Der Herr im Haus

Deutschland 1940 Spielfilm

Filme der NS-Zeit sind im Kontext der staatlich beeinflussten Produktion und Rezeption zu sehen. Mehr erfahren »

Inhalt

Sixtus Bader, der rührige Hausmeister, ist seit vielen Jahren der gute Geist im Hause Amalienstraße. Seine Sympathie gehört Christa, der Tochter des Sängers Schellenberg, aber auch dem jungen Sänger Klaus Frank, der noch am Anfang seiner Karriere steht. Nur der Privatgelehrte Menarek ist ihm ein Dorn im Auge, gegen ihn hegt er eine tiefe Abneigung. Dass Klaus schon lange in Christa verliebt ist, hat Bader längst gemerkt, doch wie soll Klaus das Christas Vater beibringen, der ganz unter Menareks Einfluss steht und fasziniert ist von dessen spiritistischen Spielereien. Eines Abends, Schellenberg hat in seine Wohnung eingeladen, durchschaut der Hausmeister die Manipulationen Menareks, der die wertvolle Perlenkette einer alten Gräfin vertauscht. Da sagt Bader ihm vor allen Anwesenden drastisch seine Meinung, worauf das Fest ein schnelles Ende findet. Doch der Hausmeister will diesen Scharlatan ganz entlarven, damit Vater Schellenberg endlich zur Vernunft kommt. Mit Christas Hilfe gelingt ihm das auch. Gerade als der Gauner sich aus dem Staub machen will, wird er festgenommen ...

 

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Falk Schwarz
Übellaunig und unleidlich
„Empört er sich, schluckt er erst dreimal Luft, um sich aufzublasen. Er platzt gern. Dann blieb die Stimme weg, der Ton brach ab, ein Filmriß und er sprach stumm, aber gestisch weiter. Wenn Moser stockt, wird man der Muster gewahr...Dann steckt er, außer sich, in den verwirrten Dingen.“ (Witte) Moser, der Hauswart, setzt seiner Haushälterin Frau Pichler (Elise Aulinger) hart zu. Wenn er seine Füße badet, ist das Wasser zu heiß. Schüttet Frau Pichler kaltes Wasser hinein, erschrickt er sich und wettert sie an, dass sie es ihm doch sagen soll, wann sie schüttet. Ihm es Recht zu machen, ist unmöglich. Frau Pichler erträgt es mit Seelenruhe, aber Moser bleibt übellaunig. Überhaupt ist er unleidlich - vor allem unleidlich für die Kamera. Die Drehbuchautoren hatten wohl vor, dem Moser einen tollen Moser ins Drehbuch zu schreiben, aber gelungen ist das nicht. Moser ist er selbst und sonst nichts. Der Film tut wenig für ihn. - Was für eine verpasste Chance, diesen riesig großen, mit einem fabelhaften komödiantischen Talent gesegneten Leo Slezak (in der Rolle des Kammersängers) einfach nicht zum Zuge kommen zu lassen! Nur einmal blitzt etwas auf, als sich Slezak beim Hauswart Moser beklagt, dass der kupferne Handlauf der Treppe nicht sauber sei. Moser schaut weg, wie nur er das kann, und grantelt in sich hinein: „Oan Handlauf muss man anpacken, klar, dass er dann Flecken hat“. Slezak schreitet in der Pose des großen Sängers selbstherrlich die Treppe hinauf... Aber was hätte daraus werden können, diese beiden Komiker aufeinander loszulassen, damit ihr nervös überdrehtes Temperament Funken schlägt! Die hübsche Maria Andergast (gerade noch Ehefrau des Regisseurs) ist verliebt, trällert vor sich hin, nimmt bei ihrem Liebsten Gesangsstunden und lässt sich hemmungslos von ihm küssen. Da dreht Moser sich weg, zählt bis drei, damit‘s nicht zu lang dauert... Kleine und kleinste Einzelheiten, die erinnert werden, während das große Ganze des Films in den tiefen Keller des Vergessens kann. Regisseur Heinz Helbig sah es ein und zog sich nach diesem Film vom Film zurück.

Credits

Regie

Kamera

Musik

Darsteller

Alle Credits

Regie

Regie-Assistenz

Kamera

Kamera-Assistenz

Standfotos

Musik

Darsteller

Herstellungsleitung

Produktionsleitung

Produktions-Assistenz

Dreharbeiten

    • Januar 1940 - März 1940
Länge:
2396 m, 87 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 18.09.1940, B.54258, Jugendfrei ab 14 Jahre

Aufführung:

Berliner Erstaufführung (DE): 19.12.1940, Berlin, Tauentzien-Palast

Titel

  • Originaltitel (DE) Der Herr im Haus
  • weitere Schreibweise Der Herr im Haus'
  • Arbeitstitel Einmal Napoleon

Fassungen

Original

Länge:
2396 m, 87 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 18.09.1940, B.54258, Jugendfrei ab 14 Jahre

Aufführung:

Berliner Erstaufführung (DE): 19.12.1940, Berlin, Tauentzien-Palast

Prüffassung

Länge:
2275 m, 83 min
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 16.08.1988, 60366, ohne Altersbeschränkung / feiertagsfrei