Ich hab' von Dir geträumt

Deutschland 1943/1944 Spielfilm

Filme der NS-Zeit sind im Kontext der staatlich beeinflussten Produktion und Rezeption zu sehen. Mehr erfahren »

Inhalt

Die Sängerin Maria träumt nach einem erfolgreichen Konzert von einem Mann mit Lilienstrauß, der sie verfolgt und küsst. Wenig später begegnet sie diesem Mann mit Lilienstrauß wirklich: Er heißt Peter und ist auf dem Weg zu seiner Braut Helene. Am Nachmittag gibt ein Bote bei Maria eine kostbare Brillantnadel ab, die aber eigentlich für Helene bestimmt ist. Diese Verwechslung löst nun eine wilde Verfolgungsjagd aus, die durch Konzertsaal und Schlafwagen führt. In dem taucht auch noch Marias Verlobter auf, der sich angesichts des Durcheinanders sofort entlobt. Das erträumte Schicksal, erkennen Maria und Peter, ist stärker – und werden ein Paar.

 

Kommentare

Sie haben diesen Film gesehen? Dann freuen wir uns auf Ihren Beitrag!

Falk Schwarz
Ein Fluchtfilm
Zunächst einmal: keine Nazi-Symbole im Film, keine NS-Flaggen, kein Hitlergruß, keine Ruinen (von denen in Berlin schon genug existierten). Eine komplette, vollkommen zeitlose Idylle. Wozu ein mutiger und unangepasster Regisseur selbst 1943 noch in der Lage war! Dafür eine Komödie, die allzu offensichtlichen Gebrauch macht von jener Automatik, die Lustspielen über die Runden hilft - es wird jedes Gespräch, jede Aufklärung genau in dem Moment abgebrochen, wo ein klärendes Wort möglich gewesen wäre, was aber dem Film das Fundament weggezogen hätte. Wozu E.W. Emo Türen braucht, nutzt Staudte Bewegungen. Maria (Fita Benkhoff) träumt nachts von einem Mann (Karl Schönböck), der sie zum Altar führt. Weder kennt sie ihn, noch hat sie ihn jemals gesehen. Doch am nächsten Morgen begegnet er ihr auf der Hoteltreppe, sie erschrickt und anstatt nun das Gespräch zu suchen, flieht sie. Diese Flucht durchzieht den ganzen Film. Immer wieder kommen die Beiden zusammen, immer wieder verfehlen sie sich. Eine rasante Verfolgungsjagd mit zwei Limousinen (war da der Grunewald im Hintergrund zu sehen?) gelingt Behn-Grund so zügig und makellos, wie er sie in Filmen wie "Dreyfus" schon eingeübt hatte. Die Kamera klebt am rasend schnellen Vorderrad, schwenkt dann hinauf zum Fahrer und verliert den Wagen wieder aus der Linse. Solange das Tempo des Films beibehalten wird, geht das Rezept des Drehbuchs einigermaßen auf. Doch in der überlangen Szene im Schlafwagen (14 Minuten 24 Sekunden) versandet das Tempo, die Dialoge retten die Szene nicht, man weiß, wer wen schlußendlich kriegen wird und hofft auf den Regisseur, wie bald er wohl dem Spiel ein Ende setzt. Staudte lässt Hektik zu. Die Personen laufen umeinander, mit einander, nichts steht still und bereits in der ersten Szene an der Rezeption, wo der Empfangschef (Hubert von Meyerinck) geflissentlich (und überlang) seine prominenteste Kundin übersieht, geht es viel zu offensichtlich zu. Staudte sucht noch nach dem Maß, das fragile Miteinander eines solchen Lustspiels auszubalancieren. Seine Hauptdarstellerin Fita Benkhoff sieht zwar liebenswürdig aus, aber die nervöse Künstlerin, die sie hier spielen soll, gelingt ihr nicht. Sie ist eher Zofe, Salondame, Xantippe mit kessem Mundwerk. Luise Ullrich würde hier eine tiefere Furche ziehen. Trotzdem sind in dem Film immer wieder Einstellungen zu erkennen, die sorgsam erdacht sind - so zum Beispiel das Foto von Marias abgehängtem Liebsten, das immer dann umkippt, wenn sie ihren aufdringlichen Verfolger erneut trifft. Da weiß der aufmerksame Kinobesucher, was zu erwarten ist.

Credits

Alle Credits

Dreharbeiten

    • 01.04.1943 - Juni 1943: Berlin
Länge:
1990 m, 73 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 28.03.1944, B.60092, Jugendfrei ab 14 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 12.07.1944, Berlin, BTL Potsdamer Straße;
TV-Erstsendung (DE): 22.01.1986, RTL

Titel

  • Schreibvariante Ich hab von dir geträumt
  • Schreibvariante Ich hab' von Dir geträumt!
  • Originaltitel (DE) Ich hab' von Dir geträumt

Fassungen

Original

Länge:
1990 m, 73 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 28.03.1944, B.60092, Jugendfrei ab 14 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 12.07.1944, Berlin, BTL Potsdamer Straße;
TV-Erstsendung (DE): 22.01.1986, RTL

Prüffassung

Länge:
1954 m, 72 min
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 05.08.1996, 75800, ohne Altersbeschränkung / feiertagsfrei