Giulias Verschwinden

Schweiz 2009 Spielfilm

Inhalt

Der 50. Geburtstag ist normalerweise ein Jubiläum, das man bei einem rauschenden Fest mit Freunden und Familie begeht – und eigentlich hatte Giulia ihren Ehrentag auch so geplant: Das Restaurant ist gebucht, die engsten Freunde haben sich rausgeputzt – doch das Geburtstagskind taucht nicht auf! Der Grund ist simpel: Die schöne Giulia muss just an ihrem 50. Geburtstag feststellen, dass sie von ihrer Umwelt überhaupt nicht mehr wahrgenommen wird. Zum Feiern ist ihr daher nicht mehr zumute. Ziellos streift sie durch die Stadt, wobei sie einen attraktiven Herrn kennen lernt, mit dem sie kurzerhand zum Tête-à-tête in eine Bar aufbricht. Ihre wartenden Gäste sprechen derweil dem Alkohol zu und verlieren sich zusehends in philosophischen Debatten über den Sinn des Lebens. Parallel zu diesem Handlungsstrang erzählt der Film episodisch von einer 80-jährigen, die sich so gar nicht ihrem Alter gemäß verhält, sowie von zwei Teenagern, die gerne älter wären.

 

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Falk Schwarz
Werde ja nicht 50!
Da sitzen sie also alle im italienischen Restaurant: die Freunde der Giulia, die dort deren 50. Geburtstag feiern wollen. Sie streiten sich, sie beleidigen sich gegenseitig, sie schiessen ein Feuerwerk an Pointen ab (Buch: Martin Suter), und es gibt nur ein Thema: das Alter. „Ich hab das gleiche Gewicht wie mit 20“, sagt einer. „Ja“, antwortet der andere, „nur etwas anders verteilt.“ - „Mit 50 hat man sich das Recht erworben, einen Bauch zu haben“, sagt einer. „Man müsste nochmal 20 sein, aber all das wissen, was man heute weiss.“ - „Also ein altkluger Zwanzigjähriger“. Sunyi Melles wirft ein: „Schön und blöd soll man sein - wie uns die Männer lieben“. - Allerdings fehlt die Eine, deretwegen sie alle zusammengekommen sind: Giulia. Sie amüsiert sich derweil mit dem Herrn aus Hamburg (Bruno Ganz), der sie im Optikergeschäft gebeten hat, doch mal die Sonnenbrille aufzusetzen: „Sie ist für meine Tochter“. Dann fragt er sie, ob sie nicht auf einen Kaffee mitkommt. Als Giulia verneint, meint er: „Es gibt keinen Anlass, bei dem eine Frau wie Sie nicht zu spät kommen dürfte.“ Also kommt sie mit. Sonst redet Ganz ganz viel Blech, aber überzeugt die Giulia (Corinna Harfouch) irgendwie dann doch. Aber womit? Mit seinen Falten? Alles Talent von Bruno Ganz hilft nicht: diese Rolle als Mann, der Frauen charmant um den Finger wickelt, liegt ihm nicht. Zusätzlich hat sich der Autor eine total überzogene Geschichte einer Altenheimbewohnerin ausgedacht, die Amok läuft. Und zweier Teenies, die in einem Sportgeschäft Schuhe klauen. Sie finden sich alle wieder in dem Restaurant, in dem dann Giulia doch noch aufkreuzt - nur, um nach der Kuchenverteilung dann mit dem Herrn John aus Hamburg im Taxi abzufahren. Filmriss. Neuanfang. - Witzig, filmisch souverän umgesetzt, aber wem das ewige Gelabere über das Alter auf die Nerven geht, der bleibt draussen. Vielleicht eher ein Frauenfilm?

Credits

Alle Credits

Dreharbeiten

    • 26.01.2009 - 25.02.2009: Zürich
Länge:
2422 m, 88 min
Format:
35mm, 1:1,85
Bild/Ton:
Farbe, Dolby SRD
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 09.11.2009, 120410, ab 6 Jahre/feiertagsfrei

Aufführung:

Aufführung (DE): 18.01.2010, Saarbrücken, Max-Ophüls-Preis

Titel

  • Originaltitel (CH) Giulias Verschwinden

Fassungen

Original

Länge:
2422 m, 88 min
Format:
35mm, 1:1,85
Bild/Ton:
Farbe, Dolby SRD
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 09.11.2009, 120410, ab 6 Jahre/feiertagsfrei

Aufführung:

Aufführung (DE): 18.01.2010, Saarbrücken, Max-Ophüls-Preis