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Alle Tage ist kein Sonntag

Deutschland 1934/1935 Spielfilm

Filme der NS-Zeit sind im Kontext der staatlich beeinflussten Produktion und Rezeption zu sehen. Mehr erfahren »

Inhalt

Erich liebt Margot, die Tochter seines Meisters, und hält bei ihm um ihre Hand an. Doch da Erich nicht allzu fleißig ist und lieber in den Tag hineinlebt, verweigert der Meister seine Zustimmung. Da gewinnt Erich viel Geld in der Lotterie. Er lädt alle Kollegen zu einer großen Feier ein und gibt seine Stelle auf, um ausschließlich seine Freizeit zu genießen. Er bietet dem Meister an, sein Kompagnon zu werden, um endlich Margot heiraten zu können, aber der Meister lehnt ab. Erich steckt daraufhin sein Geld in ein Schwindelunternehmen und verliert alles. Nun endlich sieht er ein, dass man im Leben einer geordneten Arbeit nachgehen muss. Schließlich verzeiht der Meister ihm, stellt ihn wieder ein und gibt auch der Verbindung mit Margot seinen Segen.

 

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Falk Schwarz
Im herben Befehlston
Adele Sandrock (geboren 1863) gehörte ganz zum 19. Jahrhundert - in ihrer Sprache, ihrer Art, ihrer Garderobe. Wenn sie mit ihrer Donnerstimme aufbrauste, schwiegen die Männer betreten. Hier nun sorgt sie für ihren Enkel Erich (Wolfgang Liebeneiner), der aus unerfindlichen Gründen bei dieser Großmutter wohnt. Er geht ihr um den (Damen-) Bart, ist freundlich zu ihr, aber die Sandrock verleugnet ihr wahres Ich keineswegs. Sie herrscht, sie droht, sie kippt dem jungen Mann eine Kanne Wasser über den Kopf, um ihn zu wecken, zu ihrer Meinung ist kein Widerspruch möglich. Erich, der Hallodri, kuscht und findet doch nicht aus dem Bett. “Morgen bin ich der erste im Geschäft“, sagt er. Die Großmutter: „Es genügt schon, wenn Du nicht der letzte bist“. Es gibt eine Szene, da zeigt die Sandrock, dass es auch anders geht. Sie feiert den Geldsegen mit, den Erich durch einen Lottogewinn ins Haus bringt und trinkt zuviel Wein. Da wird sie plötzlich freundlich und fällt dabei geradezu aus ihrer Rolle. Sie war auf den Hausdrachen im Befehlston abonniert, denn das Autoritäre traf den Nerv der (Nazi-) Zeit. Liebeneiner überschlägt sich geradezu in der Rolle des Erich. Sparsame Gesten? Nicht bei ihm. Er sieht gut aus und weiß darum. Ein Angepasster im Nadelstreifen. Paul Henkels als der Freund, der Erich ins Verderben stürzt, ohne es auch nur zu ahnen, lässt alle Vorsicht dahinfahren und verhaspelt sich rheinisch gekonnt bis zu dem Ausspruch „Ich glaube, ich werde geck“. Erich Fielder, als der Mann, der alle betrügt, spielt den Hochstapler elegant und sprachlich geschliffen. Er vermarktet mit Erichs Geld den Wundertopf KoWiMu und fällt herein, als ein Kriminaler ein Kalbssteak oben hineintut und ein Schweinesteak unten herauskommt. Ein hübscher Einfall. Schließlich ist es dann doch die Sandrock, die - wie üblich - unter allem Raunzen ein weiches Herz verbirgt und alles regelt. Eines aber lernen wir aus diesem Film: „Man soll zu einer Verlobung keinen Fisch reichen, sonst schwimmt der Mann weg

Credits

Kamera

Schnitt

Darsteller

Alle Credits

Regie-Assistenz

Kamera

Standfotos

Schnitt

Musikalische Leitung

Liedtexte

Darsteller

Produktionsleitung

Aufnahmeleitung

Prüfung/Zensur:

Prüfung: 23.02.1935

Aufführung:

Uraufführung: 08.03.1935

Titel

  • Originaltitel (DE) Alle Tage ist kein Sonntag

Fassungen

Original

Prüfung/Zensur:

Prüfung: 23.02.1935

Aufführung:

Uraufführung: 08.03.1935