Summary
Kleinruppin Forever
Sometimes a misfortune is the best thing that can happen to you.
What′s the worst thing that could happen to a West-German teen in the mid 80s? How about getting stuck in gray, Communist East Germany! We′re back in the days when Germany still came in two sizes and school kids from the West went on field trips to the East to study their pitiable cousins. Ditto for golden boy Tim, who runs into Ronny, the twin he never knew he had, in the backwater town of Kleinruppin. In a classic "separated-at-birth" case, Tim got the ace and Ronny pulled the joker. But now it′s Ronny′s turn to call the shots. A couple of hours later, Tim is recovering from a blow to the head from his dear brother and taking his first steps in a world of creepy officials, weird clothes and mind-numbingly boring jobs. Thank God for Jana, gorgeous beyond words, who makes the "wrong" place start feeling right. As Tim falls in love with Jana, makes great new pals and finds a family warmth he missed at home, it looks like there may be worse things in life than to be stuck in Kleinruppin forever...
Source: German films Service & Marketing GmbH
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Bremen im Jahr 1985. Der 19-jährige Tim ist als angehender Tennis-Profi „On Top Of The World“. Die Mädchen lieben ihn, er liebt sich und seinen perfekten Top-Spin. Sein Vater sähe es jedoch lieber, wenn er einmal sein Architekturbüro übernehmen würde. Bei einem Schulausflug nach Neuruppin in der DDR steht Tim plötzlich seinem ihm unbekannten Zwillingsbruder Ronnie gegenüber, der ihn mit einem Schlag niederstreckt und statt Tim zurück in den Westen fährt.
Tim, ein hanseatischer Vorzeige-Popper aus dem noblen Bremen, sitzt also im ersten Arbeiter- und Bauernstaat auf deutschem Boden fest. Niemand glaubt ihm, alle halten ihn für Ronnie, dabei war der doch das genaue Gegenteil von Tim – ein langmähniger Punk-Rocker der aufsässigen Art. Jetzt heißt es: Broiler statt Cherry Coke, Schwalbe statt Vespa und FKK mit den Mundharmonika spielenden Blueskumpeln René und Niklas (großartig: Tino Mewes und Toni Snetberger). Tim trainiert besessen, um in die DDR-Schwimmstaffel aufgenommen zu werden. Denn dann winken West-Reisen.
Tim plant die Flucht, doch die DDR, auch wenn die sich in Carsten Fiebelers Film recht provinziell-idyllisch darstellt, verlässt man nicht einfach so. Als Tim die lebenslustige Krankenschwester Jana begegnet, wird die graue DDR im Handumdrehen bunt. Er merkt, dass Glück etwas anderes bedeutet, als die passenden Slipper zum Lacoste-Hemd im Schrank zu haben. Und kämpft um Jana, die seit Sandkasten-Zeiten mit einem systemkonformen „Aufsteiger“ verlobt ist und ihm eigentlich nach Leipzig folgen will. Da bietet sich Tim die Chance, mit dem Kleinruppiner Schwimmteam in den Westen zu fahren...
Die folgenschwere deutsch-deutsche „Verwechslung“ hat Carsten Fiebeler („Die Datsche“) charmant inszeniert mit viel Witz und einem Hauch von Melancholie. Der gebürtige Zwickauer des Jahrgangs 1965, der an der Potsdamer Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ studierte, hatte mit seinem Kurzfilm „Straßensperre“ bei der Berlinale Erfolg, der mit dem Panorama-Preis ausgezeichnet wurde. Preisgekrönt auch seine Kurzfilme „Endlos“ (Int. Studentenfilmfest München 1999) und „Der Wettkampf“ (Vienna TV-Award 2000).
Gedreht vor allem in Wittenberge, darunter auch in der ehemaligen Singer-Fabrik für Nähmaschinen, sowie in Bremen ist „Kleinruppin forever“ Fiebelers zweiter Kinostreifen, der nach der Uraufführung beim Filmmarkt der 54. Berlinale erst um einige Monate verspätet am 9. September 2004 vom Senator-Verleih freigegeben wurde, um ihn nicht im „Good bye, Lenin“-Hype untergehen zu lassen.
Die Besetzung kann sich wirklich sehen lassen: Neben den beiden jungen Protagonisten sind Michael Kind als Stasi-Wachhund Koslowski, Uwe Kockisch als Tims kalt berechnender Wessi-Vater (an der Seite der recht blassen „Mutter“ Heike Jonca) und vor allem Michael Gwisdeck als Erwin, Ronnies von der Stasi „kurzgehaltener“ Ossi-Stiefvater, herauszuheben. Free-TV-Premiere war am 19. Juli 2008 auf Pro Sieben.
Pitt Herrmann