Ja, das habe ich wohl“. Und aus den Augenwinkeln sieht er den jungen Leutnant, zu dem seine Braut so sehnsuchtsvolle Blicke schickt. Ein schauspielerisches Fest. George kann nicht nur wüst poltern, sondern auch flüstern und flüsternd gesteht er sich ein: sie liebt einen anderen. Sein Kopf bleibt im Halbdunkel, aber jede Modulation in der Stimme in diesem Monolog verrät seine Tragik. Da wächst er über sich hinaus und verzichtet. Das ist mit einer solchen Bravour gespielt, dass kein Auge trocken bleibt. Kritik? Eskapismus ins Biedermeier, Idylle, die niemals so war - alles „bullshit“ angesichts einer derartigen Leistung!

Credits

Schnitt

Darsteller

Produktionsfirma

Alle Credits

Bauten

Kostüme

Schnitt

Liedtexte

Darsteller

Produktionsfirma

Herstellungsleitung

Produktionsleitung

Dreharbeiten

    • Berlin-Karlshorst
Länge:
98 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 22.04.1942

Aufführung:

Uraufführung (DE): 08.06.1942

Titel

  • Originaltitel (DE) Hochzeit auf Bärenhof

Fassungen

Original

Länge:
98 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 22.04.1942

Aufführung:

Uraufführung (DE): 08.06.1942