Summary
A remake of the French comedy "A Little Something Extra" ("Un p'tit truc en plus," 2024). After a robbery goes wrong, aspiring gangster Karlo and his son Alex go on the run. By chance, they cross paths with a group of young people with disabilities who are about to leave on a group vacation and are waiting for one more participant. Karlo and Alex seize the opportunity to hide among them: Alex poses as the missing participant, while Karlo pretends to be his personal caregiver. Once they arrive at their destination, however, the young people quickly realize that Alex does not belong with them. At the same time, Alex falls for Polly, the social worker leading the group. With the police still on their trail and their vengeful accomplice Rico also closing in, Karlo and Alex soon find themselves dependent on the very people they had hoped to deceive.
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Von der Polizei verfolgt können Karlo und Alex ihr Fluchtfahrzeug nicht besteigen: Der Mercedes stand auf einem Behindertenparkplatz und wurde abgeschleppt. So geben sich beide kurzerhand als der noch fehlende Mitreisende Otto und dessen Betreuer Samson aus und besteigen den im letzten Moment doch noch eintreffenden Bus – eine zumindest für den Moment perfekte Tarnung. Und der zu spät kommende Otto? Kann nicht meckern, landet er doch in einer feucht-fröhlichen Partygesellschaft, die ihn sogleich als eine Art Maskottchen in den sonnigen Süden mitnimmt.
Am Ziel angekommen, kündigt der Vermieter Schwanitz eine saftige Mieterhöhung fürs idyllisch gelegene Ferienheim im kommenden Jahr an, den der gemeinnützige Verein wohl nicht stemmen kann. Bei den Betreuern ist die Stimmung erst einmal im Keller ganz im Gegensatz zur unbändigen Freude ihrer Schützlinge. So will Joshua immer Fußball spielen und geht damit dem „Betreuer“ Samson alias Karlo auf die Nerven, der dringend mit Rico aus der Gefängnis-Schlosserei sprechen muss, damit dieser den abgeschleppten Wagen auslöst.
Große Gefühle gibt es auch bei Sophie, die Alex alias Otto in ihr großes Herz geschlossen hat und sich wie eine Klette an ihn hängt. Dabei hat der längst ein Auge auf die Betreuerin Polly geworfen – und umgekehrt. Obwohl diese ihrem Freund Matthias versprochen hat, mit ihm nach Kanada auszuwandern und sich nur nicht traut, der darob sicherlich entsetzten Fliederhaus-Besatzung die Wahrheit zu sagen. Die besonders dem COPD-Patienten Marko das Herz brechen würde.
Charlie hat die beiden „Neuen“ längst durchschaut, verrät sie aber nicht an das Leitungsteam. Denn nicht nur Alex weiß sich sofort zu integrieren, auch sein zunächst unwilliger Vater Karlo, nach dem frühen Tod seiner Frau ein völlig überforderter Alleinerzieher, wird gemeinschaftstauglich nach einer intensiven Lehrstunde über ganz normale „Beeinträchtigte“, die sich in Auftreten, Haltung und Sprache nur auf den ersten Blick von Nichtbehinderten unterscheiden. Dennoch haut er mit der Beute ab, als die Polizei ihnen auf die Spur gekommen ist.
Alex dagegen lässt sich festnehmen, hat seine Berufung gefunden – und nicht zuletzt Polly. Die Richterin ist beeindruckt von der einhelligen Unterstützung der Fliederhaus-Bewohner („Unser schönster Sommerurlaub“), sodass Alex das Weihnachtsfest mit Fußfessel im Heim feiern kann. Selbst Karlo, der sich doch noch freiwillig gestellt hat, darf kurz vorbeikommen – und Joshua ein Bayern-Trikot mit der Unterschrift Jamal Musialas vorbeibringen. Zum finalen Happy End kann dank einer anonymen Spende das voralpine Ferienheim erworben werden…
Regisseur Marc Rothemund über seine am 31. August 2026 in München uraufgeführte Komödie im Constantin-Presseheft: „Dass dieser Konflikt zu einem guten Ende mit Läuterung und Erlösung führt, dass Karlo sich ein Herz fasst und merkt, was wirklich wichtig ist – ich glaube, das kann einen gar nicht unberührt lassen.“ Die warmherzige, pure Lebensfreude versprühende Sommerkomödie basiert auf dem französischen Millionenhit „Un P’etit Truc En Plus“ von Artus, Clément Marchand und Milan Mauger aus dem Jahr 2024. Mit feinfühligem Witz inszenierte der erfolgsreiche Genre-Spezialist Marc Rothemund („Ein fast perfekter Antrag“, „Wochenendrebellen“) eine zutiefst menschliche Geschichte über Freundschaft, Vielfalt und Einzigartigkeit.
Rothemund und sein Drehbuchautor, der Comedy-Spezialist Murmel Clausen („Der Schuh des Manitu“), wollten kein Remake der in Deutschland unter dem Titel „Was ist schon normal?“ weit weniger erfolgreichen Synchronfassung der französischen Komödie, sondern eine Neuverfilmung. Das ist beiden dank ihrer Rücksicht auf den Cast mit kognitiver Beeinträchtigung hervorragend gelungen mit ihrer höchst unterhaltsamen inklusiven Komödie in toller Besetzung und mit nur wenigen Längen im Feriencamp-Alltag.
Marc Rothemund: „Der inklusive Cast hatte im Vorfeld die Möglichkeit, den Figuren jeweils eigene Vorlieben, Charakterzüge, Angewohnheiten und Emotionen zu verleihen und sich ihre Rollennamen auszudenken. Dabei waren alle gefordert, vom Kostüm- bis zum Make-up-Department. Es war ein gemeinsames Suchen und Finden: Wie erfülle ich die Rolle? Welche Emotionen gebe ich ihr mit? Was ziehe ich an? Wie werde ich geschminkt? Alles wurde so miteinander geplant und verteilt, dass Defizite berücksichtigt und Stärken hervorgehoben wurden.“
Pitt Herrmann