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Die 15-jährige Mareike träumt davon, als Fotomodel Karriere zu machen. Von ihrer Familie, mit der sie in einem Dorf in der Kurpfalz lebt, werden diese Ziele nicht wirklich ernst genommen. Zumal Mareikes äußere Erscheinung nicht unbedingt dem klassischen Modelideal entspricht. Trotzdem lässt die leicht pummelige junge Frau sich nicht unterkriegen. Beharrlich verfolgt sie ihr Ziel. Bis ihr eines Tages die Haare ausfallen: Die Ärzte diagnostizieren eine kaum heilbare Autoimmunstörung. Für Mareike bricht eine Welt zusammen.
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Jutta verdient in ihrem Job als Detektivin eines örtlichen Kaufhauses nicht viel, weshalb das Geld in der Familie immer knapp ist. Da sind Mareikes ehrgeizige Pläne, Model zu werden und dafür eine teure Schulung mitzumachen, ein Problem. „Tausend Euro für einen Modelkurs? Dafür kriegen wir ’ne neue Waschmaschine“ schimpft Mutter Jutta.
Dass die pubertierende Realschülerin Mareike, die vom Titel der „Miss Baden-Württemberg“ träumt, zudem pummelig ist und nicht gerade dem klassischen Schönheitsideal entspricht, macht die Sache nicht leichter – auch unter den Klassenkameraden nicht. Ihre Älteste soll Einzelhandelskauffrau bei Karstadt werden, wenn es nach der ständig gestressten Jutta geht. Doch Mareike ist wild entschlossen, ihren Kopf durchzusetzen: „Du glaubst doch nicht, dass ich Verkäuferin werde und alten Omas Riesenschlüpfer andrehe!“
Sie lässt beim Abendbrot den leckeren, aber viel zu fetten Auflauf stehen, hängt permanent an der Massagemaschine, strampelt sich auf dem Fahrrad ab. Leider nur mit mäßigem Erfolg. Mareike schreibt eine Bewerbung nach der anderen, und wird überall abgelehnt – weil sie nicht in Kleidergröße 38 passt. Doch sie lässt sich nicht entmutigen, sondern sich noch mehr einfallen, um ihrem Traum näher zu kommen. So nimmt sie einen Ferienjob auf dem Wochenmarkt an, wo ihr Opa mit einem Gemüse-Stand vertreten ist. Mareike will sich so das Geld für die Modelausbildung selbst verdienen.
Auf dem Großmarkt arbeitet auch Samir, ein arabischstämmiger Junge, für den Mareike sofort zu schwärmen beginnt. Um ihm zu imponieren, belegt sie auf Anraten ihrer besten Freundin Basma einen Bauchtanzkurs. Misstrauisch beobachtet von ihrer Mutter, der die ganze Körperfixierung ihrer Tochter auf die Nerven geht. Mareike hat den Eindruck, nicht ernst genommen zu werden. Heimlich geht sie auf den Friedhof, um am Grab des Stiefvaters mit dem so schmerzlich Vermissten zu sprechen.
Und dann auch noch das: Mutter Jutta kann es kaum mehr verbergen, dass sie in ihren Arbeitskollegen Winnie Marczewski verliebt ist. Sie will diese überraschende Entwicklung vor ihren Kindern geheim halten, aus Rücksicht auf deren Gefühle, aber auch, weil sie sich selbst noch nicht ganz von ihrem verstorbenen Mann gelöst hat.
Mareike fallen plötzlich die Haare aus, der Hausarzt diagnostiziert eine Autoimmunstörung, gegen die die Medizin noch machtlos ist. Ein Leben mit Glatze? Für den Teenager bricht die Welt zusammen – und die kleine Familie, vor allem das Mutter-Tochter-Verhältnis, wird auf eine harte Probe gestellt...
Die turbulente Familiengeschichte „Bin ich sexy?“ ist das auf zahlreichen Festivals hochgelobte Langfilm-Debüt der 1972 in Aachen geborenen Regisseurin Katinka Feistl, die zu diesem Zeitpunkt noch an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin studierte und dennoch schon zahlreiche Preise einheimsen konnte. So wurde ihr Kurzspielfilm „Nicht auf den Mund“ (1999) mit ersten Preisen in Ludwigsburg, Lünen und Mexico City ausgezeichnet und für den Nachfolgefilm „Wilde Ehe“ (2001) erhielt die Regisseurin den FFA Short Tiger Award.
Aber auch „Bin ich sexy?“ ging alles andere als leer aus: Die so umwerfend komisch wie anrührend agierende Berliner Schauspielerin Marie-Luise Schramm, der Sabine Brodersen (ihr Skript gewann 2001 den Drehbuchpreis Baden-Württemberg) die Rolle der Mareike geradezu auf den Leib geschrieben hat, erhielt den Förderpreis Deutscher Film in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“. Und beim einzigen deutschsprachigen Filmfestival Nordamerikas, Berlin & Beyond in San Francisco, setzte sich „Bin ich sexy?“ beim Publikum immerhin u.a. gegen „Der Untergang“, „Gegen die Wand“, „Das Wunder von Bern“ und „Die fetten Jahre sind vorbei“ durch.
Pitt Herrmann