2 Männer, 2 Frauen - 4 Probleme

Deutschland 1996/1997 Spielfilm

Inhalt

Eva fällt aus allen Wolken, als sie erfährt, dass ihr Ehemann Luis eine Affäre mit der Bankiers-Gattin Charlotte hat. Aber nicht nur das: nun ist der treulose Familienvater unter einem Vorwand mit seiner Geliebten auch noch zu einer romantischen Reise nach Venedig aufgebrochen. So leicht aber lässt Eva sich keine Hörner aufsetzen. Kurz entschlossen schnappt Eva sie sich ihre beiden Kinder, entführt Charlottes biederen Gatten und macht sich auf den Weg in die Lagunenstadt, um Luis eins auszuwischen. Keine Frage, dass es dabei zu jeder Menge turbulenter Verwicklungen kommt.

 

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Heinz17herne
Heinz17herne
Stöhn – schon wieder eine deutsche Beziehungskomödie. So müssen wohl viele Kinogänger gedacht haben, die Vivian Naefes Streifen seinerzeit an den Kinokassen floppen ließen. Völlig zu Unrecht, denn „Zwei Männer, zwei Frauen – vier Probleme“ ist eine rundum gelungene Komödie, die weit über das mediokre Maß der TV-Unterhaltung herausragt.

Denn Vivian Naefes außergewöhnliche Beziehungskomödie stellt einmal nicht den Kampf der Geschlechter, sondern die sozialen Rollen zweier Ehepaare in den Mittelpunkt. Da ist auf der einen Seite der so erfolgreiche wie vielbeschäftigte Staranwalt Nick (Paraderolle für Heino Ferch), der sich kein Leben ohne Kreditkarte und Handy vorstellen kann. Er ist mit Charlotte (Hilde von Miegheim als verwöhntes Luxusweib) verheiratet, einer nicht weniger erfolgreichen, termingeplagten Bankerin und Kunstexpertin.

Sie lernt auf einer Vernissage den erfolglosen Maler und Bohemien Luis kennen, der mit Eva (Aglaia Szyszkowitz ist eine Entdeckung!) verheiratet ist. Sie hat eine vielversprechende Karriere als Pianistin aufgegeben, um beide Kinder großziehen zu können. Doch die vereinbarten fünf Jahre nach deren Geburt sind nun verstrichen, nun soll er ihr den Rücken freihalten.

Die sexbesessene, da daheim unterforderte Charlotte treibt es mit Luis bevorzugt an außergewöhnlichen Orten wie in Kleiderschränken und Bankbüros. Beide beschließen, ihr Liebesleben in Venedig weiter zu aktivieren. Als Eva dahinterkommt, kidnappet sie kurzerhand Nick, packt ihre beiden entzückenden kleinen Kinder mit ins Auto und fährt dem so ungleichen Liebespaar hinterher.

Was nun folgt ist ein Road Movie mit Hindernissen. Denn Nick reagiert nicht nur allergisch auf Kinder, er fürchtet sich auch vor Wasser, und das ausgerechnet in der Lagunenstadt, wo er ständig Brücken überschreiten oder Wassertaxis besteigen muss. Während Charlotte bald genug vom Abenteuer mit Luis hat, der, wie sich herausstellt, eigentlich seine Eva liebt und nur auf eine eigene, von Charlotte finanzierte Galerie spekuliert, sich zudem in der Luxusherberge zunehmend langweilt, kommen Nick und Eva so ziemlich auf den Hund, nachdem ersterer seine Kreditkarte und sein Handy verloren hat.

Doch Evas Überlebenswille, gestählt an den stets hungrigen Kindern, gepaart mit keineswegs nur mütterlichem Charme und großem Kreativitätspotential, was das Beschaffen von Essbarem und Schlafplätzen betrifft, bringt beide näher. Und zum erwarteten Finale wird aus dem Staranwalt und der verhinderten Pianistin wohl doch noch ein Paar...

Die Kritik hat Vivian Naefes Film, zumal dieser in Venedig spielt, mit Woody Allen verglichen. Das ist insoweit richtig, als dass mit Nick und Charlotte ein wohlhabendes Großstadtneurotiker-Paar vorgestellt wird. Doch ihre Neurosen sind vor allem sozial bedingt – ohne Kreditkarte und Handy wird aus Nick ein richtiger Mensch, der nicht nur fassadenkletternd über sich hinauswächst.

Vivian Naefes Komödie lebt vor allem von Aglaia Szyszkowitz – ihre Leinwand-Präsenz ist enorm. Die Regisseurin inszeniert so temperamentvoll wie temporeich und ist auch das Happy End vorherzusehen, so sind es doch die unvermuteten Kapriolen, die der Weg dieses Quartetts in Venedig schlägt, die „Zwei Männer...“ zu einem sehenswerten, liebevollen Märchen macht, das auch in der Verkleinerung des Bildschirms nur wenig verliert, wie sich bei der Erstausstrahlung am 17. April 2000 im ZDF gezeigt hat.

Pitt Herrmann

Credits

Alle Credits

Regie

Regie-Assistenz

Kameraführung

Kamera-Assistenz

Material-Assistenz

2. Kamera

Standfotos

Kamera-Bühne

Bau-Ausführung

Außenrequisite

Kostüme

Schnitt-Assistenz

Synchron-Ton-Schnitt

Musik-Schnitt

Ton-Assistenz

Musik-Tonaufnahme

Ton-Bearbeitung

Mischung

Stunt-Koordination

Musikalische Leitung

Redaktion

Herstellungsleitung

Produktionsleitung

Produktions-Assistenz

Dreharbeiten

    • 23.09.1996 - 17.11.1996: München und Umgebung, Bayern, Österreich, Venedig, Trentino
Länge:
2556 m, 93 min
Format:
35mm, 1:1,85
Bild/Ton:
Farbe, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 07.10.1997, 78395, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): Oktober 1997, Hof, Internationale Filmtage;
Kinostart (DE): 05.03.1998

Titel

  • Arbeitstitel Zwei Männer, zwei Frauen - vier Probleme
  • Arbeitstitel Zwei Frauen, zwei Männer
  • Arbeitstitel Doppelt hält besser: Zwei Männer, zwei Frauen
  • Arbeitstitel 2 Frauen - 2 Männer - 4 Probleme!?
  • Originaltitel (DE) 2 Männer, 2 Frauen - 4 Probleme
  • Originaltitel (DE) 2 Männer - 2 Frauen - 4 Probleme!?

Fassungen

Original

Länge:
2556 m, 93 min
Format:
35mm, 1:1,85
Bild/Ton:
Farbe, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 07.10.1997, 78395, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): Oktober 1997, Hof, Internationale Filmtage;
Kinostart (DE): 05.03.1998

Länge:
93 min