Bin ich sexy?

Deutschland 2003/2004 Spielfilm

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Heinz17herne
Heinz17herne
Die 15-jährige temperamentvolle, so witzige wie rebellische Mareike (mit ungeheurer Leinwandpräsenz und gewinnender Ausstrahlung: Marie-Luise Schramm) lebt mit ihrer alleinerziehenden Mutter Jutta Falken (jung, schön, noch keine vierzig – und einsam: Birge Schade), ihrer Schwester Franca und ihrem Bruder Tim samt einigen Hühnern in einem Vorort von Mannheim. Daheim ist die Stimmung angespannt, seit Mareikes Stiefvater, Juttas letzter Mann, bei einem Autounfall gestorben ist – er fehlt einfach an jeder Ecke.

Jutta verdient in ihrem Job als Detektivin eines örtlichen Kaufhauses nicht viel, weshalb das Geld in der Familie immer knapp ist. Da sind Mareikes ehrgeizige Pläne, Model zu werden und dafür eine teure Schulung mitzumachen, ein Problem. „Tausend Euro für einen Modelkurs? Dafür kriegen wir ’ne neue Waschmaschine“ schimpft Mutter Jutta.

Dass die pubertierende Realschülerin Mareike, die vom Titel der „Miss Baden-Württemberg“ träumt, zudem pummelig ist und nicht gerade dem klassischen Schönheitsideal entspricht, macht die Sache nicht leichter – auch unter den Klassenkameraden nicht. Ihre Älteste soll Einzelhandelskauffrau bei Karstadt werden, wenn es nach der ständig gestressten Jutta geht. Doch Mareike ist wild entschlossen, ihren Kopf durchzusetzen: „Du glaubst doch nicht, dass ich Verkäuferin werde und alten Omas Riesenschlüpfer andrehe!“

Sie lässt beim Abendbrot den leckeren, aber viel zu fetten Auflauf stehen, hängt permanent an der Massagemaschine, strampelt sich auf dem Fahrrad ab. Leider nur mit mäßigem Erfolg. Mareike schreibt eine Bewerbung nach der anderen, und wird überall abgelehnt – weil sie nicht in Kleidergröße 38 passt. Doch sie lässt sich nicht entmutigen, sondern sich noch mehr einfallen, um ihrem Traum näher zu kommen. So nimmt sie einen Ferienjob auf dem Wochenmarkt an, wo ihr Opa mit einem Gemüse-Stand vertreten ist. Mareike will sich so das Geld für die Modelausbildung selbst verdienen.

Auf dem Großmarkt arbeitet auch Samir, ein arabischstämmiger Junge, für den Mareike sofort zu schwärmen beginnt. Um ihm zu imponieren, belegt sie auf Anraten ihrer besten Freundin Basma einen Bauchtanzkurs. Misstrauisch beobachtet von ihrer Mutter, der die ganze Körperfixierung ihrer Tochter auf die Nerven geht. Mareike hat den Eindruck, nicht ernst genommen zu werden. Heimlich geht sie auf den Friedhof, um am Grab des Stiefvaters mit dem so schmerzlich Vermissten zu sprechen.

Und dann auch noch das: Mutter Jutta kann es kaum mehr verbergen, dass sie in ihren Arbeitskollegen Winnie Marczewski verliebt ist. Sie will diese überraschende Entwicklung vor ihren Kindern geheim halten, aus Rücksicht auf deren Gefühle, aber auch, weil sie sich selbst noch nicht ganz von ihrem verstorbenen Mann gelöst hat.

Mareike fallen plötzlich die Haare aus, der Hausarzt diagnostiziert eine Autoimmunstörung, gegen die die Medizin noch machtlos ist. Ein Leben mit Glatze? Für den Teenager bricht die Welt zusammen – und die kleine Familie, vor allem das Mutter-Tochter-Verhältnis, wird auf eine harte Probe gestellt...

Die turbulente Familiengeschichte „Bin ich sexy?“ ist das auf zahlreichen Festivals hochgelobte Langfilm-Debüt der 1972 in Aachen geborenen Regisseurin Katinka Feistl, die zu diesem Zeitpunkt noch an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin studierte und dennoch schon zahlreiche Preise einheimsen konnte. So wurde ihr Kurzspielfilm „Nicht auf den Mund“ (1999) mit ersten Preisen in Ludwigsburg, Lünen und Mexico City ausgezeichnet und für den Nachfolgefilm „Wilde Ehe“ (2001) erhielt die Regisseurin den FFA Short Tiger Award.

Aber auch „Bin ich sexy?“ ging alles andere als leer aus: Die so umwerfend komisch wie anrührend agierende Berliner Schauspielerin Marie-Luise Schramm, der Sabine Brodersen (ihr Skript gewann 2001 den Drehbuchpreis Baden-Württemberg) die Rolle der Mareike geradezu auf den Leib geschrieben hat, erhielt den Förderpreis Deutscher Film in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“. Und beim einzigen deutschsprachigen Filmfestival Nordamerikas, Berlin & Beyond in San Francisco, setzte sich „Bin ich sexy?“ beim Publikum immerhin u.a. gegen „Der Untergang“, „Gegen die Wand“, „Das Wunder von Bern“ und „Die fetten Jahre sind vorbei“ durch.

Pitt Herrmann

Credits

Director

Screenplay

Director of photography

Editing

Cast

Producer

All Credits

Director

Assistant director

Screenplay

Director of photography

Assistant camera

Still photography

Lighting design

Make-up artist

Costume design

Editing

Sound assistant

Cast

Producer

Co-Producer

Producer (TV)

Line producer

Unit production manager

Shoot

    • 08.10.2003 - 12.11.2003: Mannheim und Umgebug, Karlsruhe
Duration:
90 min
Format:
35mm, 1:1,85
Video/Audio:
Farbe, Dolby SR
Screening:

Uraufführung (DE): 27.06.2004, München, Filmfest;
Kinostart (DE): 23.06.2005;
TV-Erstsendung: 07.08.2006, ZDF

Titles

  • Originaltitel (DE) Bin ich sexy?

Versions

Original

Duration:
90 min
Format:
35mm, 1:1,85
Video/Audio:
Farbe, Dolby SR
Screening:

Uraufführung (DE): 27.06.2004, München, Filmfest;
Kinostart (DE): 23.06.2005;
TV-Erstsendung: 07.08.2006, ZDF

Awards

San Francisco Festival Berlin & Beyond 2005
  • Publikumspreis
Filmfest München 2004
  • Förderpreis Deutscher Film, Beste Hauptdarstellerin
MFG-Star Fernsehfilmfestival Baden-Baden 2004
  • Beste Nachwuchsregie
Filmfest Lünen 2004
  • Publikumspreis
EUREGIO-Nachwuchspreis 2004
  • Beste Regie
Internationales Filmfestival für Kinder und junges Publikum in Chemnitz 2004
  • DEFA-Förderpreis, Beste Nachwuchsregie
MFG Baden-Württemberg 2001
  • Baden-Württembergischer Drehbuchpreis