Gegengerade - 20359 St. Pauli

Deutschland 2010/2011 Spielfilm

Summary

It would be a dream come true – the possible return of the FC St. Pauli football team into the Bundesliga, Germany′s top division. The all-deciding game in front of them, hardcore fans Magnus, Kowalski and Arne are anxiously waiting for the kick-off. But their friendship is put to the test:: Kowalski becomes the target of two plain-clothes policemen while Magnus′ aggressive behaviour not only threatens to ruin his friends′ reputation, but that of the whole club. Moreover, he attracts the attention of D.A. Stiller, who has already been looking for an opportunity to put the pressure on St. Pauli′s Ultra scene.

 

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Heinz17herne
Heinz17herne
Forza FC St. Pauli! Noch 90 Minuten bis zum Aufstieg! Magnus, Kowalski und Arne sind Freunde. Dabei könnten die drei nicht unterschiedlicher sein. Doch etwas verbindet sie: die Liebe zum Fußball. Für ihren Verein würden sie durchs Feuer gehen, da sind sie sich mit dem ganzen Stadtteil einig. Und jetzt endlich scheint ihr großer Traum zum Greifen nah zu sein: der Aufstieg in die Erste Liga! Da ist zum einen Magnus, Sohn aus wohlhabendem Hause, der von seiner Mutter Lise verwöhnt wird und vom Leben gelangweilt ist. Und mit 27 Jahren noch nichts auf die Reihe bekommen hat, wie ihm seine vergleichsweise reifere, nicht nur beruflich ehrgeizige Freundin Natascha ständig vorwirft: „Entweder dein ganzer Scheiß oder ich!“

Die für ihr künftiges Leben sehr konkrete Vorstellungen hat, welche sich weder mit denen von Magnus decken, der am liebsten auch weiterhin, ohne eigene Verantwortung übernehmen zu müssen, in den Tag hinein leben will. Noch mit denen ihres Chefs, des schmierigen Immobilienhais Koritke, der ihr an die Wäsche will. Und obendrein, was der auch politisch hellen Natascha längst ein Dorn im Auge ist, für die Gentrifizierung des ganzen Altonaer Stadtteils verantwortlich zeichnet.

Da ist zum anderen Kowalski, ein hundertzehnprozentiger St. Pauli-Ultra, etwas einfach gestrickt im Arbeitsleben und auch sonst mit den Kumpels auf der Straße, Working Class halt, aber mit dem Herz auf dem rechten Fleck. Er geht selten einer Schlägerei etwa mit Anhängern einer gegnerischen Mannschaft aus dem Weg, ist aber durch und durch eine ehrliche Haut. Und hat das Glück, auf einem Schrottplatz zu arbeiten, dessen Chef auch 'mal Fünfe gerade sein lässt - zumal der „Elf Freunde“-Leser selbst fanatischer St. Pauli-Fan ist.

Das Trio komplettiert Arne Schröder, wahrscheinlich ein Student, von dem man aber nichts näheres weiß außer der Tatsache, dass er, zumal bei Heimspielen am Millerntor, seine Bude nie ohne die kleine Kamera verlässt: Er dreht seit geraumer Zeit eine Doku über St. Pauli samt seinen Fans und ist so auf Magnus und Kowalski gestoßen. Das letzte Spiel der Kicker unter dem braun-schwarzen Piratenlogo, das den Aufstieg ins Oberhaus des deutschen Fußballs bringen soll, ist für Arne Abschluss und Höhepunkt seines Streifens. Weshalb er von seinen letzten noch übrig gebliebenen Film-Fördermitteln kurz vor dem Anpfiff beim „Vorglühen“ der Fans an der Bierbude des Kiez-Originals Baldu, der auch als Boxtrainer der Ultra-Jungs fungiert, eine Runde Astra schmeißt...

„Das Stehen im Stadion ist wie der Besuch einer Predigt“ sülzt eine Erzählerstimme aus dem Off. Sie gehört einem stocksteifen Andre Eisermann, der als angeblicher Stadionsprecher in Schlips und Kragen auch solche Glaubenssätze verkündet, als 'mal wieder authentische Dokumentaraufnahmen in Schwarzweiß und Farbe von Schlachten der so langen wie ruhmreichen St. Pauli-Vergangenheit zu sehen sind: „Im tiefsten Inneren sind wir alle Höhlenmenschen.“ Was durchaus auch bei blutigen Auseinandersetzungen zwischen Ultras und „Faschos“ zum Ausdruck kommt: gewaltbereite Hooligans ohne Hemmungen. Gilt auch für Steiger (eine kleine, feine Nebenrolle für Wotan Wilke Möhring), einem der Anführer der Ultras.

Weil seit Monaten in Hamburg immer wieder Autos in Flammen aufgehen, ist Staatsanwalt Dr. Karl Stiller fest dazu entschlossen, an den Ultras ein Exempel zu statuieren, wobei der Zweck die Mittel heiligt, welche alles andere als rechtsstaatlich sind. Nachdem zwei Zivilpolizisten Brandbeschleuniger im auf dem Schrottplatz geparkten Wagen Kowalskis gefunden haben, soll es am Tag des Aufstiegsspiels, an dem sich die ganze Stadt ohnehin im Ausnahmezustand befindet, ein blutiges Ende für Kowalski & Co geben. Die Einsatzkräfte der Polizei nehmen Baldus Bude auseinander und prügeln auf alles ein, was sich bewegt. Während die Massen auf den Tribünen den Aufstieg ihres Vereins bejubeln, kommt es vor dem Stadion zur Katastrophe mit tödlichem Ausgang...

Ein Spiel dauert zwei mal 45 Minuten. Auch der sehr authentische Spielfilm von Tarek Ehlail unter dem Titel „Gegengerade – 20359 St. Pauli“, der für die Fernsehverwertung, Erstausstrahlung war am 26. August 2013 im „Dritten“ des NDR, einen neuen, eingängigeren Untertitel erhielt: „Gegengerade – Niemand siegt am Millerntor“. Ehlails nach „Chaostage – We are Punk“ (2009) zweiter Film ist eher ein Stimmungsbild als dass er konsequent eine Geschichte erzählt: die Story besteht aus vielen kleinen Geschichten rund um das Millerntor, so um das Kiez-Original Baldu, das Polizisten nur widerwillig ein Pils zapft, so um den Arzt Dr. Hennings, der sich um verletzte Hooligans kümmert und bei Bedarf ganz besondere Smarties bereit hält. In kleinen Einspielern, welche die Authentizität unterstreichen und „Gegengerade“ in die Nähe eines Dokumentarspiels rücken, geben sich Uwe Seeler und Karl Dall als St. Pauli-Fans zu erkennen.

Dass die Fahndung nach dem oder den Tätern, die für das Abfackeln von Autos verantwortlich sind, letztlich den falschen trifft, Kowalskis Auto diente ohne dessen Wissen nur als Versteck für den seitens der Behörden weiterhin unerkannt gebliebenen Täter, wäre noch zu verschmerzen. Weil Irrtümer in der Hitze des Gefechts jedem passieren. Dass Staatsanwaltschaft und Polizei sich Mittel bedienen, die nur als kriminell eingestuft werden können und mit Baldu einen völlig Unbeteiligten das Leben kosten, macht aus „Gegengerade“ einen leider sehr realistischen Film.

Pitt Herrmann

Credits

Director

Director of photography

Music

Cast

Production company

All Credits

Director

Director of photography

Assistant camera

Steadycam operator

Lighting design

Gaffer

Make-up artist

Costume design

Costumes

Music

Production company

Co-Producer

Line producer

Unit production manager

Location manager

Original distributor

Shoot

    • 13.07.2010 - 17.08.2010: Hamburg
Duration:
89 min
Format:
HDCam, 16:9
Video/Audio:
Farbe, Dolby
Censorship/Age rating:

FSK-Prüfung (DE): 26.01.2011, 126256, ab 16 Jahre / feiertagsfrei

Screening:

Uraufführung (DE): 19.01.2011, Saarbrücken, Max-Ophüls-Preis - Wettbewerb;
Kinostart (DE): 31.03.2011

Titles

  • Arbeitstitel (DE) Gegengerade - Niemand siegt am Millerntor!
  • Originaltitel (DE) Gegengerade - 20359 St. Pauli

Versions

Original

Duration:
89 min
Format:
HDCam, 16:9
Video/Audio:
Farbe, Dolby
Censorship/Age rating:

FSK-Prüfung (DE): 26.01.2011, 126256, ab 16 Jahre / feiertagsfrei

Screening:

Uraufführung (DE): 19.01.2011, Saarbrücken, Max-Ophüls-Preis - Wettbewerb;
Kinostart (DE): 31.03.2011