Anatomie

Deutschland 1999 Spielfilm

Inhalt

Die ehrgeizige Medizinstudentin Paula Henning gehört zu den Besten ihres Fachs. Gemeinsam mit einigen ausgewählten Kommilitonen erhält sie die Chance, während des Sommers an der Universität Heidelberg einen Elitekurs in Anatomie bei dem berühmten Professor Grombek zu besuchen.

Dem Hochgefühl folgt jedoch das Entsetzen auf den Fuß, als auf dem Seziertisch plötzlich ein junger Mann liegt, den sie erst kurz zuvor noch quicklebendig kennen gelernt hatte. Paula beginnt Nachforschungen anzustellen und stößt dabei auf den skrupellosen Geheimbund der "Antihippokraten", der in den Gemäuern des ehrwürdigen Instituts seinen abscheulichen Machenschaften nachgeht. Ihre Neugierde bringt dabei nicht nur sie in tödliche Gefahr.

Fortsetzung: Anatomie 2 (2003, R.: Stefan Ruzowitzky)

 

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Heinz17herne
Heinz17herne
Der 1961 in Wien geborene Stefan Ruzowitzky, hierzulande vor allem seit seinem grandiosen Heimat-Epos „Die Siebtelbauern“ ein Begriff, hat mit „Anatomie“ vor der altdeutschen Kulisse Heidelbergs einen professionellen Genrefilm gedreht, dessen Horror in Zeiten der durch die Lande tourenden „Körperwelten“-Ausstellung etwas aufgesetzt wirkt und der noch viel zu sehr nach Hollywood schielt. Die erste Produktion der neuen deutschen Tochter des US-Riesen Columbia punktet jedoch mit einer großen Besetzung.

Franka Potente spielt die junge, ehrgeizige Medizinstudentin Paula, die nicht so enden will wie ihr Vater, welcher sich als Allgemeinmediziner im aufreibenden Tagesgeschäft der eigenen Praxis durchschlägt. Paula will lieber ihrem Großvater, Professor Dr. Ewald Henning (Werner Dissel), nacheifern, dem ehemaligen Dekan der Heidelberger Universität. So ist er es auch, der sich besonders freut, als Paula ein Ferienstipendium bei „der“ Heidelberger Anatomie-Kapazität, Professor Grombek (Traugott Buhre: „Hart, aber ungerecht – der volle Sadist“), erhält. Zusammen mit ihrer lebens- wie liebeslustigen Kommilitonin Gretchen macht sie sich auf den Weg und ist schnell eingebunden in einen munteren Kreis geselliger Heidelberger Medizinstudenten, darunter Hein, Philipp und David.

Im Gegensatz zum nymphomanischen Gretchen, die dafür auch prompt als anatomisches Präparat endet, zeigt sich Paula so richtig interessiert am Geschichtsstudenten Oliver und seiner Arbeit über den schon zur NS-Zeit aktiven Freimaurerbund „Anti-Hypocratiker“, der sich für die Recherche als Medizinstudent Caspar ausgibt. Paula begegnet Philipp, den sie noch kürzlich in der Eisenbahn nach einem Schwächeanfall medizinisch versorgt hat, plötzlich als Leiche im Kühlhaus der Universität wieder. Sollte doch etwas dran sein am Verdacht krimineller Machenschaften am Institut? Der Präparator hinterlässt jedenfalls einen obskuren Eindruck und verhindert weitere Recherchen Paulas, die zudem auf eine mehr als nur zwielichtige Nazi-Vergangenheit ihres Großvaters gestoßen ist.

In der Tat existiert die Gruppe der Freimaurer, die gnadenlose medizinische Experimente betreibt, indem am noch lebenden menschlichen Körper seziert wird. Und Ulrich Matschoss, besser bekannt als Vorgesetzter des Düsseldorfer „Tatort“-Kommissars Schimanski alias Götz George, agiert in der Rolle des Chefs dieser mehr als nur obskuren Loge.

Kurzes Fazit: „Anatomie“ weist eine wüste, sehr weit hergeholte Story auf, die auf sehr amerikanisch anmutende Horroreffekte setzt. Die Handlung wirkt konstruiert, ohne wirklich schlüssig zu sein. War aber ein Erfolg an der Kasse - mit über zwei Millionen Besuchern der erfolgreichste Film des Jahres 2.000. Dafür gabs auf der Berlinale im Februar 2001 die Publikums-„Lola“ beim Deutschen Filmpreis und für Anna Loos den 2. Platz beim New Faces Award (Nachwuchs).

2003 kam mit „Anatomie II“ ein noch kruderer Nachfolgestreifen heraus. Darin spielt Herbert Knaup den Chirurgen Professor Müller-LaRousse, der vom Nobelpreis träumt und ebenfalls dem Geheimbund „Anti-Hypocratiker“ angehört. Er führt illegale Experimente an einer Berliner Klinik durch mit dem Ziel, seine Vision von künstlichen Muskeln zu verwirklichen. Unterstützt wird er von willigen Jungärzten, die u.a. von Heike Makatsch und Roman Knizka verkörpert werden. Auch Franka Potente ist wieder mit dabei, wenn auch nur in einer kleinen Gastrolle.

Pitt Herrmann

Credits

Alle Credits

Regie-Assistenz

Optische Spezialeffekte

Schnitt

Ton-Design

Mischung

Darsteller

Produzent

Executive Producer

Herstellungsleitung

Produktionsleitung

Aufnahmeleitung

Produktions-Koordination

Dreharbeiten

    • 07.04.1999 - 03.06.1999: München, Heidelberg
Länge:
2714 m, 99 min
Format:
35mm, 1:2,35
Bild/Ton:
Eastmancolor, Dolby Stereo Digital
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 11.01.2000, 83858, ab 16 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung / Kinostart: 03.02.2000

Titel

  • Originaltitel (DE) Anatomie

Fassungen

Original

Länge:
2714 m, 99 min
Format:
35mm, 1:2,35
Bild/Ton:
Eastmancolor, Dolby Stereo Digital
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 11.01.2000, 83858, ab 16 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung / Kinostart: 03.02.2000

Auszeichnungen

Deutscher Filmpreis 2000
  • Lola, Publikumspreis: Film des Jahres