Biografie
Karl Walter Lindenlaub wurde am 19. Juni 1957 in Bremen geboren und wuchs in Hamburg auf. Von 1977 bis 1981 absolvierte er ein Studium an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film (HFF), wo er neben der Kameraarbeit bei verschiedenen Studierendenfilmen auch mehrere eigene Kurzfilme als Regisseur (und Kameramann) realisierte. Nach seinem Abschluss ging er nach England, um an der National Film and Television School in Beaconsfield bei London zu studieren.
1986 fungierte Lindenlaub als Kameramann bei Roland Emmerichs Kinodebüt "Hollywood Monster" (1986) – der erste von fünf gemeinsamen Filmen: Nach dem Low-Budget Science-Fiction Film "Moon 44" (1990), für den er den Deutschen Kamerapreis erhielt, folgte Lindenlaub Emmerich nach Hollywood. Dort war er Kameramann bei dessen Science-Fiction-Abenteuern "Universal Soldier" (1992), "Stargate" (1994) und dem Megahit "Independence Day" (1996).
In den nächsten 30 Jahren arbeitete Karl Walter Lindenlaub nahezu ausschließlich in den USA. Zu seinen wichtigsten Arbeiten gehören der Historienfilm "Rob Roy" (1994), die Komödie "The Princess Diaries" ("Plötzlich Prinzessin", 2001), die Romantikkomödie "Maid in Manhattan" ("Manhattan Love Story", 2002), das Fantasyabenteuer "The Chronicles of Narnia: Prince Caspian" ("Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia", 2008) und der Fantasy-Horror-Actionfilm "Underworld: Blood Wars" (2016). In Holland drehte er 2006 Paul Verhoevens "Black Book", in Berlin 2008 die amerikanisch-deutsche Koproduktion "Ninja Assassin".
Im Fernsehbereich zeichnete Lindenlaub für eine Staffel der Serie "Suits" (2016-17) sowie bei sechs Folgen der Sci-Fi-Serie "Halo" (2022) als Kameramann verantwortlich. Für Uli Edels Zweiteiler "Houdini" war er 2015 für den Primetime Emmy Award nominiert. Daneben wirkte er im Lauf der Jahre an einigen Werbespots mit, unter anderem für Merrill Lynch, Arri und Chrysler.
Zugleich blieb Lindenlaub Deutschland beruflich verbunden: bis Ende 2004 leitete er den Fachbereich Kamera/Bildgestaltung im Aufbaustudium Film an der Universität Hamburg. Er ist Mitglied sowohl des Bundesverband Kamera als auch der American Society of Cinematographers.
2024 arbeitete Karl Walter Lindenlaub nach über 30 Jahren wieder als Kameramann an einem primär deutschen Film: Hark Bohm hatte ihn für den autobiografischen Film "Amrum" engagiert, noch bevor er selbst die Regie aus Altersgründen an Fatih Akin übergab. Der Film feierte 2025 in Cannes Premiere. Für seine Bildgestaltung erhielt Lindenlaub von der American Society of Cinematographers eine Nominierung für den Spotlight Award und wurde im April 2026 für den Deutschen Filmpreis nominiert.