Menschen im Hotel

BR Deutschland Frankreich 1959 Spielfilm

Inhalt

Der Film erzählt von zwei ereignisreichen Tagen und Nächten in einem Berliner Luxushotel, in deren Verlauf sich die Wege höchst unterschiedlicher Menschen kreuzen. Es beginnt mit dem Selbstmordversuch der berühmten Tänzerin Grusinskaja. Nachdem sie vom Baron von Gaigern gerettet wurde, verliebt Grusinskaja sich in den verarmten Adeligen. Von Gaigern, der sich als Hoteldieb über Wasser hält, wittert die Chance seines Lebens, als er den korrupten Machenschaften eines Geschäftsmanns auf die Schliche kommt. Er versucht, den Mann zu erpressen – und wird kurz darauf in einen Mordfall verwickelt.

 

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Falk Schwarz
Knapp vorbei ist auch daneben
Wie kommt es, dass einstige Welterfolge, wenn sie über den deutschen Remake-Leisten geschlagen werden, plötzlich eng, spießig, bieder, brav und ungeschickt aussehen? Beispiel: diese Hotelhalle. Sie sollte elegant, groß, intim, gemütlich und weltoffen aussehen. Was hat Architekt Rolf Zehetbauer ins Atelier gestellt? Eine Art Bank-Schalterhalle, im Stil der fünfziger, in der alles auseinanderläuft, sich nichts Atmosphärisches ereignen kann. Hier soll sich ein Drama abspielen? Was haben die Autoren aus der Rolle des Kringelein gemacht? Vicki Baum wollte, dass er - todkrank - sein Erspartes ausgibt, um endlich einmal zu leben. Hier ist er der Buchhalter, der dem bulligen Chef (großartig: Gert Fröbe) klebrig auf die Pelle rückt. Rühmanns Kringelein darf nicht todkrank sein. Rühmann ist doch Komödiant! Wer nur den Versuch macht, den ersten Minuten des Films von 1931 zuzuschauen, sieht sofort, wie Atmosphäre entsteht, wie Charaktere vorgestellt werden, wie sich Dichte ereignet. Nichts davon in diesem Remake. O.W. Fischer als der betrügerische Baron, der zum widerlichen Erpresser wird - hat ihm der Regisseur nicht gesagt, dass es ganz abwechslungsreich sein könnte, mal die Zigarette aus dem Mund zu nehmen? „Ich lach über mich, weil ich zu erwachsen bin, um über mich zu weinen“. Der gebrochene (Film-)Schuft, dessen Darstellungsstil zur Masche geworden war. Von Michèle Morgan behauptet die DVD-Hülle, sie sei besser als die Garbo. Unglaublich! Wer jemals die Garbo als Grusinskaya durch die Hotelhalle hat schreiten sehen, der weiß, was Klasse ist. Garbo „ist“ die Diva, Morgan eher eine Madame, die eine Diva spielt. Ausserdem wird sie vorgeführt: als sie die Ballettschuhe anzieht, weiß jeder: so jemand tanzt nicht. Zu alt, zu schwer, zu unbeweglich. Wer hat sich das einfallen lassen? Zwiespältig die Fotografie von Göran Strindberg, der dieses Klischee lastige Drama in steingraues Dunkel taucht. Was hätte ein Werner Krien dort herausgeholt! Der Produzent war's zufrieden, die Stars unter Vertrag zu haben. „Große“ Namen in einem kleinen Film.

Credits

Alle Credits

Dreharbeiten

    • 15.02.1959 - 31.03.1959: Berlin; CCC-Studios Berlin-Spandau [34 Drehtage]
Länge:
2880 m, 105 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Mono
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 16.09.1959, 20118, ab 18 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 23.09.1959, München, Gloria-Palast;
Erstaufführung (FR): 25.03.1960, Paris

Titel

  • Weiterer Titel (FR) Grand Hôtel
  • Originaltitel (DE) Menschen im Hotel

Fassungen

Original

Länge:
2880 m, 105 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Mono
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 16.09.1959, 20118, ab 18 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 23.09.1959, München, Gloria-Palast;
Erstaufführung (FR): 25.03.1960, Paris

Auszeichnungen

Bundesministerium des Innern 1961
  • Spielfilmprämie [200.000,-- DM]
FBW 1959
  • Prädikat: Wertvoll